Dienstag, März 21, 2017

Kurzreviews März/I/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 7 Filme und 5 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat März gesehen habe:


Serien-Staffeln
Fanny und Alexander (TV-Langfassung) (1982) - (8-9)
Doctor Who (Series 9) (2015) - (7-9)
Doctor Who: The Husbands of River Song (2015) - (7,5)
Shaun das Schaf [Shaun the Sheep] (Season 5) (2016) - (8-9)
Geschichten aus der Gruft [Tales from the Crypt] (Season 6) (1994-1995) - (6-7,5)

Filme
Ghosts of Mars (2001)
Oder: "Assault on Precinct 13" auf dem Mars. John Carpenter schimmert an allen Stellen durch, insbesondere beim Aufbau der Atmosphäre zu Beginn oder wenn das Team den Schauplatz erkundet, insgesamt leidet der Film jedoch an seinem mageren Budget und mauem, spannungsarmen Drehbuch. Er macht ein bisschen Spaß, zumindest mir, dass Carpenter langsam vom Filmemachen nach Studiobedingungen die Schnauze voll hatte, merkt man hingegen deutlich. (B-Movie-Skala: 6)

L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn [Weird Science] (1985)
Mit einem gehörigen Schuss Sci-Fi-Fantasy (mehr Fantasy als Sci-Fi) präsentiert uns John Hughes eine sexy Frankensteinversion, wenn die Nöte und Träume zweier Teenie-Außenseiter zur fleischgewordenen Manifestation ihres pubertären Sehnens und Begehrens werden. Anthony Michael Hall und Ilan Mitchell-Smith beschwören, den 80ern gemäß stilecht mit Hilfe von "modernster" Technik, ihren persönlichen sexy kessen Flaschengeist (oder in Kelly LeBrocks eigenen Worten: "Mary Poppins with breasts") herauf, die ihnen fortan beim Erwachsenwerden und Überwinden von Problemen und bei Konfrontation mit unliebsamen Zeitgenossen den Weg weist (köstlich: Bill Paxton (R.I.P.)), kulminierend in einer gewaltigen, hausverwüstenden Party, auf der die beiden schlussendlich und selbstverständlich lernen müssen, dass sie die Hürden des Lebens ohne die Hilfe eines freundlichen Djinns zu nehmen haben. Und das ist wie immer bei John Hughes ein sympathisches und höchst unterhaltsames Vergnügen, zumal seine temporeichste Komödie. (7,5)

Breakfast Club - Der Frühstücksclub [The Breakfast Club] (1985)
Für viele wahrscheinlich John Hughes Magnum Opus, das auf staunenswerte Art und Weise auf dem schmalen Grat zwischen dated und unvermindert aktuell wandert, ein filmisches Spiegelbild einer ganzen Generation zeichnet und sie konsequent zu Wort kommen lässt, einen Dialog untereinander und Offenlegung des Innersten der High School-Kasten ermöglicht, wie ihn einzig ein fiktive Erweiterung der Realität wie das Medium Film zulässt. Zusammen mit den grandiosen Schauspielleistungen aller Beteiligten ein ganz tolles Erlebnis, selbst für jemanden, der sich nicht zu dieser Generation zählt. (8)

Wartezimmer zum Jenseits (1964)

Gehört nominell natürlich nicht zur Edgar Wallace-Reihe, weist indes einige, vermutlich absichtlich in Kauf genommene Parallelen auf. Auch er zeichnet sich letztlich dadurch aus, eine andere, weniger komödiantische und ostentativ selbstbewusste Haltung einzunehmen, ist ernster und hat besonders in der zweite Hälfte einen deutlich Einschlag zum Film Noir mit Hildegard Knef als Femme fatale und zur James Bond-Reihe. Das hebt ihn willkommen vom üblichen Wallace-Einerlei ab, sintemal er einen spannenden Beitrag zur Welle der Gruselkrimis darstellt. (7)

Das darf man nur als Erwachsene [Sixteen Candles] (1984)
John Hughes erste Regie-Arbeit
, wer hätte das gedacht, nimmt sich seinem Lieblingsthema an: den Nöten und Ängsten der 80er Teenies. Bereits hier mit ausgefeiltem Wortwitz und der grundlegenden Tendenz, seine Protagonisten und ihre Lage ernst zu nehmen, sie jedoch mit einer beschwingten Leichtigkeit zu behandeln. Molly Ringwald und Anthony Michael Hall, zwischen denen der Fokus der Handlung oszilliert, brillieren schon hier in ihren respektiven Rollen und leisten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag, uns die Charaktere näher zu bringen. Ein wunderbarer, schöner Film. (7,5)

Pretty in Pink (1986)

Diesmal lieferte John Hughes bloß das Drehbuch, konzentriert sich darin auf den sozialen Unterschied zwischen den Teens. Immer noch ein schönes Erlebnis, Hughes Gespür für seine Protagonisten sei Dank, nichtdestotrotz ein bisschen "Sixteen Candles" light, vielleicht, weil das Drehbuch nicht an die stärksten Momente von Hughes anschließen kann. (7)

Grabbers (2012)

Was auf dem Papier nach dem Versuch klingt, Kultprodukten wie Edgar Wrights "Cornetto-Trilogie" nachzueifern, funktioniert tatsächlich weitestgehend als eigenständige Sci-Fi-Komödie, die bei einem talentierterem Regisseur und Drehbuchautor vielleicht hätte mehr werden können. Zumindest heischt man hier nicht nach billigen Lachern oder Besoffenenwitzeleien, die Charaktere sind grundlegende glaubhaft und in der Regel sympathisch (Bonus für Lalor Roddy), geben das Bild einer schrullig-liebenswerten Inselgemeinschaft gut wieder, die mehr zu thematisieren dem Film wahrscheinlich gut getan hätte. Wie es ist, fällt der Kampf gegen den Außerirdischen Organismus ein wenig unspektakulär und unentschlossen aus, bietet allerwenigstens gute Darsteller, schöne Landschaftsaufnahmen und ordentliche Effekte. Für mehr als nett reicht es allerdings nicht. (6)















