Dienstag, August 08, 2017

Kurzreviews Juli/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 20 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Juli gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 3) (1965-1966) - (6-8)
Boardwalk Empire (Season 3) (2012) - (7,5-8,5+)

Filme
Final Destination 5 (2011)
Für mich ein sehr zufriedenstellender Abschluss der Reihe: ausgesprochen kreative, suspensereiche Tötungsszenarien, etwas gehaltvollere Charakteren als in manchen der Vorgänger und ein schöner Bogen zum Erstling. (7)

Brennpunkt L.A. [Lethal Weapon 2] (1989)
Die wutenbrannte Steigerung gegenüber dem Vorgänger, witziger, actionreicher, mehr Macho-Allüren und erhöhter Adrenalin-Pegel, aber eben auch zorniger, einem gewissen Verdruss Luft machend. (8,5)

Ariel (1988)
Spröde dargebrachten Aussteigergeschichte, die, kein Wort zu viel gesprochen und keine Minute zu lang, kurz und knapp das Schicksal seines Protagonisten lakonisch doch sympathisch schildert, mit für Aki Kaurismäki typischen leisen, feinen humorigen Untertönen. (7)

Fudoh: The New Generation [極道戦国志 不動 Gokudô sengokushi: Fudô] (1996)
Das Miike Takashi von Herzen gern Geschmacksgrenzen überschreitet, ist keine Neuigkeit, gerade in den 90er und frühen 2000er-Jahren war er nicht umsonst berüchtigt dafür, dem abgedroschenen Yakuza-Film mit bis zum Erbrechen abstoßenenden Einfällen Würze zu verleihen, das Genre gleichzeitig durch einen nicht zuletzt darin begründet liegenden comichaften, teils surrealen Charakter in gewisser Weise zu parodieren. So geschehen bei der Mangaverfilmung "Fudoh", die einmal mehr von Machtkämpfen und Ränken inner- und unterhalb der Yakuza-Clans erzählt, im Mittelpunkt: der eponymen Fudoh Riki, der sich zwecks Erfüllung seiner Ziele (in erster Linie Rache) einer ungewöhnlichen Gefolgschaft bedient. Im Gegensatz zum handelsüblichen, nicht zu sagen drögen hin und her der Gangster-Streitigkeiten sind es hier diese Bediensteten (kindliche Auftragskiller, ein Titan von einem Schläger, sowie nicht zu vergessen: das Schulmädchen, dass Pfeile zwischen ihren Beinen verschießt (!)), die Farbe in das Yakuza-Einerlei bringen, während der Rest konfus und für meinen Geschmack zäh ausfällt. (4)

Monster Club [The Monster Club] (1980)
Ein Anthologie-Film an der Schwelle der 80er und hier kurzerhand das Problem: Darsteller wie John Carradine oder Vincent Price, die Einzelgeschichten (eine tragische, eine amüsante und eine ausweglose), das putzige bis billige Make-Up, allgemein der Flair machen einen reichlich angestaubten, überholt wirkenden Eindruck, gruseln zudem bis auf die letzte Geschichte kaum. Ganz gleich: der titelgebende "Monster Club" mitsamt seinen irgendwie anachronistischen Musiknummern, possierlichen Masken und selbstredend Carradine und Price IST ein Highlight. Witziges Trivia laut Wikipedia: wahrscheinlich Vincent Price einzige Rolle als Vampir! (5)

Shark Hunter - Die Jagd nach dem Urhai [Shark Hunter] (2001)
Angesichts des ganzen Hai-Horror-Schrotts, der da draußen rumschwimmt (ha ha), muss ich gestehen, positiv überrascht zu sein. Beim Duell zwischen U-Boot und urzeitlichem Monster-Hai kommt genug Spannung auf, die Darsteller machen ihre Sache in Ordnung und die Effekte sind nicht nicht State of the art, aber zweckmäßig. (B-Movie-Skala: 6,5)

Tao Jie - Ein einfaches Leben [桃姐 Tou ze (A Simple Life)] (2011)
aka "Sister Peach". Kitschfrei, ohne übertriebene Melodramatik erzählt Ann Hui aus gebührender Distanz, dennoch notwendiger Nähe vom Älterwerden anhand des Schicksals Ah Taos, genannt Tao Jie, bewunderungswürdig gespielt von Deannie Yip, und ihrer Beziehung zu Roger (nicht minder toll: Andy Lau), für dessen Familie Tao als Amme tätig war. Einfühlsame, zu Herzen gehende, nachdenklich stimmende und, was nicht genug betont werden kann, grandios gespielte Reflexion eines Lebens. Großartig! (9)

Blow (2001)
Hochglanzpoliertes Biopic, das zwar schick aussieht, handwerklich gut gemacht ist, von dem man jedoch nichts mitnimmt. Die Bilder sind zu geleckt, die Geschichte zu episodisch, die Charaktere zu oberflächlich und fern (merke: ein Protagonist wird einem nicht zwingend näher gebracht, bloß, weil man ihm ein Mikrofon in den Kopf pflanzt). Als Charakterstudie zu oberflächlich, als Kritik am Drogenhandel zu konsumierbar. (5)

Die Tiefe [The Deep] (1977)
Was von der abenteuerlichen Schatzsuche in erster Linie im Gedächtnis bleibt sind die Riesenmuräne, Jacqueline Bissets T-Shirt und selbstredend die beeindruckenden Tauchszenen (ich persönlich würde noch Louis Gossett Jr. hinzufügen). Ansonsten: ein bisserl lang geraten und nicht immer durchgängig spannend, speziell abseits des Geschehens unter Wasser. (6,5)

Drei Amigos! [¡Three Amigos!] (1986)
John Landis macht von Grund auf sympathische Streifen, dieser miteingeschlossen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er hier mit durchgetretener Spaßbremse inszeniert, richtig Schwung wollte nicht aufkommen, die Amigos waren als Protagonisten weder sonderlich ausgereift, noch übermäßig liebenswert, mehr als Kurzweiligkeit konnte er mir zumindest nicht bieten. (6)

Bill & Ted's verrückte Reise durch die Zeit [Bill & Ted's Excellent Adventure] (1989)
Bill und Ted sind ja sozusagen ein Phänomen für sich: eigentlich die zwei größtmöglichen Dösköppe vor dem Herrn, die, wenn man ehrlich ist, traumtänzerisch in den Tag leben, nichts auf die Reihe kriegen, die Welt simplifizieren und durch ihr Lebensgefühl filtern, wo sie gerade gehen und stehen - trotzdem sind es eben dieser naiv-dusselige Charme und ihre von Grund auf positive, friedliche Weltanschauung, ich mag kaum das Wort Philosophie in den Mund nehmen, die die beiden zu so einnehmenden Charakteren und gewissermaßen zu den Vorzeigedeppen des Typus Jugendlichen, der in den 90ern einen gewissen Vorherrschaftsstatus erlangen sollte, machen. Dass die zwei in ihrem Kinofilm (der das Zeitreisethema eher nachlässig behandelt) zu den Gründungsvätern eines friedlichen Utopias werden (dessen Entstehen allerdings abhängig davon ist, dass sie ihre Geschichtsprüfung bestehen...), passt da ganz hervorragend ins Bild. Ein Lebenslustiges Zeugnis seiner Zeit! (7,5)

