Montag, Februar 19, 2018

Kurzreviews Februar/I/2018

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 17 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Februar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Hercules und das vergessene Königreich [Hercules: The Legendary Journeys - Hercules and the Lost Kingdom] (1994) - (6,5+)
The Expanse (Season 1) (2015-2016) - (7,5-8,5)
Black Mirror (Series 1) (2011) - (6-7,5+)

Filme
Die Bourne Identität [The Bourne Identity(2002)
Der Auftakt zur Neo-Agentenreihe unterscheidet sich noch merklich von Paul Greengrass stilistischer Hinwendung zur intensified continuity: Doug Liman legt mehr Wert auf die Geschichte, die Suche nach der alten und Formung einer neuen Identität des Hauptcharakters sind sein Hauptanliegen vor den Actionszenen. Freilich ist der erste Teil der Bourne-Trilogie nicht minder lupenreiner Actionfilm, dessen Keilereien und Verfolgungsjagden hingegen eine weniger tragende Rolle spielen im Gegensatz zu Greengrass. (7,5)

Apollo 18 (2011)
An Found Footage hängt nicht mein Herz, ab und an kann ich mich damit arrangieren. Gonzalo Lopéz-Gallegos Hollywood-Debut, unterstützt von Patrick Lussier, fand ich jedenfalls ganz manierlich, insbesondere der Retro-Look ist gelungen, allerdings hatte ich das Gefühl, dass Lopéz-Gallego nicht fürchterlich viel mit dem Konzept anzufangen wusste. (5)

Insidious: Chapter 3 - Jede Geschichte hat einen Anfang [Insidious: Chapter 3(2015)
Standardmäßige und mäßige Geisterbahnfahrt durch das "Insidious"-Universum, inklusive Abnutzungserscheinungen. (4)

Witchboard - Die Hexenfalle [Witchboard(1986)
Kein sonderlich beängstigender, sicherlich wenigstens ungewohnter Okkultismus-Horror, der sich ebenfalls rund um ein Ouija-Brett, Werkzeug und Tor einem blutdurstigem Geist zu Diensten, dreht. Dinge, die ihn vom handelsüblichen Teenie-Slasher unterscheiden, sind etwa, dass Kevin Tenney seinen drei Protagonisten und ihre auf die Probe gestellte Beziehung untereinander mehr Raum an Stelle der blutigen oder gruseligen Szenen einräumt, oder, dass sich viele Szenen tatsächlich im  sommerlichen Tageslicht ereignen (besonders surreal: die fatale Beschwörung des Ouija-Bretts an einer Anlegestelle eines Sees unter gleißendem Sonnenschein), nicht der althergebrachten Bedrohung durch die Dunkelheit unterworfen sind. Ebenso atypisch: das herbeizitierte, herrlich verquere Medium, das mehr 80er nicht sein könnte (dennoch würde ich ihr den Vorrang vor Elise Rainier geben). Kein achtunggebietender Meilenstein des Horrorkinos, aber kapriziös. (5,5)