 
7 - 7,0 (49,0)

Freitag, März 03, 2017

Kurzreviews Februar/2017

Hiermit präsentiere ich (abermals etwas später, wegen der bereits verspäteten Januarliste) wiederrum die 11 Filme und 22 Serienstaffeln/-specials (ganz besonders Serienstaffeln, bzw. "Doctor Who"-Staffeln und -Specials...) (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Februar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who: The Next Doctor (2008) - (7)
Doctor Who: Planet of the Dead (2009) - (6,5)
Doctor Who: The Waters of Mars (2009) - (8)
Doctor Who: The End of Time (2009/2010) - (9)
Doctor Who (Series 5) (2010) - (7-7,5)
Doctor Who: A Christmas Carol (2010) - (9,5)
Doctor Who (Series 6) (2011) - (7-8,5)
Doctor Who: The Doctor, the Widow and the Wardrobe (2011) - (6,5)
Doctor Who: The Snowmen (2012) - (7+)
Doctor Who (Series 7) (2012-2013) - (8-9)
Doctor Who: The Day of the Doctor (2013) - (9)
Doctor Who: The Time of the Doctor (2013) - (7)
Doctor Who (Series 8) (2014) - (8-8,5+)
Doctor Who: Last Christmas (2014) - (7)
Doctor Who (Season 1) (1963-1964) - (6,5-8)
Geschichten aus der Gruft [Tales from the Crypt] (Season 3) (1991) - (6,5-7+)
Geschichten aus der Gruft [Tales from the Crypt] (Season 4-5) (1992-1993) - (6,5-7,5)
Die Abenteuer des Brisco County jr. [The Adventures of Brisco County Jr.] (1993-1994) - (7-7,5)
Shaun das Schaf [Shaun the Sheep] (Season 2) (2009-2010) - (8-9)
Shaun das Schaf [Shaun the Sheep] (Season 3) (2013) - (8-8,5+)
Boardwalk Empire (Season 1) (2010) - (6,5-7,5+)

Filme
Eine für Vier [The Sisterhood of the Traveling Pants] (2005)
Ziemlicher Mädchenfilm, im Grunde genommen bin ich also das falsche Publikum. Warum ich den dann geguckt habe? Fragt nicht. Ganz nett, durch die vier grundsätzlich verschiedenen Freundinnen vielfältig, teils klischeebelastet, viel Herzschmerz, identitätsstiftendes Außenseitertum, Teenagernöte, doch nie zu unerträglich. (6)

Jagd auf den BTK Killer [The Hunt for the BTK Killer] (2005)
Rekonstruktion auf TV-Niveau, brav geradlinig erzählt ohne spannende oder dramatische Höhepunkte, unspektakulär, blutarm, stets zwei Schritte von der Innenansicht des Täters entfernt. (5)

Transamerica (2005)
Ein besonnener, tragikomischer Road Trip und Elternteil-Sohn-Konflikt, rund um die eingeschlagenen Wege der Protagonisten, die sie hadern und straucheln, letztlich an ihren Entscheidungen reifen lassen, als ob es kein richtig und kein falsch daran gäbe, nicht triumphierend, aber weiser. Sehr, sehr menschlich und offenherzig. (7)

Der Schwarze Abt (1963)
End-, end-, endlich wieder Edgar Wallace! Nicht unbedingt der Höhepunkt der Reihe, obgleich er viele reihentypische Merkmale aufweist, geradezu Wallace-klassisch der Form nach daher kommt. Leider bilden die Versatzstück kein harmonisches Ganzes, wirken nicht ganz zu Ende gedacht, zu fragmentiert. Eine Blaupause für die Reihe. (5,5)

Nackte Jugend [青春残酷物語 Seishun zankoku monogatari (Cruel Story of Youth)] (1960)
Ôshima Nagisas pessimistisches Bild der japanischen Jugend zwischen Existenzsuche und Sturz in den Abgrund ist vor allem zutiefst schwermütig und das für meinen Geschmack überzogen, ausschlaggebend in den Momenten, wenn die dicke, dicke Moralkeule geschwungen wird. Dazu passend: das ebenfalls zu düster-dramatische geratene Ende. (6)

Blood Feast (1963)
Machen wir uns nichts vor: niemand guckt Filme von Herschell Gordon Lewis, dem "Godfather of Gore", irgendwelcher film-ästhetischer oder künstlerischen Werte wegen (natürlich abhängig von der persönliche Defintion dieser Begriffe...). Entweder sucht man sein Vergnügen im sympathish-trashigen Billig-Charme der Produktionen, insbesondere bei den dilettantischen Darstellern, oder in dem, wofür der Mann berühmt geworden ist: den Splatter- und Goreeffekten. Da "Blood Feast" die vermutliche erste Ausgabe eines Splatterfilms überhaupt ist, fallen die hier vorkommenden spärlichen Beispiele nicht außerordentlich imposant aus, zumindest aus heutiger Sicht. Die Geschichte um den wahnsinnigen, ägyptischen Besitzer eines Catering-Dienstes, der zu Ehren der Göttin Ishtar junge Frauen blutig niedermetzelt und zerlegt, um sie schlussendlich auf dem eponymen Blutfestschmauss zu servieren, hat jedenfalls was für sich. (B-Movie-Skala: 6,5)