Im Dschungel ist der Teufel los (1982)
Noch so eine deutsche Komödie, die sich aus peinlichem Kalauerhumor, plattesten Slapstickeinlagen und einer Prise unangenehm selbstverständlichem Rassismus zusammensetzt. Im Gegensatz zu den besonders schmählichen Ilja Richter-Komödien zwar nicht gar so schrecklich und mit dankbar weniger Schlagernummern, gut kommen hier indes höchstens die Löwen weg. (3)

Barb Wire (1996)
In beschämender Unkenntnis von "Casablanca": die trashige B-Action-Variante, stilecht Korsett gerecht ausstaffiert mit Pamela Anderson Lees Hupen in Lack und Leder. Muss man kein großes Aufsehen drum machen: eine spaßige, nicht ernstzunehmende Angelegenheit. (B-Movie-Skala: 6)

Casablanca (1942)
Diese Lücke konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Folglich: ein überlebensgroßer Klassiker aus dem geheiligten Lande Hollywood, an dessen Ruf, an dessen Schatten man sich bloß die Zähne ausbeißen kann. Ich muss gestehen: es ist ein makelloser Klassiker. Alle Zitate, die wohlbekannt und integraler Bestandteil der Popkultur sind, wirken im Film selbst bereits gewaltig, dargebracht von gigantischen Stars in sensationellen Leistungen. Natürlich ist selbst "Casablanca" nicht perfekt, nichtsdestoweniger so nahe an der Perfektion, wie man es sich denken kann. Das Paradox: vielleicht ist es gerade diese Beinahe-Perfektion, die verhindert, dass er je mein Lieblingsfilm oder nur einer meiner Lieblingsfilme sein wird. Großartig, meisterlich ist er zweifelsohne. (9,5)

Stephen Kings Es [Stephen King's It] (1990)
Die TV-Miniserie nach einem der vermutlich bekanntesten, größten Werke in Stephen Kings Œuvre hat vor allem mit zwei Dingen zu kämpfen: einerseits kann sie keine zeigefreudigen Wagnisse eingehen, weshalb gewalttätig Details, die nicht unwesentlich zur düster-bedrohlichen Stimmung der Geschichte beigetragen hätten, größtenteils unter den Tisch fallen oder unbefriedigendem bis unfreiwillig komischen Ersatz Platz machen müssen; andererseits die Zweiteilung der Erzählung, die sich in der stärkeren Hälfte den Erlebnissen der Protagonisten im Kindesalter, in der anderen dem letzten Gefecht der inzwischen Erwachsenen gegen das Urängste heraufbeschwörende Es widmet, denn diese Zweiteilung leidet unter dem unzureichend austarierten qualitativen Gleichgewicht der aufeinander angewiesenen Abschnitte: der Teil mit den Kindern ist besser geschauspielert, mysteriöser und einfach aufregender, während sich der Teil mit den Erwachsenen größtenteils zieht. Ohne Frage überragen tut das Ganze Tim Curry als Pennywise, der mich geringstenfalls jedoch seit je her eher amüsiert als gegruselt hat, wie ich allgemein wenig furchterregendes an der Verfilmung finden kann. Letztendlich empfinde ich Tommy Lee Wallace Version dennoch als gelungen, sie ist handwerklich überzeugend, alles rund um die Kinder ist wie gesagt spannend und Tim Curry schlicht und ergreifend ein purer Genuss. (6,5)

Beowulf & Grendel (2005)
"Beowulf & Grendel" ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gefällt die merklich differenziertere Herangehensweise an die berühmte Sage, sie ist weniger pompös oder (dem Hollywoodverständnis nach) episch, stattdessen regelrecht persönlich, mitfühlend im Ton. Jan Kiesser liefert zudem schöne Naturaufnahmen und besonders Ingvar Eggert Sigurðsson gefällt in der Rolle des Grendel. Auf der anderen Seite entwickelt sich durch den rauen, ambivalenten Realismus des Geschehens keine tiefgreifende Dramatik, was gleichermaßen willkommen ist, wie es einer mitreißenden Dramaturgie stellenweise im Weg steht, da letztlich Sturla Gunnarsson eine Heldengeschichte ohne "wahren" Helden, Bösewicht oder Heldentaten erzählt. Wie genau man das im Endeffekt beurteilt, liegt daher stark in der eigenen Wahrnehmung dieses speziellen Blickwinkels auf die Geschichte. (6,5)

Critters - Sie sind da! [Critters] (1986)
Der ein klein wenig fiesere "Gremlins"-Epigone, im Geiste sich ähnelnd sind die Critters anders als die liebenswerten Chaoten aus Joe Dantes Klassiker, obgleich in ihrer Wirkung vergleichbar chaosstiftend, ihrem Wesen nach von einer bösartigeren Intelligenz und beschwören durch ihr klar definiertes todbringendes Ziel einen gänzlich anderen Sinn von Bedrohung. Gleichwohl ist "Critters" nicht minder ein Spaßfilm und macht daraus zu keiner Zeit einen Hehl, bewahrt sich einen "Gremlins" nicht unähnlichen Sympathiefaktor, etwa dank der grundsätzlich liebenswürdigen Charaktere. Jedenfalls einer der gelungensten "kleine Monster"-Filme der 80er. (7)

Die Nacht der lebenden Toten [Night of the Living Dead] (1968)
Der König des (gesellschaftskritischen) Zombiefilms ist tot, R.I.P. George A. Romero, keiner sollte je ernsthaft mit ihm gleichziehen. "Die Nacht der lebenden Toten" modernisierte essentiell den Zombie-Mythos, setzte den Grundstein für ein unfassbar erfolgreiches, langlebiges Horrorphänomen, das bis heute seinen festen Platz im Pantheon der Horrorfiktion beibehalten hat. Doch war Romero nicht allein Begründer, er war in der Tat der unangefochtene Meister dieses seines Subgenres, was er bereits mit seinem Erstling, der das Paradigma, das in "Dawn of the Dead" zur Perfektion fand, jedes noch kommenden Zombiefilms konstituierten sollte, zweifelsfrei unter Beweis stellte. Den letzten großes Zombiefilm to end all Zombie movies ist Romero uns dank Hollywoods Ignoranz schuldig geblieben und gäbe es wirklich diesen schwach glimmenden Funken der Gerechtigkeit in unserer Filmlandschaft, würde er als Bub oder Big Daddy wieder auferstehen, um sein Werk zu Ende bringen (und dieselben ignoranten, kunstfeindlichen Produzenten auf Nestroy-Art verspeisen). (8,5)
Dohee - Weglaufen kann jeder [도희야 Dohui-ya (A Girl at My Door)] (2014)
Sensible Schilderung einer vielgliedrigen, weitverzweigten Problematik, die das Thema der Kindesmisshandlung und des Rechts auf Selbstbestimmung vor einer koreanischen Dorf-Kulisse mitsamt aller dahingehenden Implikationen mit Vorsicht angeht, redlich beim Versuch nicht zu polemisch zu sein oder zu sehr die Moralkeule zu schwingen, trotz der unverkennbar eindeutigen Haltung dahinter. Herausragend sind die Darstellerleistungen, insbesondere Kim Sae-ron leistet beachtliches. (7)

Hobgoblins (1988)
Zu dem fehlen mir tatsächlich die Worte. Man könnte ihn eine Trash-Granate nennen, ob des katastrophalen Drehbuchs, der stümperhaften Darsteller, der miserablen Effekte, des lahmen Humors und... so ziemlich alles, was das Machwerk sonst falsch macht (also... ALLES!). Ich würde lügen, würde ich behaupten, nichts Unterhaltsames daran zu finden, aber... ernsthaft, das ist wahrhaftig Bodensatz. (Trash-Skala: 2)














20 - 6,7 (134,5)

Dienstag, August 01, 2017

Montag, Juli 17, 2017

Kurzreviews Juni/2017

Die Juni-Liste kommt in ihrer Gesamtheit (sprich: der gesamte Juni, nicht bloß die Hälfte) später, dass jedoch dieses Mal nicht aus Faulheit (zumindest nicht vorwiegend), sondern, weil sich im Juni wenig Filme angesammelt haben, von denen zu berichten es lohnend gewesen wäre. Daher habe ich bis zum Ende des Monats gewartet und gesammelt. Ähnliches trifft übrigens auf die Juli-Liste zu.