Der Marsianer - Rettet Mark Watney [The Martian(2015)
Ich war mal großer Ridley Scott-Fan. In Kindestagen war er de facto mein Lieblingsregisseur. In erster Linie wegen "Alien" und "Blade Runner". Die erste ernstliche Enttäuschung von ihm erlebte ich, nachdem ich "Kingdom of Heaven" im Kino gesehen hatte, auf den ich unmittelbar danach einen regelrechten Hass entwickelte (bis ich den Director's Cut zu Gesicht bekam, aber das ist eine Geschichte für sich). Dann kam "Prometheus". Dann kam "Alien: Covenant". Und dazwischen: "Der Marsianer". Die bessere Leistung in Scotts Schaffen sollte es sein (möglicherweise ist er das sogar), der Lückenbüßer zwischen seinen beiden systematisch betriebenen Zerstörungsbestrebungen des eigenen Filmmythos, der die "großen Brüder" locker ausspielen könne. Lange habe ich mich vor ihm gedrückt, jetzt weiß ich weshalb: selten habe ich eine solchermaßen spannungslose, einfallslose, ermüdend überlange Tortur durchstehen müssen (diese Königswürde geht allerdings an "Tree of Life"). Gegebenenfalls haben Technik- und Weltraumfreaks ihren Spaß an der Sache (und sei es aufgrund der Entdeckung technischer Mängel und Fehler), auf filmischer Ebene versagt "The Martian" vorne und hinten. Scott versucht nicht mal, vergleichbares wie Spannung oder Enthusiasmus zu erzeugen, der Charakter Mark Watney ist derartig blass und nichtssagend (sein aussagekräftigstes und scheinbar einziges Merkmal ist, dass er keine Disco-Musik mag), dass man niemals mit ihm und seiner ereignislosen Robinsonade mitleiden könnte. Die Hürden, die es für ihn zu überwinden gilt, nimmt er viel zu mühelos und ohne weiteren Effekt, nie merkt man, dass Watney unter den Anstrengungen leiden würde oder das er überhaupt Anstrengungen durchzustehen hätte. Selbiges gilt für die Geschehnisse und Bestrebungen auf der Erde, die zwar eine Vielzahl von anständigen Schauspielern zusammenwürfeln, jedoch zusätzlich von etwaigen Leistungen Watneys auf dem Mars ablenken, die wissenschaftliche Grundlage auf schwerfällige Erklärbärszenen für Doofe runterbrechen, die die Handlung unwillkommen in die Länge ziehen, überdies wie ein allzu offensichtlicher, kraftloser NASA-Propagandafilm anmuten. Dass ich bitte nicht falsch verstanden werde: ein Hohelied auf die Wissenschaft und die Weltraumfahrt empfinde ich als eine gute Sache! Ich kritisiere nicht, dass "The Martian" dieses anstimmt und für Technokraten was zu bieten weiß. Ich kritisiere in erster Linie Scott und seine grottenöde, abgeschmackte Inszenierung, der jedweder Verve, jedweder Sexappeal vollständig abgeht und es schier unmöglich macht, sich (auch als Laie) für diese hochinteressante Thematik zu begeistern. Scott hat sich offenbar dafür bezahlen lassen, den NASA-"Top Gun" zu drehen, dabei konsequent versagt und sei es nur beim Versuch, dessen cheesigen Spaßfaktor zu erreichen. (4,5)
Paradox - Die Parallelwelt [Paradox(2010)
Günstig produzierte Comicverfilmung, die einen drolligen Einfall ihr eigen nennt, doch diesen nicht sonderlich clever zu entwickeln versteht, derweil das Budget dem Spektakelfaktor im Weg steht. (B-Movie-Skala: 4)

Eine wie keine [She's All That(1999)
Teenie-Romanze nach Mauerblümchen-Paradigma, vermutlich die Referenz für diese Art des Teeniefilms (und deren Parodien). Insofern gibt es hier wenig Überraschungen, nichtsdestoweniger finde ich ihn redlich charmant und niedlich, Freddie Prinze Jr. und Rachael Leigh Cook sind ein entzückendes Pärchen, die Nebendarsteller machen ihre Sache überaus gut - für das, was er sein will, macht er alles richtig und drückt die richtigen Knöpfe. Was will man mehr? (7)

Jumanji: Willkommen im Dschungel [Jumanji: Welcome to the Jungle(2017)
Ohne sonderliche Erwartungen rangegangen und die wurden weder unterboten, allerdings auch nicht übertroffen. Er war genau das, was ich mir nach dem Trailer gedacht hatte (was heutzutage bereits viel wert ist): ein harmloser Fantasy-Abenteuerspaß, dessen Hauptdarsteller und deren Interaktion untereinander das größte Vergnügen bereiten, der sich nie durch eine übertrieben ausgestellte Selbstironie selbst im Weg steht, eine kurzweilige Geschichte erzählt, ordentlich als Abenteuerfilm funktioniert und sein Niveau bis zum Ende durchhält. (6)

James Bond 007 - Lizenz zum Töten [Licence to Kill(1989)