Das Indische Tuch (1963)
Ein Edgar Wallace mit starkem Whodunit-Einschlag, demzufolge kräftig das Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip bemüht wird. In Wahrheit gerät die Tätersuche jedoch zur Nebensache, viel vergnüglicher ist es, den Darstellern und ihren schrägen Charakteren bei der Interaktion zuzusehen, da der Film voller Verrückheiten ist, etwa Hans Clarins Klavierübungen vor einem ausgestopften Pferd oder Klaus Kinskis verquere Obsession mit dem Hausbutler Ady Berber, dem er eine Vielzahl künstlerischer Huldigungen widmet. Ein spaßiger Schabernack. (7)

Zimmer 13 (1964)
Zur Abwechslung wieder mal ein waschechter Gangsterfilm ohne übermäßige Gruseleinlagen, zudem mit einem spürbar angehobenen Gewaltgrad (deswegen und aufgrund hie und da auttauchender nackter Tatsachen im Kino seinerzeit sogar der erste Edgar Wallace mit 18er-Freigabe) und Joachim Fuchsberger auf Bond-Kurs, inklusive Eddi Arent als Pseudo-Q. Nicht mein Liebling, hat aber einprägsame Wesenszüge. (6,5)

Der Hexer (1964)
Ein Stelldichein der Edgar Wallace-Ermittler, von Joachim Fuchsberger, über Heinz Drache bis Siegfried Lowitz, Eddi Arent und Siegfried Schürenberg dürfen selbstredend nicht fehlen (einzig Klaus Kinski fehlt). Vielleicht ist es deswegen mitunter der bekannteste (und beliebteste?) Wallace, obschon er bis auf die vielen bekannten Gesichter und das Rätselraten um die Identität des Hexer nur inhaltlich nur wenig zu bieten weiß, mehr einem gefälligen Spiel mit den Zuschauererwartungen gleichkommt. (6,5)

Gruft mit dem Rätselschloss (1964)
Ein etwas wirres und schwer überschaubares Krimistück, das, bis auf das Finale, das einen unerwarteten Twist und einige brutale Morde durch einen Mühlstein sein eigen nennt, aus dem Edgar Wallace-Mittelfeld nicht sonderlich heraussticht. (6)

Das Verrätertor (1964)
Eine weitere deutsch-britische Koproduktion, die sich relativ weit von der Reihe distinguiert, da sie gänzlich auf Gruselbestandteile verzichtet, die Arbeit der Verbrecher in den Mittelpunkt rückt, dadurch streckenweise mehr Ähnlichkeit mit einem Heist-Film als mit einem Edgar Wallace-Krimi aufweist, im Ton deutlich ernster geraten ist, abgesehen von Eddi Arents tölpelhaften Touristen, der ziemlich deplatziert wirkt. Das größte Manko ist das Fehlen eines Helden, der einen durch die Geschichte führt, weder Arent, noch Gary Raymond taugen hierfür. Ansonsten gefällt er gerade wegen seiner Andersartigkeit. (6,5)












































11 - 6,2 (68,5)

Samstag, Februar 25, 2017

Kurzreviews Januar/2017

Ja, ja, von wegen 15. Februrar, ich faule Sau. Trotzdem noch eine kleine ergänzende Bemerkung zu den Titel: sollten der deutsche Titel und der Originaltitel identisch sein, entfällt die zusätzlich Nennung in Klammern

Jetzt aber ohne weitere Verzögerungen präsentiere ich wiederrum die 10 Filme und 12 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Januar gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Series 1) (2005) - (7,5-8,5)
Doctor Who: The Christmas Invasion (2005) - (6,5)
Doctor Who (Series 2) (2006) - (7-8,5+)
Doctor Who: The Runaway Bride (2006) - (7+)
Doctor Who (Series 3) (2007) - (7,5-9)
Doctor Who: Voyage of the Damned (2007) - (7,5+)
Doctor Who (Series 4) (2008) - (8-9,5)
The Sarah Jane Adventures: Invasion of the Bane (2007) - (6)
Geschichten aus der Gruft [Tales from the Crypt] (Season 1-2) (1989-1990) - (6-7+)
Shaun das Schaf [Shaun the Sheep] (Season 1) (2007) - (8-9)
The Pacific (2010) - (6,5-8,5)

Filme
Die Addams Family in verrückter Tradition [Addams Family Values] (1993)
Gefällt mir schlussendlich sogar einen Schuss besser, allein wegen des alptraumhaften Feriencamps, dass dankbarerweise Christina Ricci mehr Raum zur Entfaltung gibt. Nicht zu vergessen: die glänzende, spielfreudige Schauspielriege, ergänzt um die innbrünstig manische Joan Cusack. Herrlich! (7,5)

Shaun das Schaf - Der Film [Shaun the Sheep Movie] (2015)

Das Verlorene Wochenende [The Lost Weekend] (1945)
Billy Wilders oscarprämiertes Alkoholiker-Drama, anfangs in seiner Regie zurückgenommen, um seinen Hauptdarsteller Ray Milland in den Vordergrund zu stellen, eine schwierig zu schluckende Darbietung zwischen charmant und unerträglichem Arschloch, das alles in seiner Macht tut, die Leute, die ihm zur Seite stehen wollen, zu hintergehen und betrügen. Sobald Milland zusehends tiefer in den ihn niederreißenden Sog gerät, bis er am Rande der Selbstzerstörung steht, tritt Wilders Geschick deutlicher zu Tage, er gibt seinen Protagonisten einem alptraumhaftem Martyrium anheim, das zunehmend einen glücklichen Ausgang undenkbar macht. In all diesem gibt der Film nicht ausschließlich die Leseweise alkoholkranker Verzweiflung her, sondern einer Sinn- und Existenzkrise an sich, aus der der Alkoholismus als tragisches, destruktives Symptom hervortritt. Ein komplexer, wichtiger, hervorragend gespielter, gewiss jedoch kein leichter Beitrag. (9)