Und somit präsentiere ich wiederrum die 12 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Juni gesehen habe:


Serien-Staffeln
Frontier (Season 1) (2016) - (5-6)
Sherlock (Season 4) (2017) - (6-7)
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 3) (1989-1990) - (10)

Filme
The Fall (2006)
Wunderschöne Liebeserklärung an die Macht des Erzählens, wunderbar einerseits wegen der offenen Art des Geschichtenerzählens, die sich immer wieder an die Fantasie und Gemütslage ihrer Rezipientin anpasst, andererseits, weil sie zum starken suggestiven Ausdruck der Gefühle beider, des Erzählers und der Zuhörerin, wird, ihr Innenleben teils intensiv in atemberaubende Bilder fasst. (9)

Zwei stahlharte Profis - Lethal Weapon [Lethal Weapon] (1987)
Ein Standard und Archetyp, um nicht zu sagen Klassiker des Buddy-Polizeifilms, der gleichzeitig dem Humor Einzug in den grimmigen Ton des 80er-Jahre Actionfilms gestattet, die Dynamik zwischen den ungleichen, doch wesensverwandten Partnern Riggs und Murtaugh zum Kern allen Geschehens macht, den eigentlichen Krimiteil ein wenig dahinter zurückstehen lässt. In seiner Gesamtheit zweifellos ein maßgeblicher prima inter pares seins Subgenres. Und Mel Gibson als psychopathische Gefahr für seine Umgebung? Passt. (8)

New Jack City (1991)
Hat etwas von einer kapriziös inszenierten Kinoversion eines "The Wire", wenigstens ähneln sich Sujet und Herangehensweise: der in eine gesellschaftliche, segregierende Sackgasse führende Krieg gegen die Drogen und die Darstellung beider, im gnadenlosen Konflikt miteinander liegenden Seiten. Freilich hat Mario Van Peebles eine eindeutige moralische Haltung und daraus resultierendes Anliegen, das sich schlussendlich in einem fest umrissenen Gut-Böse-Schema niederschlägt. Wesley Snipes überrascht als charismatischer Drogen-Boss. (7)

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017)
Ganz das Sequel, ein bisschen lauter, ein bisschen mehr von Bekanntem und viel, viel bunter. Hatte man Spaß am ersten, hat man sicherlich Spaß am zweiten, der Hauch der Frische, des Novums im MCU ist hingegen zwischenzeitlich verflogen, trotz James Gunns Verves gibt der zweite Ausflug ins Universum der Guardians nicht viel her, gerade bei den Charakteren kleckert er vor sich hin, was, da sie das Zentrum des ganzen ausmachen, schade ist. (6,5)

Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe [Fifty Shades Darker] (2017)
Meine Erinnerung an den bereits wenig beeindruckend Erstling ist nicht die frischeste, zum Mindesten mochte man den Eindruck erhalten: der Wille, aus dem Ursprungsmaterial einen guten Film zu machen, war vorhanden gewesen. Nein, streichen wir das. Der Wille, zumindest so etwas wie einen Film zu machen, war vorhanden gewesen. Was man vom Sequel nicht behaupten kann. Zwischen Dialogen, die regelmäßig zum Fremdschämen einladen, vorgetragen von leeren Charakterhülsen, die nie vermuten lassen, hintern ihnen stecke ein Geschichte, die zu erzählen wert gewesen wäre, über Behauptungen von Liebe, die sich in keinem Wort, in keiner Geste kundtun, bis zum unvermindert lachhaften Versuch skanadalöses SM-Terrain zu betreten, ausgedrückt in nicht nur peinlichen, sondern darüber hinaus peinlich einfallslosen, leidenschaftsarmen, unerotischen, repetitiven Sex-Szenen, steckt hier gar nichts mehr drin. Selbst Vorkommnisse, die hüftlahme Aufregungen erzeugen könnten, erhalten keine Chance Spannung zu erzeugen. Was bleibt sind Monotonie, Ödnis und Pop-Songs. Dass es eine Millionenschaft an Frauen gibt, die das toll finden, stimmt mich grüblerisch: ist es so erschreckend desolat um ihr Sexual- und Liebesleben gelegen? Gefährliche Langeweile. (1,5)
The Woman (2011)
Seit langer Zeit ein Horrorfilm, dem ich eine ausgeprägt verstörende Wirkung zugestehen möchte. Das liegt weniger an der eponymen Frau (nuanciert: Pollyanna McIntosh), die zwar drastische Wildheit ausstrahlt, gar dem Kannibalismus frönt (in Maßen), dabei immer noch mehr Menschlichkeit beweist als ihre Peiniger, die Familie Cleek, die selbst unter ihrem abscheulichen patriarchalischen Oberhaupt (stark: Sean Bridgers) und den daraus resultierenden kaputten Verhältnissen untereinander zu leiden hat. Ihrem Miteinander, sowie den Quälereien der Frau beizuwohnen ist weder leicht erträglich, noch unterhaltsam, birgt dafür Potenzial für unangenehme Reflexion. Geht dahin, wo es schmerzt. (7,5)

Sushi Girl (2012)
Okayes Gangsterkammerspiel um einen missglückten Coup und verschwundene Beute inklusive einiger blutiger Foltereien und Shoot-Outs. Am besten gefallen die Darsteller, speziell Mark Hamill, die größten Fragezeichen hinterlässt Cortney Palms Rolle als titelstiftendes "Sushi Girl", die sinnbefreit nackig, aber mit Sushi bedeckt bis auf den ausgesprochen vorhersehbaren Twist gen Ende keine Rolle spielt. (5)

Buried Alive - Lebendig begraben [Buried Alive] (2007)
Ziemlich lahme Schnarchtüte eines Horrorfilms, bis auf zwei, drei blutige Momente und ein paar nackte Tatsachen herrscht purer Stumpfsinn und null Stimmung. Zumal sich die billige Maske der umgehenden mörderischen Erscheinung kaum von der Fake-Out-Version Tobin Bells unterscheidet. (1,5)

A Sound of Thunder (2005)
Science Fiction nach Ray Bradbury, die natürlich über ihre Zeitreise-Thematik stolpert, von den technischen Aspekten ganz zu schweigen, die, allen getanen Anstrengungen mehr zu sein zum Trotz, den Anstrich einer kostengünstigen 90er-Jahre Serienadaption (die Effekte und der exzessive Green-Screen-Einsatz) nicht vermeiden können. Warum ich den trotzdem ein bisschen mag, kann ich wirklich nicht sagen. (B-Movie-Skala: 4)