Feuerwalze [Firewalker(1986)
Noch einmal nach "Quatermain" wilderten Menahem Golan und Yoram Globus  im von Steven Spielberg qua "Indiana Jones" erschlossenen Revier des pulpigen Abenteuerfilms, nur das im Falle der Cannon Chuck Norris und Louis Gossett Jr. plus Love Interest Melody Anderson die ausgefuchsten Abenteurer auf der locker-flockigen Hatz nach einem sagenumwobenen Schatz geben. Das macht durchaus Laune, speziell Norris gefällt in dieser Spielart des faustkräftigen Schatzjägers, auf der anderen Seite fehlt es J. Lee Thompsons Spritztour in den Dschungel an Spektakulärem oder kolossal angelegtem Eye Candy, was angesichts des eingeschränkten Budgets nicht verwundert, dessen ungeachtet schmerzlich vermisst wird. Einen zusätzlichen belebenden Schub erfährt der bereits nicht hochgradig ernsthafte Film zudem durch die Rainer Brandt-artige Synchro. (B-Movie-Skala: 6)

Europa Report (2013)
Zu Found Footage allgemein: s.o. Sebastián Cordero setzt das Stilmittel vergleichsweise geschickt ein, insofern, dass er der Reise zum Jupiter in der Tat den angestrebten äußeren Eindruck von Realismus (in Grenzen) verleiht, sie nicht zu stark als Fiktion entlarvt. Die glaubwürdig als Wissenschaftler auftretenden Crewmitglieder, sowie das authentisch wirkende Raumschiff unterstützen diesen Eindruck, wie allgemein die wissenschaftliche Haltung und Neugierde des Projektes gefällt. Gleichwohl bemüht Cordero einmal mehr das Zehn kleine Negerlein-Prinzip zumindest auf spannende Weise, hält derweil das Rätselhafte der Entdeckungen, damit die erforderliche Neugierde des Zuschauers erfolgreich aufrecht. (7)

Das Parfüm der Dame in Schwarz [Il profumo della signora in nero(1974)
Gediegener, erlesen gefilmter, bis ins kleinste Detail der Kulissen und Requisiten, sogar der Schauspielführung umsichtig ausgestalteter Giallo, der nicht von ungefähr an Thriller von Roman Polanski Marke "Repulsion" oder "Rosemary's Baby" gemahnt, ebenfalls seine psychisch bedrängte Protagonistin in ein alptraumhaftes Labyrinth des Wahnsinns schmeißt, in dem sie sich, wie der Zuschauer gleichermaßen, zu verlaufen droht, dem Reich hinter den Spiegeln letztlich anheimfällt. Das ist rätselhaft, schwer durchschaubar, ihrem Blickwinkel eng versponnen entsprechend wie zwischen zwei Welten oszillierend, diese miteinander verschmelzend inszeniert. Die Frage nach der Interpretation gestaltet sich im Nachhinein aufgrund dessen schwierig, obgleich die ersten naheliegenden Gedanken zumeist die richtigen sind. (8,5)

Der Spion und sein Bruder [Grimsby(2016)
Ich denke, schaut man sich eine Komödie/Parodie von Sacha Baron Cohen an, ist von vorneherein klar, worauf man sich einlässt: derbe Gags beträchtlich unterhalb der Gürtellinie hat's reichlich... nicht zu knapp... in rauen Mengen. Wie witzig man das zu guter Letzt findet, hängt immens davon ab, mit welcher Haltung man an die Geschichte um die Familienzusammenführung der Butcher-Brüder und deren Loblied auf die ungeschliffene Grimsby-Assi-Lebensart rangeht. Das ist realiter das Herz der Geschichte und weniger die Agentenfilmparodie, die Louis Leterrier in den Actionsequenzen flott runterspult. Ich muss gestehen: gerade wegen seiner Dreistigkeit und wenigstens entschlossenen Geschmacklosigkeiten konnte ich mir das Lachen mehrfach nicht verkneifen. (6)