Blues Brothers [The Blues Brothers] (1980)
Die Blues Brothers als Phänomen zu erfassen - kein leichtes Unterfangen. Der wilde Mix aus teils absurder Komödie, Road-Trip, Musik- und Actionfilm verwehrt sich jeden einseitigen Regelsetzungen und Genre-Grenzen, lässt sich nicht beengen oder simpel kategorisieren, breitet sich rotzfrech über alles aus, was er in die Finger kriegen kann. Aber bei Gott, es ist ein unmöglich zu kopierendes, unerreichtes Erlebnis, das vor Energie, Lust und Laune strotzt, grandiose Musikeinlagen mit legendären Cameos verbindet, sich ganz und gar dem Irrwitz hingibt und somit zur Legende reift. (8,5)

House (1986)
aka "House I - Das Horror-Haus". So sähe es wohl aus, hätte Sam Raimi zu "Evil Dead II"-Zeiten "The Amityville Horror" verfilmt. Steve Miner schlägt jedenfalls mit diesem schrägen, fantasievollen Geisterhaushorror eine ähnlich derb-groteske Richtung ein, kombiniert schöne handgemachte Effekte und die Geschichte eines Vietnamveteranen, der neben seinem Kriegstrauma das Verschwinden seines Sohnes überwinden muss, zu einem fachgerechten Horrorcocktail, der gänzlich dem Geiste der 80er-Jahre entsprungen ist. Ein kurioses Abenteuer, wenn auch nur bedingt gruselig. (7)

Das Böse [Phantasm] (1979)
Ich muss von Vorneherein klar stellen, dass ich kein großer Fan der Reihe bin und noch nie war. Zumindest steckt hinter dem ersten Teil ein Potenzial bietendes Konzept: die Verarbeitung von Tod, Verlust und Verlustängsten aus der Sicht eines Teenagers nektiert Don Coscarelli nicht unklug mit Horror und dosiertem Science Fiction, konfrontiert sein Publikum über die unmittelbarste Schnittstelle zwischen Tod und Leben, dem Friedhof und dem Leichenbestatter, die auf einen sich in der Entwicklung befindenden Menschen, zumal selbst vom Tod der Eltern belastet, zwangsläufig eine konfliktnährende Faszination ausüben müssen. Die vielen bizarren Einfälle und die alles durchziehend hypnotische Unruhe haben letztlich ihren Reiz, die Reihe ist reich an unverkennbaren ikonischen Komponenten, für mich hat das ganze hingegen nie hundertprozentig harmoniert, der harte Schnitt, der wechselhafte emotionale Ton und die Charaktere überzeugen mich bis heute nicht, alles wirkt wie eine reichhaltige Idee, die schwer in Bilder und Worten zu fassen ist, möglicherweise zu schwer. Übrigens: die Origin-Story der Jawas! (6,5)

Das Böse II [Phantasm II] (1988)
Unter der Ägide von Universal folgte fast zehn Jahre später das Sequel, eine merklich geradlinigere, actionorientierte, weniger ambivalente Angelegenheit mit Zugeständnissen an das Studio, wie ein ausgetauschter Hauptdarsteller und ein weiblicher Love Interest. Daher dürfte der zweite Teil den Zugänglichsten der Reihe darstellen, obwohl Don Coscarelli an der fremdartigen, surrealen Atmosphäre des Erstlings erfolgreich festhält. (6)

Das Böse III [Phantasm III - Lord of the Dead] (1994)
Für den dritten versammelte Don Coscarelli im Wesentlichen das Team des Erstlings, holte zuvörderst A. Michael Baldwin zurück ins Boot, landete jedoch gleichzeitig im Bereich des 90er-Jahre Horror-Trashs, mit abstrusem Charakteren und einer eher absonderlichen Vertiefung der Mythologie. Trashig Unterhaltsam. (B-Movie-Skala: 6)

Blind Woman's Curse [怪談昇り竜 Kaidan nobori ryû] (1970)
Ishii Teruos Film ist in erster Linie ein visuell bestechender Genuss in prächtigen Farben, schicken Kulissen und ansprechend gefilmt, die Geschichte um verfeindete Yakuza-Clans hingegen zwar voller bunter Vögel, aber auch wirr und unübersichtlich, schwankend im Ton zwischen ernst, pathetisch, amüsiert und surreal, am Rande ergänzt um ein wenig Rachethematik (mit Kaji Meiko zur Abwechslung am anderen Ende des Spektrums) und dezente Horrorelemente. (6,5)

Das Böse IV [Phantasm IV: Oblivion] (1998)
Den vierten zu bewerten muss gezwungenermaßen unfair ausfallen, die Produktion hatte schwer mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen und konnte mit Sicherheit nicht mal die Hälfte von dem umsetzen, was Don Coscarelli im Sinn hatte. Herausgekommen ist ein zusammengeschustertes, unnötig verkompliziertes, unsinniges Werk, voller unvollständiger Ansätze, unzähliger neuer Fragen, ohne eine Lösung zu bieten oder zufriedenzustellen. (3)


























10 - 6,8 (68,0)

Mittwoch, Februar 01, 2017

Kurzreviews Dezember/2016

Oh weh, das nenne ich eine üble Verspätung. Weihnachten war stressig, alles, was mich nebenbei noch beschäftigte nicht minder, weswegen ich erst heute dazu gekommen bin, die Reviewliste für Dezember fertigzustellen - im Februar. Ja, ja, ja, ich weiß was sie jetzt denken: so lange, wie ich für diese Liste gebraucht habe, lassen die meisten Leute ihren Weihnachtsbaum nicht stehen (außer meiner Patentante und das ist kein schlechter Witz, sondern die Wahrheit), immerhin ist die letzte Liste von wann, November? Und bereits diese war kam am 7. Dezember mit einer Woche Verspätung. Nichtsdestotrotz habe ich es endlich fertiggebracht, die Dezemberausgabe zu Ende zu bringen und möchte sie gerne veröffentlichen, um das wahrhaft schreckliche Jahr 2016 end-, end-, endlich hinter mich zu bringen und abzuschießen, meine -zuschließen.
Da ich mich wenig um meinen Blog gekümmert habe, werde ich dieses Jahr zudem wahrscheinlich kein Wort zu den Oscars verlieren. Jedoch ein Blick auf die Nominierungen dieses Jahres genügt, um festzustellen, dass sie dem nichtssagenden Filmjahr 2016 entsprechend langweilig ausgefallen sind. Weitere Kommentare sind im Grunde genommen überflüssig.