Skinny Tiger - Der Dicke mit der schnellen Faust [瘦虎肥龍 Shou hu fei long (Skinny Tiger & Fatty Dragon)] (1990)
aka "Nutty Kickbox Cops". Eine weitere kantonesische Krimi-Klamotte mit Kampfsporteinlagen, dessen Frauenbild man lieber nicht zu genau in Augenschein nimmt, Karl Makas sexbesessene Figur liefert hierfür genügend Material, ausgeglichen durch Sammo Hungs liebenswert naive Gegendarstellung. Überraschend ist angesichts des klamaukigen Tons die Härte in manchen Fights. Unterhaltsam. (6,5)

Crime Is King [3000 Miles to Graceland] (2001)
Kurt Russell spielt wieder Elvis, Kevin Costner den psychopathischen Schmierlappen - damit wäre das beste genannt. Der Rest: eine selbstgefällige, an bekannte Vorbilder erinnernde Stilverwirrung Demian Liechtensteins, dessen Manierismen, vorwiegend unüberlegt über die Actionszenen verteilt, niemals eine Struktur oder Kohärenz erkennen lassen, während alles jenseits der Action lustlos bis nervig wie eine lästige Pflichtübung runtergeschludert ist. Dem fehlt die firme Entschlossenheit konsequent über das Ziel hinauszuschießen. (3,5)

Wonder Woman (2017)
Uuuuund einer weiterer Hype, der seinem Ruf nicht standhalten kann. Die unterwältigenden, seltenen Kampfszenen auf den saubersten, blutärmsten Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs leiden extrem unter dem Zeitlupeneinsatz, dem zu jeder Sekunde das Gespürs eines Zack Snyders abgeht, den spektakulär gemeinten akrobatischen Einlagen der Amazonen eine unfreiwillig komische Note gibt, fatalerweise immer dann, wenn sie betont heldenhaften wirken sollen. Wonder Womans bisweilen naive Philanthropie im Angesicht der hässlichen Fratze des Kriegs und der speziell dort zu Tage tretenden finstersten Seiten des Menschen ist ein gelungener Ansatz, jedoch mit dem Holzhammer gereicht und reichlich platt eingesetzt, zumal die Kriegsgräuel an sich nachlässig ausgestellt sind. Selbst der gelungenste Teil, die Beziehung zwischen Diana Prince und Steve Trevor, schwächelt, trotz der sympathischen Darbietung Chris Pines (Gal Gadots Schauspiel fand ich hier hingegen enorm angestrengt und alles andere als gut), bei der langweiligen Charakterzeichnung des letzteren, dem einfach Ecken und Kanten fehlen - was allgemein der größte Makel des gesamten Projekts ist: alles wirkt zu sauber, zu vorsichtig, zu pc. "Wonder Woman" ist kein richtig schlechter Film, bloß ebenso wenig ein sonderlich bemerkenswerter, nichts ins Gewicht fallend bleibt von ihm im Gedächtnis haften. (5,5)


















































12 - 5,5 (65,5)

Dienstag, Juni 06, 2017

Kurzreviews März/II/April/Mai/2017

So, das war wieder eine verdammt lange Zeit ohne Reviewliste. Natürlich war ich einerseits schwer beschäftigt, andererseits gab es nicht viel zu schreiben. Das erscheint widersinnig, blickt man auf die Masse an Text, die ich hiermit raushaue, aber man sollte bedenken, dass diese Liste meine Sichtungen von März bis Mai enhält und da hatte ich schon mal in einem einzigen Monat deutlich mehr gesehen. Deswegen habe ich mir erlaubt, Serien und Filme ein wenig anzusammeln und hier ist jetzt das Ergebnis.

Somit präsentiere ich wiederum die 32 Filme und 11 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat März seit der letzten Liste, sowie in den Monaten April und Mai gesehen habe:


Serien-Staffeln
Geschichten aus der Gruft [Tales from the Crypt] (Season 7) (1996) - (4,5-6,5)
Archer (Season 7) (2016) - (6,5-7,5)
Wallace & Gromit - Die Techno-Hose [Wallace & Gromit: The Wrong Trousers] (1993) - (8,5)
Wallace & Gromit unter Schafen [Wallace & Gromit: A Close Shave] (1995) - (8)
Doctor Who (Season 2) (1964-1965) - (6-7)
Wallace & Gromit - Auf Leben und Brot [Wallace and Gromit in 'A Matter of Loaf and Death'] (2008) - (8)
Wallace & Gromit - Alles Käse [Wallace & Gromit: A Grand Day Out] (1989) - (6,5)
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 1-2) (1987-1989) - (10)
Boardwalk Empire (Season 2) (2011) - (6,5-8,5)
Preacher (Season 1) (2016) - (3,5-5,5)

Filme
Der Große Gatsby [The Great Gatsby] (2013)
Es ist eine Weile her, aber Baz Luhrmanns Red Curtain Trilogy (in Unkenntnis von "Strictly Ballroom") hat bei mir nie Begeisterungsstürme ausgelöst - seine "Gatsby"-Adaption hat mir hingegen gut gefallen: sie kommt beschwingt und frisch daher, setzt die typische Vermengung mit Pop-Clipartigem dosiert ein, zollt dennoch der Vorlage Respekt, wo er ihr gebührt. Besonders eindrücklich: das erste Viertel, in dem Tobey Maguire in die Party-Szene der Roaring Twenties gerät, ein alles übertönender, visuell das Maximum ausreizender, wie im Rausch über einen wegziehender Hechtsprung Kopf voran ins Zentrum der Festivitäten, in seiner Geschwindigkeit und Dichte der wiedergegebenen Attraktionen, kraft derer Luhrmann sowohl Maguire, als auch und mehr noch den Zuschauer überschüttet, eine treffende Wiedergabe des Gefühls der Ekstase, Reizüberflutung und des Ertrinkens in dieser schillernden Welt - bis der Bruch kommt und der Blick hinter die Kulissen und auf Gatsbys tragische Biografie fällt. Hier geht Luhrmann spürbar vom Gas runter, fokussiert das Drama, das Dilemma, die unweigerliche Katastrophe. Dieser bitterere Teil besteht indes mehr wegen seiner hervorragenden Darsteller. Nicht überragend, aber sehr, sehr gut. (7)

Tanz der Teufel [The Evil Dead] (1981)
Den im Kino erleben zu dürfen war ein tolles Erlebnis (das ich mir für eine ganze Reihe von Lieblingen aus den 80ern wünschen würde), eben wegen seiner begrenzten Mittel, der kreativen Durchführung, der unverkennbaren Kameraführung, dem Humor, nicht zu vergessen den berüchtigten Splatter- und Gore-Effekten eine Perle des 80er-Jahre-Horrorkinos. (8)
Wilde Maus (2017)
Josef Hader nimmt sich in seinem Regie-Debut den an den Existenz-Rand gedrängten Verlierern der Gesellschaft an, eine Rolle, die er inzwischen formidabel zu spielen und offenkundig zu inszenieren weiß, tragikomisch, ohne seine Protagonisten der Lächerlichkeit preiszugeben, schlussendlich sind die kleinen Nichtigkeiten und Fehler, in die sie sich verrennen und die sich mit der Zeit auftürmen, allzu verständlicher Eitelkeit, Stolz oder ganz normaler, zutiefst menschlicher Dummheit entsprungen. Gerade wegen seines vergleichsweise banalen, alltäglichen Rahmens sympathisch. (7)