Human Centipede - Der menschliche Tausendfüßler [The Human Centipede (First Sequence)(2009)
Der mittelschwere Skandalfilm aus den Niederlanden. Und... naja, ich fühlte mich schon schockierter (ich sah die gekürzte deutsche Fassung, habe mich über die fehlenden Minuten nachträglich schlau gemacht - das ändert jedoch nichts an meiner Meinung). Das gesamte Konzept mitsamt Umsetzung ist in solchem Maße comichaft grotesk überzeichnet, dass sich niemals Bestürzung oder Betroffenheit einstellt. Denkbar, dass das Ziel und Absicht des ganzen war, es als Parodie oder ähnliches fungieren sollte. Wie dem auch sei: weder das eine, noch das andere erzielt eine Wirkung (bei mir). Die Idee hat "South Park" erheblich besser zu nutzen gewusst. (3)

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten [Valerian and the City of a Thousand Planets(2017)
Luc Besson ist eine wundervolle Comicverfilmung gelungen, ein visueller Leckerbissen und rauschartiger Trip durch die eponyme Stadt, ein imposantes, ausgiebig und detailliert konzipiertes Konstrukt, dass wir an der Seite Valerians und Laurelines genüsslich erkunden, stellenweise zu rasant vorbeirauschen. Design und die temporeiche Inszenierung erinnern bisweilen an die "Star Wars"-Prequels (wer mich kennt, weiß, dass das bei mir als Kompliment zu verstehen ist), willkommen angereichert um Bessons eigenwillige Vorlieben. Die Geschichte kann wenig überraschend mit der Tausendschaft verschiedenartiger auf einen niederprasselnder Eindrücke höchstens mühevoll Schritt halten, zudem muss man anmerken, dass ein bedeutender Anteil an Zuneigung zum Film davon abhängig ist, ob man Dane DeHaans Valerian erträglich findet. Ansonsten ist das einfach ein fantastisches Science-Fiction-Abenteuer, dessen Sequel ich zu gerne sehen würde. (7,5)
Australia (2008)
Baz Luhrmann wollte seiner Heimat das ihm gebührende monumentale Leinwandepos schenken, hat dafür immensen Aufwand betrieben und alle Register gezogen. Leider eifert er bei seiner Landeshymne ein wenig zu sehr bekannten Hollywoodtropen nach, wirkt nicht genügend idiosynkratisch australisch (was das auch immer sein mag, als Anti-These zu Luhrmanns Form der Romantisierung kommt mir spontan "Wake In Fright" in den Sinn), erschafft allerwenigstens einen nicht unerheblichen Genremix, vermischt groß angelegtes Melodrama, Westernmotive, Abenteuerelemente, ein Anti-Rassismus-Plädoyer, Ethnokitsch, alles arrangiert vor einem packenden geschichtlichen Hintergrund und bezaubernd anzusehenden Postkartenmotiven zu dem zusammen, was er für ein überwältigendes filmisches Nationalepos halten möchte. Die ganz riesengroßen Emotionen also, ein Echo des glorreichen Studio-Hollywoods auf australische Dimension projiziert. Luhrmann ist alles andere als ein schlechter Regisseur, das merkt man auch hier, jedoch schürft er zu tief in der Vergangenheit und kann die notwendige Megalomanie von damals nie hundert Prozent auf sein gewissermaßen nachgereichtes Epos übertragen. Klingt harscher als es gemeint ist, aber zum australischen "Vom Winde verweht" fehlt doch einiges. (6,5)

Der Blob [The Blob(1988)
Herrliche Achterbahnfahrt eines 80er-Jahre Horrortrips, der alle denkbaren Klischees und Tropen auffährt, angefangen vom beschaulichen amerikanischen Kleinstadtcharme, über den zwar rüpelhaften, dafür im Innersten herzensguten und aufrechten Außenseiter der Gesellschaft, bis hin zur verschwörerischen Regierungsorganisation, vom beeindruckend plastisch getricksten Glibber-Blob ganz zu Schweigen. Finde ich toll! (B-Movie-Skala: 8)













































17 - 6,1 (103,5)

Donnerstag, Februar 08, 2018

Nachschlag No. 34: Enter the Nachschlag Years

Mir fiel auf: zum Tom Baker-Einstand habe ich beide Version gepostet, beim armen Jon Pertwee nicht. Das muss selbstredend korrigiert werden! Darum hier: Intro-Version # 2 für Doctor #2!