Bevor ich somit zur eigentlichen Liste komme, möchte ich noch ein, zwei kleine formale Änderungen erwähnen, die ich künftig ab 2017 anwenden werde:
Nummer 1 betrifft den bereits in der Oktober/II/2016-Liste eingeführten Umgang mit Verlinkungen zu Reviews aus älteren Reviewlisten Filme betreffend, zu denen mir nichts neues zu sagen mehr einfallen will oder kann (in dieser Liste: "Der Mann mit dem goldenen Colt"). Bei "Coraline" habe ich es noch gehandhabt, dass eine Veränderung der Wertungen mit dem Vermerk "Neuer Wertung" unter dem Link selbst notiert ist. Künftig wird die neue Wertung beim alten Review zu finden sein, mit der alten Wertung als kleine Zahl danebenstehend (Beispiel "Coraline": (98,5)).
Nummer 2 betrifft die Titel von Filmen und Serien, genauer deren Original-Titel, die ich ab dieser Liste in eckigen Klammern hinter dem deutschen Titeln hinzufügen werde (ich hadere noch mit mir selber, ob ich das rückwirkend für ältere Listen durchsetze). Das grundlegende Schema bleibt bestehen: deutsche Titel entnehme ich der OFDB, Original-Titel der IMDB. Ein Spezialfall fällt bei asiatischen Filmen an: den Original-Titel entnehme ich bei diesen ebenso der IMDB, ergänze indes die entsprechende Schriftweise des Originallandes (etwa Kanji bei japanischen, Hanzi bei chinesischen Produktionen) und in runden Klammern den geläufigen englischen Titel (Beispiele finden sich in dieser Liste). Deutsche Alternativtitel nenne ich nach wie vor mit einem aka "xy" vor dem regulären Review.

Weil die Dezemberlist sich so schlimm verspätet hat, kommen übrigens die gesamte Januar-Liste erst am 15.2. 25.2. und die gesamte Februar-Liste am 1.3 3.3.

Und somit präsentiere ich endlich wiederrum die 23 Filme und 5 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Dezember gesehen habe:


Serien-Staffeln
Seinfeld (Season 9) (1997-1998) - (6-7)
Children of Dune (2003) - (7-7,5)
Black Books (Series 1-3) (2000, 2002, 2004) (6,5-7,5)

Filme
Hellboy - Die goldene Armee [Hellboy II: The Golden Army] (2008)
Wie bereits erwähnt: nochmal eine Steigerung gegenüber dem bereits tollen Vorgänger. Wir kennen Hellboy und seinen Freundeskreis inzwischen gut genug (ein John Meyers, der uns an die Hand nimmt, ist nicht mehr von Nöten), ihre Marotten, Vorzüge und Makel. Folglich kann Guillermo del Toro den Teufel befreit von der Leine lassen, taucht genüsslich in dessen Welt ein, schildert ihn und seine Mitstreiter als liebenswerte Außenseiter, die mit ihrem Schicksal und ihrer Rolle in der Welt merklich hadern. Stimmungstechnisch geht er einen etwas anderen Weg als der Vorgänger oder die Comics, platziert Ron Perlman (erwähnte ich schon, dass man nicht besser casten konnte?) & Co. in einer stimmungsvollen, reich bevölkerten Fantasywelt, die parallel zur der der Menschen existiert, verleiht ihr darüber hinaus einen melancholischen Glanz von vergangener Schönheit und Ehrfurcht. Es ist eine glaubhafte Bühne auf der die Charaktere miteinander agieren, teils eine tragische Dimension bekommen, sogar der Antagonist Prinz Nuada besitzt mehr Facetten anstatt ausschließlich die des bösen Widersachers. Und gerade das ist es, was den Film, auch jenseits des massiven Aufwands, der hinter den sagenhaften, detaillierten, fantastischen Kostümen, Kulissen und Kreaturen steckt, so wunder-, wunderschön macht, weil er seine Charaktere und ihre Probleme ernst nimmt, ihnen Tiefe (im Rahmen des Möglichen) verleiht, sie sich entwickeln lässt und dies zum dominierenden Element macht, ohne den Fantasy-Abenteuer-Teil darunter leiden zu lassen.
Wenn man will, mag man kritisieren, dass del Toro eine ganze Menge Material in den Film gestopft hat, an manchen Sachen vorbeizurasen scheint, oft an der Grenze schrammt, die Kontrolle über dieses sagenhafte Fantasy-Füllhorn zu verlieren. Gleichwohl (in meinen Augen) hat er die Kontrolle gewahrt, sich nicht hinreißen lassen und einen großartigen, großartigen Fantasyfilm mit tollen, bezaubernd-charmanten Charakteren, mit so viel Herz und Wärme, Tragik und Melancholie, charakterlicher Tiefe und Spektakel geschaffen, dass es unwahrscheinlich erscheint, dass das alles unter einen Hut zu bekommen gewesen war. Allerspätestens in der Szene, wenn Hellboy und Abe in der Bibliothek sitzen, über die Damen ihres Herzens lamentieren, dazu Bier trinken und "I can't smile without you" zum Besten geben, muss man einfach sein Herz an den Film verlieren - es sei denn, man hat keins. Schön, dass es sowas gibt. (9)