Tanz der Teufel II - Jetzt wird noch mehr getanzt [Evil Dead II] (1987)
Über die inhaltliche Kontinuität, ist es Sequel, freies Remake, Neuerfindung?, lässt sich sicherlich breit getreten streiten, nur ginge das am Wesentlichen vorbei, was nämlich bereits das Original ausmachte, die formale Finesse, die kreative Energie, verfeinert Sam Raimi auf raffinierte Art und Weise, noch deutlicher schwarzem Humor, Horror-Fantasy und fleischgewordener Cartoon-Ästhetik zugeneigt. Ein fantastisches Ausleben filmischen Verves. (8)

Der Unheimliche Mönch (1965)
Viel Edgar Wallace-typisches, weniger verspielt und experimentierfreudig, nicht sonderlich herausstechend, bis auf eine inzwischen mehr hinfällige, denn überraschende Variation. (6)

Au revoir Taipeh [一頁臺北 Yi ye Taibei] (2010)
Kleines romantisches Märchen auf den Straßen Taipehs (inklusive jugendlicher Gangster) über das Glück, das direkt vor einem liegt, doch vor lauter Ablenkungen einem zu entgehen droht, ihm dadurch wiederum die Chance gegeben ist, sich zu entwickeln und zu festigen. Was kitschig klingt, ist in Wahrheit angenehm kitschfrei und liebenswert. (6,5)

Doctor Strange (2016)
Sollten Marvel-Filmen im Einzelnen nicht langweilen, bloß deswegen, weil allgemein der strukturelle Aufbau von Marvel-Produktionen, mit dessen variationsarmen Muster wir uns bereits abgefunden haben, grundsätzlich langweilig ist, war und es wohl in Zukunft bleiben wird - paradox, aber irgendwie wahr. Das Gleiche gilt für "Doctor Strange", der die übliche, bis zum Erbrechen durchgekaute Superhelden-Exposition ruminiert, seine vollends bekannte und vorhersehbare Charakterentwicklung stur durchmarschiert und sich strikt weigert, überdeutlich herauskristallisierte Schwächen auszugleichen. Immerhin: durch seinen Ausflug in die Gefilde der Magie und Esoterik gibt er sich zumindest den Anschein eines Novums. Diese Elemente sind es, die tatsächlich Spaß bereiten, zumal Scott Derrickson plus Effektteam einige hinreißend und hochwertig produzierte Trickszenen zusammenzaubert, die anzusehen einfach gut unterhält (ein Problem sehe ich in der künftigen Übersättigung). Zudem funktioniert er passabel als eigenständiger Film und hat viele Darsteller die ich mag: Benedict Cumberbatch, Rachel McAdams, Mads Mikkelsen, Tilda Swinton fand ich ziemlich passend und sogar Benedict Wong konnte mich ein, zwei Mal zum Lächeln bringen. Ansonsten wie gewohnt: langweilige Charaktere, Bösewichte und Exposition. (6,5)

The First Avenger: Civil War [Captain America: Civil War] (2016)
In der IMDB-Trivia stand zu lesen, dass Christopher Marcus und Stephen Feelys ursprüngliche Idee für den dritten Cap-Beitrag eine gänzlich andere war, auf einen kleineren Maßstab abzielte. Was Sinn macht, wenn man das, was man als Rudiment dieser Idee zu identifizieren meint, im fertigen Film betrachtet. Was wir letztendlich bekommen haben, leidet zum wiederholten Male an den übliche Marvel-Krankheiten (in beharrlicher Weigerung aus dem "Ultron"-Debakel zu lernen): der eponyme Civil War trägt nichts zur Handlung bei, wirkt aufgepfropft, ist ablenkend, liefert so gut wie keine emotionale Komponente, bleibt komplett hinter seinen Möglichkeiten zurück, besteht in erster Linie aus Fan Service, wenn sich die vielzähligen Comic-Heroen gegenseitig aufs Maul geben (ein lahm konzipiertes Aufeinandertreffen). Ja sogar wenn mir der Cameo von Paul Rudd und der erste Auftritt von Tom Holland gefallen haben, man hätte all die anderen Superhelden und ihren Konflikt untereinander, was alles wirkt, wie aus einem anderen Film entnommen, guten Gewissens aus dem Geschehen raushalten, allerhöchsten anteasern können und sollen, sie schließlich abermals einzig daran erinnern, dass Marvel und Kevin Feige das hier als Franchise (guck mal, die gibt's auch noch und aus denen machen wir auch noch einen Streifen) und nicht als eigenständig funktionierendes Werk verstehen. Was den Film ganz, ganz knapp rettet, sind Chris Evans, der mir als Captain America von Mal zu Mal besser gefällt, seine schwierige Beziehung zum Winter Solider, Daniel Brühl als nachvollziehbarer Fiesling (ohne Superkräfte) und damit einhergehend das Ende, an dem am ehesten abzusehen ist, was hieraus hätte werden können, anstelle einer geistlose Superheldenkloppereien. (Knapp: 6)
Der Untergang von Metropolis [Il Gigante di Metropolis] (1961)
Kurioser Peplum-Film samt noch kurioserem endzeitlichen Sci-Fi-Teil, in dem Gordon Mitchell als muskelbepackter Lendenschurz-Heroe auf der Suche nach heilversprechender Zivilisation in eine städtische Gemeinschaft sehr spezieller Ausprägung (neben schwer nachvollziehbaren Intrigen und familiären Streitigkeiten hervorstechend: der Plan des hiesigen Diktators dem kindlichen, in trostloser Isolation gehaltenen Thronerben die Erinnerungen des Großvaters durch Geistestransplantation aufzuzwingen; bizarre Strahlenwaffen, Wirkung je nach Farbe unterschiedlich; das durch und durch lethargische Volk) stolpert und diese bis zum eponymen Untergang ordentlich faust- und keulengerecht aufmischt. Das präsentiert Umberto Scarpelli einerseits atmosphärisch, andererseits bleiern schwer und trägen Schrittes, was wiederum zur Untergangsstimmung passt. Aufgrund des kapriziösen Settings jedenfalls sehenswert. (B-Movie-Skala: 6)

Hero [英雄 Ying xiong] (2002)
Optisch ein purer Genuss, poetische Bilder in jeder formvollendeten Kameraeinstellung, jede Kadrierung wirkt wie ein atemberaubendes Gemälde. Inhaltlich ist Zhang Yimous Legendenbebilderung hingegen mindestens zwiespältig, die großen Emotionen, auf die er streckenweise abzielt, wollen nicht aufkommen (zumindest bei mir als Europäer), die Figuren erscheinen durch den entrückten Stil hauptsächlich unnahbar, sowie durch den Modus der Erzählung unglaubwürdig, während das heldenhafte der Geschichte einem für westliche Geschmäcker schwer nachvollziehbaren Begriff von Heldentum unterliegt. Trotzdem gibt es viel an dem Film zu mögen und es lohnt sich, sich den enthaltenen Berührungspunkten mit chinesischer Kultur zu stellen. (6,5)

Mann ohne Vergangenheit [Mies vailla menneisyyttä] (2002)
Ein Mann verliert sein Gedächtnis, zwar gewaltsam, nichtsdestoweniger eröffnen sich dadurch für ihn neue Perspektiven, die Konfrontation mit einer Gemeinschaft subkultureller Prägung und mit ihrem Selbstverständnis helfen ihm dabei, seine Identität neu zu entdecken und neu zu formen, sein vorheriges Leben einer entfremdenden Gesellschaft hinter sich zu lassen. Die Allegorie hierin ist selbsterklärend, aber Aki Kaurismäki gefällt sich nicht so sehr in einer verkopfter Spielerei einer Sozialkritik, sondern behält den Blick auf den Menschen und ihren Beziehungen untereinander. (7)