Montag, Februar 05, 2018

Kurzreviews Januar/II/2018

Viel los in der zweiten Januar-Hälfte! Hiermit präsentiere ich wiederum die 18 Filme und 9 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im (vollgestopften) Monat Januar seit der letzten Liste gesehen habe:


Serien-Staffeln
Buffy - Im Bann der Dämonen [Buffy the Vampire Slayer] (Season 7) (2002-2003) (6-7,5)
The Deuce (Season 1) (2017) (8-8,5)
Doctor Who (Season 11) (1973-1974) - (6-8)
Boardwalk Empire (Season 5) (2014) - (7-8, für "Eldorado", insbesondere die letzten Minuten: 9,5)
Herkules und das Amazonenheer [Hercules and the Amazon Women(1994) - (6)
The Orville (Season 1) (2017) - (6,5-8+)
Magnum [Magnum, P.I.(Season 8) (1987-1988) - (6-7,5)
Marvel's Daredevil [Daredevil(Season 1) (2015) - (8-8,5)
Hercules und der flammende Ring [Hercules: The Legendary Journeys - Hercules and the Circle of Fire(1994) - (6,5+)

Filme
Die Abenteuer des Rabbi Jacob [Les aventures de Rabbi Jacob(1973)
Hach, die schönen Kindheitserinnerungen. Damals haben wir den Louis de Funès-Klassiker rauf und runter geguckt, bis unsere VHS ausgeleiert war (besonders Highlight: die Kaugummi-Fabrik!). Erwartet aus diesem Grunde keine Objektivität von mir. Auch heute noch bereitet "Rabbi Jacob" als flotte Verwechslungskomödie jede Menge Freude, selbst wenn man sich womöglich nicht mehr vor Lachen kugelt wie in Kindertagen. Das er nachgerade nebenbei für Völkerverständigung und die Überwindung von Hass eintritt, kann man ihm überdies anrechnen. (Mit Kindheitsnostalgiebonus: 7,5)

Riddick - Chroniken eines Kriegers [The Chronicles of Riddick(2004)
Ich gebe es geradeheraus zu: ich habe eine Schwäche für Riddick, den Space-Conan. Freilich gehört eine gehörige Portion suspension of disbelief dazu, um am "Pitch Black"-Sequel nicht an allerlei Ungereimtheiten, logischen Freiheiten und künstlerischen Fragezeichen rumzunagen. Andererseits handelt es sich hierbei um chic designte (ich weiß, Geschmackssache) Sci-Fi-Fantasy in einem ansprechenden Setting/Universum (ich weiß... Geschmackssache!), die gerade aufgrund ihrer stellenweisen Blödheit zu gefallen weiß. Im Klartext: es fühlt sich von vorn bis hinten wie ein Groschen-Heftchen oder ein älteres Sci-Fi-Comicwerk an - und sowas mag ich einfach. Hinzu kommt: ja, ich finde, Riddick ist eine coole Sau (was daran cool ist, darf ruhig zur Diskussion gestellt werden). Und das ihm hier erlaubt wird Schwäche bzw. sogar Menschlichkeit zu zeigen, macht ihn in meinen Augen umso cooler. (7)

Blueberry und der Fluch der Dämonen [Blueberry(2004)
Na schön, wenn man selbst LSD eingeworfen hat, ist das bestimmt ein ganz, ganz doller Western. Wäre ja durchaus in Ordnung, würde er sich nicht derart angestrengt künstlerisch geben, fehlende Substanz oder die Alternative zu einer herkömmlichen Erzählstruktur durch mystisch-konfusen Firlefanz zu verbrämen versuchen. Sinetmal sich dieser psychedelische Schamanismus-Trip in erster Linie zieht wie Kaugummi, einem beinahe zwei Stunden induzierten Drogenrausch abverlangt, ohne eine Verbindung zum Zuschauer aufzubauen oder eine emotionale Resonanz zu erzeugen. (2,5)

Shadow und der Fluch des Khan [The Shadow(1994)