Okami - Die tätowierte Killerin [子連れ狼 親の心子の心 Kozure Ôkami: Oya no kokoro ko no kokoro (Lone Wolf and Cub: Baby Cart in Peril)] (1972)
Beim dritten Teil der Reihe wurde mir noch bewusst, wie sehr sich Geschmack mit der Zeit verändern kann. Der vierte hat mir nun vor Augen geführt, wie geringfügig sich Geschmack mit der Zeit verändern kann - manchmal lehrt sie einen bloß sich selbst besser zu verstehen. Ich finde ihn unvermindert misslungen, die Geschichte der tätowierten Killerin, in Koike Kazuos Manga eine der beklagenswertesten Figuren und tragischsten Erzählungen, vermögen Drehbuch und Regisseur Saito Buichi, der Misumi Kenji ablöst, nicht in adäquaten Worten und Bildern einzufangen, Azumia Michis Rachefeldzug entwickelt bei weitem nicht die Dramatik ihres Pendants im Manga. Ähnlich wie der Subplot um Yagyu Ganbei wirkt sie zu beiläufig, zu desinteressiert vorgebracht. Hinzu kommt, dass die obligatorische, frei hinzugedichtete finale Massenschlacht weiteren Schaden anrichtet, einen plumpen, viel zu actionbetonten Nachklapp liefert, der innopportun von der stillen, nachdenklichen Traurigkeit, die Oyukis Schicksal erzeugen sollte, ablenkt, ihn regelrecht negiert. Schade drum. (6)

Traitor (2008)
Mit Terrorismus-Thrillern kann man mich jagen, "Traitor" hat mir wider Erwarten ganz gut gefallen. In erster Linie dem Action-Thriller verhaftet, versucht Jeffrey Nachmanoff allerwenigstens, kein eindimensionales, simplifizierendes Bild des prekären Themas und der Beteiligten zu zeichnen. Ohne Frage liegen die Sympathien mehr auf der Seite der Behörden, es ist und bleibt schließlich ein amerikanischer Film. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings nicht, dass sie in einem durchgängig positiven Licht erscheinen, ebenso wenig wie die Terroristen apodiktisch wie verklärte Fanatiker und misanthropische Monster umrissen werden. Die Verfolger verdienen Kritik, den Verfolgten wird, bei aller Ablehnung und Verurteilung ihrer verabscheuenswürdigen Taten, als Menschen gerecht zu werden versucht: manche manipulieren ihre Soldaten, instrumentalisieren die Religion, andere glauben unverfälscht an die Rechtschaffenheit ihrer Taten, politisch, wie religiös, sind obendrein nicht unsympathische Zeitgenossen, wieder andere stellen sich als verzweifelte, desorientierte und hilflose Opfer heraus, die für eine Sache eingespannt werden, die sie nicht gänzlich verstehen. Don Cheadle in der Rolle des eponymen Verräter in mannigfaltiger Hinsicht steht zwischen allen Fronten, nimmt gleichermaßen eine Vermittlerposition zwischen den Parteien, sowie die Funktion eines emblematischen Punkts, an dem alle Konfliktherde psychisch und moralisch zerren, ein. Gewiss bleibt der Film seinem Genre-Naturell verpflichtet, eine tiefgehende, kontemplative Auseinandersetzung mit dem Thema findet nicht statt, es fehlt der Mut dahin zu gehen, wo es wirklich weh tut und auf political correctness zu verzichten. Nichtsdestotrotz ein guter Ansatz. (harsche Wertung: 6,5)

Sharknado 4: The 4th Awakens (2016)
Wie beim dritten Teil richtig erkannt, war das der vorläufige Höhepunkt des Asylum-Trash-Outputs, Nr. 4 kann trotz des temporeichen Las Vegas-Beginns nicht mehr bieten, wird schnell langweilig, beliebig, wirkt von seiner Idee selbst ermüdet. Ein, zwei Szenen amüsieren, ansonsten sollte das bitte endlich den Schlusspunkt darstellen. (Trash-Skala: 4)

Lost in Translation (2003)
Sah ich das erste Mal auf dem Höhepunkt meiner "The Lord of the Rings"-Manie und weil es sowas gänzlich anderes war, konnte mich Sofia Coppolas kleine, feine Charakterstudie seinerzeit gehörig umhauen. Die gleiche Begeisterung löst er heute bei mir nicht mehr aus, nach wie vor halte ich ihn für ein gelungenes Porträt zweier im Leben gestrandeter Seelen, zeitlich betrachtet an unterschiedlichen Punkten ihres Seins, ungeachtet dessen innerlich miteinander zutiefst vertraut und verwandt. Um diese Verlorenheit zu symbolisieren, konnte Coppola, zumindest für die "westliche" Perspektive, keinen besseren Handlungsort wie Tokio wählen, der selbst auf unvoreingenommene Zuschauer wie eine schräge, nicht allein sprachlich unmöglich zu verstehende Welt wirken muss, in der man sich ebenso fehl am Platze fühlt wie die beiden Protagonisten. Was den Film hingegen wirklich hervorstechen lässt sind die Schauspielleistungen von Bill Murray und Scarlett Johansson, wunderbar zurückhaltend und doch voller Aussagekraft, sie machen vor allem anderen den Film bis heute sehenswert. (8)
Wenn die tollen Tanten kommen (1970)
Unfassbar unlustige deutsche Chauvi-Komödiengrütze, prall gefüllt mit grässlichen Schlagernummern, um die bereits knappe, miserabel ausgefüllte Geschichte, wenn man es so nennen möchte, auf Filmlaufzeit zu strecken. War damals ein Kinohit? Passt. Armes Deutschland. (1)