Rapunzel - Neu verföhnt [Tangled] (2010)
Gewissermaßen der Eintritt in die "Next Generation"-Disney-Filme, was bedeutet, dass das Tempo merklich angezogen wurde, rasante Actionszenen und dem Zeitgeist angepasste Charaktere, speziell hinsichtlich der Gender-Rollenverteilung, das Bild dominieren, zusätzlich zum aktualisierten Animationsstil, der sich deutlich bei Pixar bedient. Alles verständliche Modernisierungsversuche, selbst wenn auf Kosten der Handlung. Andererseits sind die Figuren das Herz und die Seele des Films und erfüllen diese Funktion kraft aller Herzlichkeit und Sympathien bestens, ein Zeugnis gelungenen Charakterdesigns, einschließlich der Stiefmutter als Antagonistin, die als schlaue Manipulatorin im Hintergrund und nicht als überpräsenter Baddie Eindruck macht. Trotz allem erliegt das Abenteuer nicht den Versuchungen des kontemporären Animationsfilms, wie wir es zur Zeit erleben, id est das Publikum durch Hyperaktivität, ausgeflippte Rollen und viele bunte Farben zu reizüberfluten, um narrative Mängel zu kaschieren, bei all der Action bietet er genügend Zeit zu verweilen, nimmt sich hie und da einen Augenblick für seine Akteure. Die schönste Szene liefert übrigens eine Musicalnummer (aus den sonst kaum hervorstechenden Songs), wenn unser Pärchen singend den See überquert und, wie der Zuschauer gleichermaßen, von dem magischen Bild tausender Laternen, die über das Wasser fliegen, gefangen wird. Das atmet tatsächlich einen Hauch von Kinomagie. (7)

Ein Königreich vor unserer Zeit [Wizards of the Lost Kingdom II] (1973)
David Carradine darf sich einmal mehr durch Fantasy-Trash prügeln. Gut, er ist nicht der Held des Abenteuers (wie könnte man einen Kneipenbesitzer, der seine Frau vor allen Besuchern Striptease tanzen lässt, um seine Gäste dadurch auszunehmen bzw. zu vermöbeln, wenn sie nach der aufgezwungenen Fleischbeschau nicht zahlen wollen, Held nennen?), bloß einer seiner treuen Begleiter. Nein, der Held heißt Tyor, ein Teenager, der unter der Fittiche eines scheinbar dauerbetrunkenen Waldschrats das Zaubern lernen und die magische Welt Watt-weiß-ich vom Joch der drei bösen Overlords befreien soll. Die werden übrigens wunderbar in den ersten Sekunden eingeführt, wenn ihre Gesichter zwischen Szenen von zusammenhanglosen Schlachten und Raufereien auftauchen und sie in freudiges (oder bösartiges?) Gelächter ausbrechen. Was kann man da sagen? Ein unumstößlicher Grund, einem unfähigen Lehrmeister zu folgen, mehrere Städte der gewaltsamen Revolution auszusetzen, eigenartige Freundschaften zu schließen, kuriose Monster zu besiegen und den Verführungen der Fantasy-Mr. Robinson zu widerstehen. Trash-Gold. (Trash-Skala: 7)

Le Havre (2011)
Gemessen an dem, was ich von Aki Kaurismäki gesehen habe (was nicht viel ist), ist "Le Havre" der heiterste Film des Finnen, der sich, entgegen des trübsinnigen politischen Hintergrundes, durch einen relativ positiven Grundtenor und einen gesunden Grad an Optimismus auszeichnet, etwas, was bislang höchstens gebrechlich durch seine Werke hindurch schimmerte. Grundlegende Themen behält er freilich bei, die Handlung durchzieht eine Spur von Nostalgie und vergangener Höflichkeit, Aufrichtigkeit und Mitmenschlichkeit, die ihm offenbar besonders am Herzen liegt, seine Geschöpfe sind bis in die Wurzel herzensgute Zeitgenossen, die füreinander sorgen und füreinander da sind. Vielleicht sein zugänglichster Film, jedenfalls einer seiner schönsten. (8)

Bordello of Blood (1996)
Der zweite "Tales From The Crypt"-Kinoableger folgt dem Beispiel der eher schwarzhumorigen (bis trashigen) Folgen der Serie, bietet einen großmäuligen, gleichwohl pfiffigen Privatdetektiv als Hauptakteur, dessen Kapriolen je nach Gemütslage amüsieren oder nerven, sowie eine nach Körbchengröße gecasteten Bösewichtin, deren Gehilfinnen zu zahlreichen Gelegenheiten nackte Tatsachen präsentieren, bevor es ihnen mit Hilfe von mit Weihwasser gefüllten Wasserpistolen ans Leder geht und das Kunstblut in der Folge ordentlich suppt. Insofern hält der Film zweifelsohne das, was der Titel verspricht. B-Movie-Vergnügen. (B-Movie-Skala: 6,5)
Duell der Degen [Le bossu] (1997)
Einige grafische Todesstöße, Verrat, Intrigen und eine niedergemetzelte Hochzeitsgesellschaft rütteln nicht am leichtfüßigen Ton dieses locker-flockig unterhaltenden und konsumierbaren Mantel- und Degenfilms, ausgezeichnete Fecht-Szenen inbegriffen, die leider in der zweiten Hälfte an Häufigkeit nachlassen. Dafür punktet die Geschichte dank der Figuren und des ausgebufften Plans, der den Bösewicht letztlich zu Fall bringen soll. Unterhaltsamer Abenteuerfilm. (7)

Cyborg X - Das Zeitalter der Maschinen hat begonnen [Cyborg X] (2016)
Der klaut sich seine Ideen aus der Welt des Apokalypse-Roboter-Sci-Fi-Films ordentlich zusammen, ist insgesamt ein recht blöder Vertreter seiner Zunft, bietet wenigstens ein paar blutige Shoot-Outs, sowie den ein oder anderen belustigenden WTF-Moment. (B-Movie-Skala: 3)

Ritter der Dämonen [Tales from the Crypt: Demon Knight] (1995)
Die erste Kinoausklinkung der beliebten Horrorserie besticht durch ein atmosphärisches Last Stand/"ewig währender Kampf Gute gegen Böse"-Szenario und einen gut aufgelegten Billy Zane, von dem man gerne mehr gesehen hätte und der für das Augenzwinkern zuständig ist. (7)

The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten [The Descendants] (2011)
Wie bei der ersten Sichtung brauchte ich Zeit, um mit der Geschichte warm zu werden, sobald die Kings und ihre Situation jedoch zu Genüge etabliert waren, war ich wieder schnell ergriffen von ihrem Schicksal, woran die Schauspieler und nicht zu vergessen Alexander Paynes Regie einen großen Anteil hatten. Ein tragisches, feinfühliges Familiendrama, humorvoll, ohne jemals eine Komödie zu sein. (7)