Get Out (1973)
Den Finger in Amerikas nach wie vor schwelende Wunde des Rassismus zu legen, als Basis für einen Horrorfilm zu nehmen, ist nicht bloß naheliegend, sondern, angesichts des sozialen Unfriedens, regelrecht zwingend. Und in der ersten Hälfte gelingt es Jordan Peele ganz ausgezeichnet, die Kluft zwischen Schwarz und Weiß, die merkwürdige Stimmung des gesellschaftlichen Miteinanders, das mehr den Anschein eines brenzligen Waffenstillstandes als den einer friedlichen Koexistenz erweckt, die verhohlenen Ressentiments und gehegten Rassenklischees, kurz: den unausgesprochenen Rassismus aus der Perspektive Daniel Kaluuyas zu vermitteln. Zu Gänze vermag er das nicht in die zweite Hälfte hinüberretten, wo er dieses unangenehme, befremdliche Gefühl, abschätzig, sogar missbilligend betrachtet zu werden, für einen Science-Fiction-artigen Körpertausch-Plot eintauscht, der damit wenig zu tun hat. Der gute Ansatz bleibt. Die Oscarnominierungen: maßlos übertrieben(7)
Annabelle (2014)
Kreuzödes Spin-off zu "The Conjuring", schlechterweise ohne James Wan auf dem Regieposten. An seiner statt darf John R. Leonetti, Urheber solcher ulkigen Machwerke wie "Mortal Kombat 2 - Annihilation", einen beispiellos muffigen Puppenhorror, eigentlich Geisterhorror (die zugegebenermaßen gräuliche Puppe bewegt die gesamte Laufzeit über nicht ein Härchen aus eigener Kraft) ohne Spannung oder liebzugewinnende Charaktere fabrizieren, eine nichtssagende Aneinanderreihung von schlecht umgesetzten, dürftig geschauspielerten, unzulänglich verknüpften Szenen, die jeden Grusel vermissen lassen. (2)

Annabelle 2 [Annabelle: Creation(2017)
Eigentlich wollte ich nach dem faden "Annabelle" keine weitere Aufmerksamkeit an die "Conjuring"-Spin-offs verschwenden. Dass David F. Sandberg, der seinerzeit mit "Lights Out" keinen großartigen, allerwenigstens einen soliden Horrorfilm gedreht hatte, der ein Händchen für Gruselstoffe erkennen lies, Regie führte, weckte dann doch meine unwesentliche Neugierde, ließ mich dem Sequel zumindest eine minimale Chance einräumen. Und siehe da: ich bin baff! Nach der Ausgeburt an mangelhaft inszenierter Langeweile, die den Erstling ausmachte, war ich nicht darauf eingestellt, einen derart stimmungsvollen Grusler vorgesetzt zu bekommen. Die Protagonisten haben Kontur und sind sympathisch genug, dass man in Gefahrenzeiten um sie zittert, der Schauplatz bietet hinlänglich genügend finstere Ecken voller unheilverkündender Schatten, in denen eine schmerzvolle Vergangenheit lauert, und Sandberg hat die unheimlichen Szenen um Welten besser im Griff als John R. Leonetti, gibt ihnen genügen Vorlauf, Spannung und verdient sich seine Schrecken jedes Mal. Erst gegen Ende machen sich leichte Schwächen bemerkbar. Schauerlicher, aufregender und besser geschauspielert, kurz: der bessere Film. Hätte ich nicht mit gerechnet. (7,5)

Life (2017)
Wurde mir seinerzeit von allen Seite als die bessere Alternative zu Ridley Scotts schäbigen Mythoszerstörung namens "Prometheus" bzw. "Alien: Covenant" wärmstens ans Herz gelegt. Nun gehört nicht viel dazu, besagte Rohrkrepierer auszustechen, doch selbst im Angesicht dessen macht Daniel Espinosa einen anständigen Job. Klar, die altbekannte gnadenlose Hetzjagd, die hier ein besonders fieses, zähes Exemplar von einem Marsianer auf die Crew der ISS eröffnet, sie klassisch nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip peu à peu dezimiert, ist weder neu, noch innovativ. Im Wissen darum drückt Espinosa von vornherein auf die Tube, setzt ein Tempo an, das weder Protagonisten, noch Zuschauern Zeit zum Nachdenken gönnt (was dem Film hinderlich wäre) und hält die Beschleunigung bis zum bitteren Ende durch. Somit gestaltet sich der schweißtreibende Kampf gegen den außerirdischen Eindringling straight, reißerisch, dynamisch (eindrucksvoll: die Schwerelosigkeit evozierende Kameraarbeit) - was tausendmal mehr ist, als Scott zu bieten hatte. (6,5)