Okami - Der weiße Pfad der Hölle [子連れ狼 冥府魔道 Kozure Ôkami: Meifumadô (Lone Wolf and Cub: Baby Cart in the Land of Demons)] (1973)
Für den vorletzten Teil kehrt Misumi Kenji, der maßgeblichen Anteil daran hatte, die Reihe groß zu machen, zum vierten und letzten Mal auf den Regiestuhl zurück, erzählt eine relativ verworrene, wenigstens aber das Interesse haltende und konzentrierte Geschichte, die Actionszenen versucht er durch ungewöhnliche Kadrierungen zu variieren, welche die Schwertkämpfe bisweilen an den Rand des Geschehens weichen lassen. Im Großen Finale führt er die vielfältigen, verschiedenste Interessen umfassenden Erzählstränge zufriedenstellend zusammen und bietet einen spektakulären, wie drastisch-konsequentem Endpunkt. (8)

Iron Tiger [方世玉續集 Fong sai yuk 2] (1993)
Im Unkenntnis des Erstlings: typischer Kung-Fu-Klamauk der 90er-Jahre, der seine Albernheiten hauptsächlich im Spannungsfeld der Geschlechter, Mann und Frau, Mutter und Sohn, Gatte und Gattin zuzüglich Nebenfrau, situiert findet, garniert mit Kung-Fu-Slapstick, patriotischem Pathos und hysterischen Frauchen, die samt und sonders Jet Lis Charme kaum widerstehen können, von Corey Yuen gewohnt rasant und mit viel Wire-Fu gestaltet. (6)

Total Risk [鼠膽龍威 Shu dan long wei (Meltdown)] (1995)
aka "High Risk". Wong Jing realisiert mit sicherer Hand einen "Die Hard"-Epigonen, den er auf HK-Art um einige explosive Action-Elemente erweitert, von denen John McClane bloß träumen kann. Bevor es zur das Konzept determinierenden Geiselnahme und Einzelkämpferausgangslage kommt, insofern abweichend, dass sich Jet Li mitsamt Entourage inklusive kreischenden Weibchen der Terroristen zu erwehren hat, gönnt Wong den Figuren einen ausgedehnten Vorlauf, stellt die Protagonisten ausführlich vor, formuliert Jet Lis tragische Vorgeschichte mit Kelvin Wong aus. Besonderen Fokus legt er auf Jacky Cheungs hanswurstige Parodie des repräsentativen HK-Kung-Fu-Stars Marke Bruce Lee oder Jackie Chan mit Star-Allüren, was, neben des offensichtlichen platten Comic Relief, zunächst als flamboyante Kontrastfigur zum besonnen agierenden Helden seinen Zweck erfüllt, im Grunde genommen Lis Kit Li überhaupt erst definiert, später jedoch unüberlegterweise zu sehr in den Mittelpunkt rückt, Raum für unzählige affige Slapstickeinlagen macht (gefühlt hat er mehr Laufzeit als Li). Im Ganzen geizt der Film nicht mit HK-gewohnten Humoreinlagen, welche die Action laufend unterbrechen. Wie Wong die verschiedenen Teile mischt, Albernheiten, Action und Ernst wie selbstverständliche Teile des Ganzen nebeneinander stehen lässt, das ergibt einen prächtigen, temporeichen Cocktail, wie er so einzig in HK möglich erscheint. (7)

Jack Frost - Der eiskalte Killer [Jack Frost] (1997)
Anti-Weihnachten! Absurder, billig runtergekurbelter Horror-Mumpitz mit schlecht getrickstem, vermutlich witzig-gemeintem Killer, selbst für Trash-Fans langweilig. (Trash-Skala: 2)

Die Truman Show [The Truman Show] (1998)
Die Prämisse birgt Potenzial für Missverständnisse und falsche Erwartungen, derjenige, der dachte eine ätzende Abrechnung mit dem Konzept des Reality-TV zu sehen bekommen, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Peter Weir präsentiert uns keine ausgemachte Medien-Satire, obzwar er an Seitenhieben nicht spart, sondern eine tragikomische Auseinandersetzung mit Existenzialismus, Determinismus, freiem Willen, Gesellschaft und Individuum, sowie religiösen Implikationen, arrangiert um Jim Carreys Everyman und Ed Harris Künstler mit Gott-Komplex. Mehr entkrampft nachdenklich denn amüsant. (8)

Gremlins - Kleine Monster [Gremlins] (1984)
Anti-Weihnachten! Alle Jahre wieder sind Gizmo und seine teuflisch-chaotische, trotzdem liebenswerte Brut, ihr anarchischer Unsinn, mit dem sie diesen Mikrokosmos amerikanischen Vorstadttums heimsuchen und auf den Kopf stellen, dessen urigen Einwohner und natürlich Joe Dantes stimmiger, detailtiefer Regie-Stil ein höllischer Spaß. Einer meiner Lieblinge. (9)

Okami - Blutiger Schnee [子連れ狼 地獄へ行くぞ!大五郎 Kozure Okami: Jigoku e ikuzo! Daigorô (Lone Wolf and Cub: White Heaven in Hell)] (1974)
Der sechste Teil bildet den Abschluss der Kinofilmreihe, bedauerlicherweise ohne sie tatsächlich abzuschließen. Unter Kuroda Yoshiyukis Regie schlägt der Beitrag zudem eine absonderliche Richtung ein, entfernt sich vom Gefühl her am weitesten vom Manga, der plötzliche Hang zum Fantasy-Horror kommt einem deutlichem Bruch zum Samurai-Tropus gleich, zumal die Fünf-Räder-Technik der Yagyu gänzlich aus dem Kontext gerissen bis auf den blanken Effekt seinen Sinn verliert. Wie insgesamt der ausgeprägte Hang zum etwas trashigen, actionlastigen B-Movie schwer ignorierbar ist. Es bleiben allerwenigstens der gelungene Teil mit Yagyu Kaori (der Ersatz für Sayaka) und das aberwitzige Finale im Schnee, in dem sich Wakayama Tomisaburo im mit Skiern und MG bewehrten Kinderwagen und Katana in der Hand einer Ninja-Streitmacht erwehrt, die ihn ihrerseits auf Skiern akrobatisch attackiert, während Ôki Minoru Artillerie-Sperrfeuer aus seinem Kanonenschlitten bereitstellt. Einen irrsinnigeren und bombastischeren Schluss hätten man sich nicht wünschen können. (7)