Der Powerman [快餐車 Kuai can che (Wheels on Meals)] (1984)
Jackie Chan, Yuen Biao und Sammo Hung zusammen agieren zu sehen, ist immer eine Freude, zumal vor der malerischen Kulisse Barcelonas. Doch trotz der üblichen kantonesischen Bespaßung und der akrobatischen Einlagen des Trios, hätte eine Straffung dem Film gut getan, sintemal die Action für Chan-Verhältnisse ein bisserl zu kurz kommt. Freilich, alles ist vergessen, sobald man das finale Duell zwischen Jackie Chan und Benny "The Jet" Urquidez sieht, eine der wahrscheinlich besten Kampfszenen der Filmgeschichte, auf die zu warten sich redlich lohnt. (7)

Final Destination (2000)
Am Anfang stand eine lupenreine Suspense-Idee: der Tod höchst selbst tritt als asomatischer Gegenspieler auf den Plan, der den Überlebenden einer Katastrophe (in diesem Fall ein dicht inszenierter, gekonnt per Foreshadowing ausstaffierter Flugzeugabsturz) einer festgelegten Reihenfolge gemäß nach und nach auf die Pelle rückt. Daraus entstand ein Paradigma einer Trinität: erstens der verzweifelte Kampf gegen diese körperlose, im Grunde genommen unaufhaltsamen Entität, zweitens das letztlich unausweichliche Ableben der Protagonisten und drittens die Attacken des Sensenmannes an sich, kreative und die Wahrscheinlichkeit arg bemühende Todesszenen, die gerade deshalb und trotz ihrer nummernartigkeit das Herz der Reihe ausmachen. Es hilft, dass James Wong es versteht, durch geschickte Antizipation und Andeutungen die Spannung fortdauernd aufrecht zu erhalten und lässt bereits den Erstling aus der Masse der Teenie-Horrorfilm hervorstechen, allein wegen des Antagonisten. (7)

Final Destination 2 (2003)
Für den zweiten Teil erhielt David R. Ellis (R.I.P.) die Regie und obgleich er grosso modo den Erstling repetiert, konnte ich mich an seinem Stil nie gleichermaßen erfreuen, für meinen Geschmack hat er nicht ansatzweise das Geschick von James Wong entwickelt, die Aktionen des Todes vergleichbar spannungsgeladen vorzubereiten. Hinzu kommt die arg hanebüchene Narrative, die eine schwer nachvollziehbare Kontinuität zu den Opfern des Erstlings sucht, sowie eine alberne Möglichkeit, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. War für mich aus irgendeinem Grund zu viel des Guten. (5)

Musa - Der Krieger [무사 (武士) Musa (The Ultimate Warrior)] (2001)
Alle Jahre wieder. Das epische, vielleicht einen Ticken zu lang geratene Schlachtengemälde mitsamt Helena-Komplex hat seine Qualitäten: der verzweifelte Kampf gegen eine Übermacht kommt martialisch, bittere Untertönte einbeziehend daher, wofür man sich hier abschlachten lässt, wird kontinuierlich hinterfragt, von den Beteiligten an sich und inszenatorisch, die bunte Mischung an Akteuren bietet viele Möglichkeiten für Sympathien und Tragik, wenn einer von ihnen ein blutiges Ende findet, die Action ist furios, aber grimmig im Ton. Zwiegespalten bin ich nach wie vor. (7)

Krankenschwester des Grauens [Nightmare Nurse] (2016)
Solider TV-Thriller, nicht mehr. (4)

Meine teuflischen Nachbarn [The 'Burbs] (1989)
Joe Dantes liebevolle Hommage an die Schrulligkeiten und das Spießertum der gepflegten amerikanischen Vorstadt im Geiste der Frage, wer hier eigentlich das wahre Monster ist. Wegen seiner Liebe zu den Figuren muss der Film darauf am Ende eine zwangsläufige Antwort geben, was nichts daran ändert, dass er durch und durch ein anspielungsreicher, liebenswerte, ausgelassen humorvoller Film ist. (8)

Final Destination 3 (2006)
Vielleicht bin ich gegenüber David R. Ellis auch etwas unfair, schließlich bietet bereits der Vergnügungspark James Wong ein wesentlich dankbareres Setting, auf dem er sich fröhlich austoben kann, gegenüber dem Massencrash auf dem Highway. Andererseits finde ich Wongs Stil selbst darüber hinaus spannender, mitreißender als Ellis Stil es je war. Vielleicht liegt es auch an Mary Elizabeth Winstead, wer weiß. (6,5)

Alien: Covenant (2017)
Es hilft "Prometheus" gesehen zu haben, somit ist klar, dass von Ridley Scotts neuen Versuch eines "Alien"-Sequels/-Prequels nicht viel zu erwarten war. Im Bewusstsein dessen kann man nicht enttäuscht werden oder muss sich nicht maßlos ärgern über diesen ganz, ganz schwachen einfach bedeutungslosen Sci-Fi-Film, der mit "Alien" höchsten den Titel gemeinsam hat. Das Positive zuerst: die Schauspieler sind in Ordnung. Das war's. Alles andere ist Verschwendung von Talent, Scott setzt nach wie vor auf den pseudo-philosophischen Ansatz von "Prometheus", damals bereits arg flach und bedenklich neokreationistisch, und schafft es sensationell, dem nichts hinzuzufügen, im Gegenteil die Xenomorphs dramatisch zu entmystifizieren, wenn er Michael Fassbenders selbstgerechten, sinnlos und prätentiös Gedichte zitierenden, Gottkomplex belasteten Androiden diese aus Langeweile erschaffen lässt. Wer meint, dass das ein Spoiler sei, der ahnt nicht, wie furchtbar vorhersehbar und einfallslos die "Wendungen" des Drehbuchs ausfallen. Die Crew der Covenant besteht abermals aus hysterischen Idioten, die jede Kompetenz vermissen, die man nie auf ein Raumschiff hätte lassen dürfen, schmerzlicher noch, bis auf ganz wenige Ausnahmen, null bis Minusbereich Profil besitzen, zudem für die gesamte Handlung, sofern man meint, hierin eine zu finde, ohne Belang sind. Selbst visuell weiß Scott nichts zu bieten, große Kinomomente sucht man vergebens. Da helfen auch keine remineszenten, jedoch stets deplatziert wirkenden Anklänge an Jerry Goldsmiths sensationellen Soundtrack. Lieber nochmal "Sunshine" gucken. (4)

Stadt der Toten [The City of the Dead] (1960)
aka "Horror Hotel". Schön-schauriger Studio-Horror samt Lovecraft'scher Würze und einer vorherrschenden Atmosphäre der allgegenwärtigen Bedrohung im von dunklen Mächten okkupierten Dorf. Das Tempo ist zu Gunsten dessen entsprechend langsam, setzt auf ein schleichendes, lauerndes Grauen. Bonus für Christopher Lee und einen Funken "Psycho". (6,5)

Final Destination 4 [The Final Destination] (2009)
Vielleicht habe ich David R. Ellis doch nicht Unrecht getan: sein zweiter Beitrag dürfte den vermutlich unspektakulärsten, langweiligsten Teil innerhalb der Reihe darstellen, bereits die Katastrophe auf der NASCRA-Streck zu Beginn kann zu keiner Sekunde gleichziehen mit der gekonnt geschürten Antizipierung eines James Wong und diese höhepunktlose Regie bleibt konsistent bei allem, was folgt. Erst im Finale fängt er sich ein bisschen, schafft ein wenig Spannung, genügen tut das nicht. (4)