Drive Angry - Fahr zur Hölle [Drive Angry(2011)

Sternenkrieger - Survivor [Survivor(2014)
Für einen Crowdfunding-B-Sci-Fi-Endzeit-Survival-Film (boah, was eine speziell definiertes Subgenre...) in Ordnung, brauchbar fotografiert, genügend Action und Danielle Chuchran ist hübsch anzuschauen, überdies manierlich in der Hauptrolle als Kampfamazone. (B-Movie-Skala: 5)

Yukon [Death Hunt(1981)
Denke ich an "Death Hunt", denke ich oft an eine bessere Version von "The Revenant" (was miteinschließt, Charles Bronson den Vorzug gegenüber Leonardo DiCaprio zu geben). Das ist mutmaßlich den thematischen Überschneidungen geschuldet: ein Überlebenskampf vor einer rauen Naturkulisse, die hier wie dort eine besondere Rolle spielt und dementsprechend von der Kamera festgehalten wird, das Streben eines Individuums, hier ist es die persönliche Freiheit, gegenüber unmöglichen Bedingungen. Zu Bronson gesellt sich Lee Marvin, ein Gleichgesinnter, der unglücklicherweise von den Umständen und wider besseres Wissen zur Jagd auf ersteren gezwungen wird, obgleich sie sich charakterlich gleichen, elementare moralische Prinzipien vertreten, sich von ihrer Erfahrung mit Mensch und Umwelt leiten lassen - zudem scheinen sich beide mit dem Rücken zur Wand auf der Flucht oder wenigstens auf dem Rückzug vor einer vorrückenden Moderne zu sein, die Kompromisse, einen Modus vivendi verlangt, welcher ihrem Lebensweg zuwiderläuft. Das zeichnet "Death Hunt" jenseits der obendrein spannenden Menschenjagd aus. (8)
Dirty Harry (1971)
Ich glaube, über "Dirty Harry" bleibt nicht viel zu sagen. Ein Meilenstein des Polizeifilms, ein brillanter Thriller, eine hervorragend entworfene Charakterstudie, ein Zeugnis von Don Siegels Schaffen als exzellenter Filmschaffender. (9)

Fifty Shades of Black - Gefährliche Hiebe [Fifty Shades of Black(2016)
Antriebslose, sich grob an den Stationen des Ursprungsmaterial entlanghangelnde, um Leftover-Gags von "Scary Movie" ergänzte Parodie, deren herausstechenste Leistung darstellt, die Langeweile des Originals zu reproduzieren. (1,5)

Das Kabinett des Schreckens [The Funhouse(1981)
Es muss schwer gewesen sein für Tobe Hooper (R.I.P.), dass er qua "Texas Chainsaw Massacre" bereits zu einem frühen Zeitpunkt in seinem Œuvre sein Opus Magnum abgeliefert hatte; dass sich seine folgenden Werke stets an diesem hatten messen lassen müssen - und dass er zwangsläufig an solchen Erwartungen scheitern musste. "The Funhouse" ist kein zweites "Blutgericht in Texas", nichtsdestotrotz ein adäquater kleinformatiger Slasher, der zuvorderst durch die eingefangene Jahrmarktsatmosphäre punktet, die Hooper wunderbar wiedergibt, darin regelrecht schwelgt, bevor er sich ans muntere Morden begibt, wobei er seinen Charakteren auffällig viel Spielraum einräumt, den Bodycount und die Zurschaustellung von Gewalttätigkeit überschaubar belässt. Kein zügiges Gemetzel also, sondern eine behutsam aufgebaute Terrorshow - darin gleich er wiederum Hoopers Meisterwerk. (6,5)