Tatis Schützenfest [Jour de fête] (1948)
Ja, es ist ein Klassiker der französischen Komödie und das spielerische, unerschöpfliche Ideenreichtum, das Tati mit seinem Fahrrad zur Ausführung seiner komödiantischen Eskapaden an den Tag legt, ist schon ziemlich toll. Weswegen es mir umso schwerer fällt auszudrücken, warum mich sein "Schützenfest" höchstens leidlich amüsiert hat. Möglicherweise fehlt mir das Faible für das beschauliche Leben dieser Art einer französischen Dorfgemeinschaft. Hängt nicht mein Herz dran. (6,5)

Stirb langsam [Die Hard] (1988)
Anti-Weihnachten! Kann man nicht viel zu sagen, ist und bleibt einer der besten Actionfilme, die je gemacht wurden. (10)

We Are Still Here - Haus des Grauens [We Are Still Here] (2015)
Die Ausgangslage ist vielversprechend: ein trauerndes Paar, ein unheimliches Haus einschließlich dunkler Vergangenheit, die sich insbesondere im lichtscheuen Keller geisterhaft manifestiert, eine verschworene Dorfgemeinde, alles vor einer 70er-Jahre-Kulisse - Ted Geoghegan hat einen beträchtlichen, in alle Richtungen austeilenden Mischmasch fabriziert, dem er zu allem Überfluss um eine Wahrsagerin und Seancen bereichert. Mit all diesen Elementen ist er freilich merklich über das Ziel hinausgeschossen, was sich am auffälligsten in der cheesigen sektengleichen örtlichen Bevölkerung niederschlägt, sowie im blutigen Finale, das in seinem chaotischen Gemetzel nur noch ulkig ist. Sollte das eigentlich eine Komödie/Parodie sein? (6)

Ein Held auf Rollerblades [Search for the Jewel of Polaris: Mysterious Museum] (1999)
aka "Mysterious Museum - Rollerblade Knights". Für einen günstig produzierten, kindgerechten TV-Fantasyfilm mit Trash-Neigung fand ich den ganz in Ordnung und sympathisch. Blöd, ja, aber ich kann und will ihm nicht böse sein. (5)

Herkules [Hercules] (1983)
Ach, an den habe ich seinerzeit mein Trash-Herz verloren, ihm bedenkenlos die Trash-Königswürde erteilt. Er ist und bleibt toll, ein würdiger Souverän, im Grunde genommen nicht allein als Trash-Film, sondern als Fantasyfilm an sich. Wie könnte man diese wilde, kunterbunte, traumgleiche Verarbeitung griechischer Sagen nicht lieben? (Trash-Skala: 10)

Ein Königreich vor unserer Zeit I [Wizards of the Lost Kingdom] (1985)
Und nun zum kompletten Gegenteil: nichts anderes als inkohärenter, zum Schießen komischer Fantasy-Trash ohne Budget. Ich sage nur: KUSCHELCHEWBACCA. (Trash-Skala: 7)

James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt [The Man with the Golden Gun] (1974)

Die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten [Those Magnificent Men in Their Flying Machines or How I Flew from London to Paris in 25 hours 11 minutes] (1965)
Die verschiedensten Klischeegeburten der jeweiligen Länder und ihre Darsteller miteinander interagieren, konkurrieren und sich untereinander frotzeln zu sehen, das ist herrlich. Dass das eigentliche Flugrennen der geschürten Erwartung nicht ganz standhalten kann, ist angesichts der fabelhaften Flugmaschinen und staunenswerten Kameraarbeit mehr als verschmerzbar. (7,5)

Die Rache des Ungeheuers [Revenge of the Creature] (1955)
Der Gil-Man wird seiner natürliche Umgebung entrissen und im Zoo eingesperrt. Leider schweift die Handlung davon zu sehr ab in Richtung John Agar und (zweifachen) Love Interest Lori Nelson, zu weit weg von der Interaktion mit dem "Monster", wodurch sich bis zum großen Ausbruch und der anschließenden Jagd Längen einstellen und selbst dann will keine richtige Fahrt aufkommen. Sicher, es ist ein B-Monster-Movie, das war das Original allerdings auch und verstand es deutlich mehr in seiner knappen Prämisse unterbringen können. (6)

Santa Claus (1959)
Kann man das einen Anti-Weihnachtsfilm nennen? OK, Santa Claus spielt die Hauptrolle - wie genau seine Horde von Kinderarbeitern (deren Darsteller zu grauenhaft miserablen Gesangseinlagen und von ihren Eltern offensichtlich unter Androhung von Prügelstrafen auf das Set gezwungen wurden), sein High-Tech-Fairy-NSA-Labor, Merlin als magischer Q, sowie zu allem Überfluss der Teufel, der seinen unfähigsten Handlanger entsendet, Santas Weihnachtstour gründlich zu sabotieren (nebenbei ein arbiträr ausgewähltes Mädchen zum Diebstahl, ein ebenso zufällig erwähltes Rowdy-Trio zu allerlei Schabernack zu nötigen) sich in dieses unfassbare Gesamttrashwerk fügen... nun, diesen Wahnsinn sollte jeder für sich selber erfahren. Unter Vorwarnungen! (Trash-Skala: 7)











































23 - 6,7 (153,5)