Traum ohne Ende [Dead of Night] (1945)
Frühe Ausgabe eines Anthologie-Film, dessen recht moderne Teilerzählungen, von denen die mit dem Spiegel, sowie die mit der Bauchrednerpuppe besonders hervorstechen, sich in der Intensität stetig steigern, schlussendlich in einem surrealen Höhepunkt gipfeln, der alles in einem abstrakten, die Wirklichkeit verzerrenden Alptraum verschmelzen lässt. (7,5)

Leben! [活着 Huo Zhe (To Live)] (1994)
Zhang Yimou gibt uns einen kleinen Einblick in das Leben einer einfach gestrickten chinesischen Familie vor dem Hintergrund des Siegeszugs der Kommunisten in China, ein eindrucksvolles Porträt des politischen Umbruches, der Veränderung der Lebensumstände und der Anpassungen, die damit einhergehen. Dabei bemüht er sich redlich, den Film so wenig politisch wie möglich zu gestalten, was ich einerseits verständlich, andererseits angesichts der komplizierten politischen Lage schwierig finde. Wie dem auch sei, er konzentriert sich auf den menschlichen Aspekt der Geschichte, fokussiert das von der Familie erfahrene Glück, ihre Liebe, ebenso wie ihre Schwierigkeiten und ihr Schicksal, das immer und immer wieder von herben Rückschlägen erschüttert wird, sie dennoch den letzten Funken Hoffnung bewahren lässt. Bleibt durch die episodische Struktur ein wenig hinter seinen Möglichkeiten zurück. (7)




































32 - 6,3 (200,5)

Dienstag, März 21, 2017

Kurzreviews März/I/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 7 Filme und 5 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat März gesehen habe:


Serien-Staffeln
Fanny und Alexander (TV-Langfassung) (1982) - (8-9)
Doctor Who (Series 9) (2015) - (7-9)
Doctor Who: The Husbands of River Song (2015) - (7,5)
Shaun das Schaf [Shaun the Sheep] (Season 5) (2016) - (8-9)
Geschichten aus der Gruft [Tales from the Crypt] (Season 6) (1994-1995) - (6-7,5)

Filme
Ghosts of Mars (2001)
Oder: "Assault on Precinct 13" auf dem Mars. John Carpenter schimmert an allen Stellen durch, insbesondere beim Aufbau der Atmosphäre zu Beginn oder wenn das Team den Schauplatz erkundet, insgesamt leidet der Film jedoch an seinem mageren Budget und mauem, spannungsarmen Drehbuch. Er macht ein bisschen Spaß, zumindest mir, dass Carpenter langsam vom Filmemachen nach Studiobedingungen die Schnauze voll hatte, merkt man hingegen deutlich. (B-Movie-Skala: 6)

L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn [Weird Science] (1985)
Mit einem gehörigen Schuss Sci-Fi-Fantasy (mehr Fantasy als Sci-Fi) präsentiert uns John Hughes eine sexy Frankensteinversion, wenn die Nöte und Träume zweier Teenie-Außenseiter zur fleischgewordenen Manifestation ihres pubertären Sehnens und Begehrens werden. Anthony Michael Hall und Ilan Mitchell-Smith beschwören, den 80ern gemäß stilecht mit Hilfe von "modernster" Technik, ihren persönlichen sexy kessen Flaschengeist (oder in Kelly LeBrocks eigenen Worten: "Mary Poppins with breasts") herauf, die ihnen fortan beim Erwachsenwerden und Überwinden von Problemen und bei Konfrontation mit unliebsamen Zeitgenossen den Weg weist (köstlich: Bill Paxton (R.I.P.)), kulminierend in einer gewaltigen, hausverwüstenden Party, auf der die beiden schlussendlich und selbstverständlich lernen müssen, dass sie die Hürden des Lebens ohne die Hilfe eines freundlichen Djinns zu nehmen haben. Und das ist wie immer bei John Hughes ein sympathisches und höchst unterhaltsames Vergnügen, zumal seine temporeichste Komödie. (7,5)

Breakfast Club - Der Frühstücksclub [The Breakfast Club] (1985)
Für viele wahrscheinlich John Hughes Magnum Opus, das auf staunenswerte Art und Weise auf dem schmalen Grat zwischen dated und unvermindert aktuell wandert, ein filmisches Spiegelbild einer ganzen Generation zeichnet und sie konsequent zu Wort kommen lässt, einen Dialog untereinander und Offenlegung des Innersten der High School-Kasten ermöglicht, wie ihn einzig ein fiktive Erweiterung der Realität wie das Medium Film zulässt. Zusammen mit den grandiosen Schauspielleistungen aller Beteiligten ein ganz tolles Erlebnis, selbst für jemanden, der sich nicht zu dieser Generation zählt. (8)

Wartezimmer zum Jenseits (1964)

Gehört nominell natürlich nicht zur Edgar Wallace-Reihe, weist indes einige, vermutlich absichtlich in Kauf genommene Parallelen auf. Auch er zeichnet sich letztlich dadurch aus, eine andere, weniger komödiantische und ostentativ selbstbewusste Haltung einzunehmen, ist ernster und hat besonders in der zweite Hälfte einen deutlich Einschlag zum Film Noir mit Hildegard Knef als Femme fatale und zur James Bond-Reihe. Das hebt ihn willkommen vom üblichen Wallace-Einerlei ab, sintemal er einen spannenden Beitrag zur Welle der Gruselkrimis darstellt. (7)

Das darf man nur als Erwachsene [Sixteen Candles] (1984)
John Hughes erste Regie-Arbeit
, wer hätte das gedacht, nimmt sich seinem Lieblingsthema an: den Nöten und Ängsten der 80er Teenies. Bereits hier mit ausgefeiltem Wortwitz und der grundlegenden Tendenz, seine Protagonisten und ihre Lage ernst zu nehmen, sie jedoch mit einer beschwingten Leichtigkeit zu behandeln. Molly Ringwald und Anthony Michael Hall, zwischen denen der Fokus der Handlung oszilliert, brillieren schon hier in ihren respektiven Rollen und leisten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag, uns die Charaktere näher zu bringen. Ein wunderbarer, schöner Film. (7,5)

Pretty in Pink (1986)

Diesmal lieferte John Hughes bloß das Drehbuch, konzentriert sich darin auf den sozialen Unterschied zwischen den Teens. Immer noch ein schönes Erlebnis, Hughes Gespür für seine Protagonisten sei Dank, nichtdestotrotz ein bisschen "Sixteen Candles" light, vielleicht, weil das Drehbuch nicht an die stärksten Momente von Hughes anschließen kann. (7)

Grabbers (2012)

Was auf dem Papier nach dem Versuch klingt, Kultprodukten wie Edgar Wrights "Cornetto-Trilogie" nachzueifern, funktioniert tatsächlich weitestgehend als eigenständige Sci-Fi-Komödie, die bei einem talentierterem Regisseur und Drehbuchautor vielleicht hätte mehr werden können. Zumindest heischt man hier nicht nach billigen Lachern oder Besoffenenwitzeleien, die Charaktere sind grundlegend glaubhaft und in der Regel sympathisch (Bonus für Lalor Roddy), geben das Bild einer schrullig-liebenswerten Inselgemeinschaft gut wieder, die mehr zu thematisieren dem Film wahrscheinlich gut getan hätte. Wie es ist, fällt der Kampf gegen den Außerirdischen Organismus ein wenig unspektakulär und unentschlossen aus, bietet allerwenigstens gute Darsteller, schöne Landschaftsaufnahmen und ordentliche Effekte. Für mehr als nett reicht es allerdings nicht. (6)















 
7 - 7,0 (49,0)