Alle Mörder sind schon da [Clue(1985)
Kurioserweise schien jemand Potenzial in der Verfilmung des Brettspiels "Cluedo" gesehen zu haben. Gottlob übergab dieser jemand u.a. John Landis das Drehbuch und versammelt eine gut aufgelegte Darstellerriege, angeführt vom unübertroffenen Tim Curry. Das Ergebnis: reiner Schalk, ein augenzwinkernder Whodunit-Krimi, der sich über seine eigenen Mechanismen ebenso amüsiert, wie über seine Herkunft aus der Spielesammlung. Macht Spaß, tut keinem weh. (6,5)
Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel [Ouija(2014)
Okkulter Hokuspokus aus der Mottenkiste gepaart mit Teenie-Panik, geringfügig kompetenter als "Annabelle". Immerhin: zwei schmerzhaften Abgänge. (3,5)

Ouija - Ursprung des Bösen [Ouija: Origin of Evil(2016)
Teilt sich kurioserweise einige Parallelen mit "Annabelle: Creation": ein Nachfolger, aber ein Prequel; ein Regisseur, der zuvor durch einen Geheimtipp oder Achtungserfolg aufgefallen war; die Fokussierung auf die Charaktere und ihr Schicksal, verquickt mit einer finsteren Vergangenheit; ein sakrischer Gegenstand als Katalysator; in beiden spielt Lulu Wilson mit; und zu guter Letzt: er übertrifft den Vorgänger mühelos. Da die Familie Zander im Mittelpunkt steht, nimmt sich Mike Flanagan ausgiebig Zeit, diese drei dem Zuschauer näherzubringen, setzt ihr Verhängnis insbesondere in der ersten Hälfte als seichtes Drama in Szene, bevor er sukzessive intensiviert das lauernde Grauen über sie hereinbrechen lässt. Demnach braucht es seine Zeit, bevor er tatsächlich Gruselterrain betritt, dann jedoch bestimmt und schaurig. (7)

The Sword and the Sorcerer 2 [Tales of an Ancient Empire(2010)
Wie ich zu "Nemesis" sagte: Albert Pyun hat im Laufe seiner Karriere genügend Schrott fabriziert. Sein Fantasy-Abenteuer "The Sword and the Sorcerer" auf der anderen Seite zählt der Verlautbarung nach (eine Sichtung steht noch aus) zu seinen besten Arbeiten. Fast 30 Jahre später (!) entschloss er sich kurzum zur Fortsetzung seines Geheimtipps - leider musste er dafür unter Produktions- und finanziellen Bedingungen zu Werke gehen, die ein Gelingen unmöglich machten: "Tales of an Ancient Empire" ist ein haarsträubend inkohärentes Konstrukt, ein Bausatz aus billig produzierten, fragmentarischen Versatzstücken, deren Zusammenhalt im Schneideraum nicht gewährleistet werden konnte. Es gibt kaum einen nachvollziehbaren roten Faden in der Geschichte, sie springt hin und her, führt neue Charaktere ein, ohne je auch nur einem genügend Profil oder gar Wiedererkennungswert zuzubilligen, an Stellen, die aus dem einen oder anderen Grund nie vernünftig realisiert werden konnten, übernimmt kurzerhand eine Erzählerin, die von Geschehnissen berichtet, die in totgefilterten, zusammenhanglosen Szenen oder schlicht mit Zeichnungen (!) dargestellt werden. Das Schicksal eines torsohaften Endergebnis teilt sich "Tales of an Ancient Empire" mit "Phantasm IV", bei beiden macht sich bemerkbar, dass die Macher Ideen hatten, es ihnen jedoch verwehrt bliebt, diese akzeptabel umzusetzen. So ist das eben. (2)
















































18 - 5,7 (103,0)

Montag, Januar 22, 2018

Fuck 2017

2017 war ein echtes Scheißjahr. Nur Todesfälle, Krankenhausbesuche und Trennungen. Heute ist meine geliebte Oma gestorben. Damit hat 2017 noch ins Jahr 2018 nach mir gespuckt. Ich hoffe, das Jahr des Hundes wird besser als das schreckliche Jahr des Hahnes.

Sonntag, Januar 21, 2018