Dienstag, Juni 01, 2010

Kurzreviews Mai/2010

Ich werde ab heute immer gegen Ende des Monats eine Liste von Kurzreviews zu Filmen veröffentlichen, die ich im vergangenen Monat gesehen habe. Wen es jemanden interessiert, ist das natürlich angenehm für mein Ego (höhöhö), im Grunde dient es dabei aber einer Eigenkontrolle, wie exzessiv ich meinem großen Hobby, eben Filme, fröne und zudem, um meinen Review-Schreibfähigkeit ein wenig zu trainieren.

Deswegen: hier sind die 37 Filme (ausgeschlossen Serien und Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe), die ich diesen Monat überwiegend genossen habe.

Fellinis Casanova (1976)
Frivoles Barock-Kino, das den Zuschauer mit pittoresken Bildern überflutet. Sehr grotesk und ausufernd dekadent, dabei aber durchaus unterhaltsam, mit einem entsprechend schrägen Donald Sutherland besetzt. Nicht direkt eine Komödie, als vielmehr Fellinis Interpretation einer gescheiterten Existenz. (7/10)

The Descent 2 (2009)
Oder "The Descent: Teil 2", wie der bescheuerte Alternativtitel lautet. Funktioniert prächtig als Komödie und Parodie auf den ersten Teil. Spätestens wenn die Protagonisten in der psychologisch zentralen Szene realisieren, was der Zuschauer schon vorher geschlussfolgert hat, dass sie sich in der Latrine der Ersatz-Gollums versteckt haben und tief in deren Scheiße sitzen, dürfte klar sein: das ist einfach nur noch Ulk. Ich nehme einfach mal an, das war Absicht. (7/10 für diese vorzügliche Komödie)

Star Trek VI - Das unentdeckte Land (1991)
Wunderbarer Abschied von der Kirk-Crew in ihrem letzten Kino-Auftritt, inklusive Tschernobyl-, Kalter Krieg- und Perestroika/Glasnost-Parabel. Vergleichweise politisch, vergisst demungeachtet aber nie seine Sci-Fi-Wurzeln. Einer der besten "Star Treks". (8/10)

Give 'em Hell, Malone (2009)
Der neue Russell Mulcahy ("Highlaner 1&2", "Resident Evil: Extinction") macht sehr bemüht auf cool und gaukelt einem einen klug verschachtelten Film Noir mit überraschenden Wendungen vor - scheitert dabei jedoch auf ganzer Strecke. Hat immerhin solide, indes spärlich gesäte Action-Szenen und Punisher No. 2 Thomas Jane und Ving Rhames, die zumindest ein wenig Coolness ausstrahlen. Trotzdem misslungen. (3/10)

Die City Cobra (1986)
Einer diese Stallone-gegen-alle-Filme, mit "Dirty Harry"-Anleihen. Ist eigentlich genauso dumm wie "Give 'em Hell, Malone", dabei aber fünffach reaktionär und doppelt so unterhaltsam. Ich verzeih dem wahrscheinlich so viel, weil er einfach wunderbar 80er-Jahre-mäßig daherkommt. Dumm, aber lustig. (6/10)

Bordello of Blood (1996)
Jupp, Zielpublikumsprogramm. Hat man nur Spaß dran, wenn man entweder "Tales From The Crypt"-Fan und -Komplettist, (Titten-)Trash-Fan oder Splatter-/Gore-Freund ist. Ich bin von allem ein bisschen, daher finde ich den Film durchaus unterhaltsam (trotz bescheuerter deutscher Synchro). Gut ist natürlich was anderes. (6/10 auf einer Trash-Skala)

Sherlock Holmes' größter Fall (1965)
Sherlock Holmes vs. Jack The Ripper, die erste:
Die im Grunde reizvolle Idee (Detektiv-Archetyp gegen DEN Serienkiller) verliert sich in der Realisation in Szenen und Dialogen, die den Film kaum voranbringen. Hauptsächlich krankt der Film jedoch an seiner Ferne zu Jack The Ripper, denn anstatt der Ripper-Morde wird ein Familien-Dilemma in den Mittelpunkt der Geschichte gerückt. Beides wird zwar am Ende zusammen geführt, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass Jack The Ripper in diesem Film absolut austauschbar bleibt (im Grunde hätte er auch "Heinz der Schlächter" heißen können, ohne das es einen Unterschied gemacht hätte).
Gegen Ende gewinnt der Film dann doch noch an Fahrt, kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass man es hier allerhöchsten mit einem besseren "Edgar Wallace"-Krimi zu tun hat. John Neville als Sherlock Holmes und Donald Houston als Dr. Watson wissen hingegen zu überzeugen. (5/10)

Mord an der Themse (1979)
Sherlock Holmes vs. Jack The Ripper, die zweite:
Diese Verfilmung wird gerne von Holmes-Hardlinern wegen der ungewohnten Holmes-Darstellung Christopher Plummers gescholten - und das zu Recht. Tatsächlich ist dieser Film mehr Jack The Ripper den Sherlock Holmes (bei "Sherlock Holmes' größter Fall" war es andersherum). Dennoch ist diese Variante überzeugender, weil atmosphärischer und spannender. Dessungeachtet hält sich auch dieser Film bisweilen unnötig lange an so mancher Szene auf. Die zwei Stunden Laufzeit werden nicht gänzlich zur Zufriedenheit gefüllt und die Ripper-Morde an sich etwas hastig abgehandelt, während die Geschichte mehr die bekannte Annie-Crook-Konspiration fokussiert.
Trotzdem: Plummers Holmes ist arg gewöhnungsbedürftig, nach einer ordentlichen ersten Hälfte lässt der Film etwas nach, fängt sich zum Finale aber zum Glück wieder. (6/10)

Iron Man (2008)
Comic-Verfilmung eines in Europa eher unbekannten Superhelden. Sehr locker und mit der richtigen Ausgewogenheit zwischen Ernst und Komik inszenierter High-Tech-Action-Film. Funktioniert gut als Pilot für spätere "Iron Man"-Filme. Ist zwar ein kleine große Jungens-Film, macht nichtsdestoweniger Spaß - und Robert Downey Jr. ist die halbe Miete. (7,5/10)

Iron Man 2 (2010)
Sequel zu dem äußerst erfolgreichen ersten Teil. Verpasst leider die Gelegenheit, die guten Ansätze aus dem ersten Film weiterzuentwickeln. Die Geschichte ist zu stark und einfallslos auf den Hauptcharakter zugeschnitten, ferner gestaltet sich die Tony Stark/Pepper Potts-Beziehung subaltern. Darüberhinaus ist Scarlett Johanssons Part zu groß (ihre finale Kampfszene dillentantisch inszeniert), Mickey Rourke und Samuel L. Jackson kommen hingegen deutlich zu kurz. Auf der anderen Seite können Sam Rockwell und Don Cheadle (ersetzt Terrence Howard aus dem ersten Teil) überzeugen und Robert Downey Jr. reißt den Film natürlich aus fast jedem Tief. (6,5/10)

James Bond 007 - Octopussy (1983)
Der 13. Bond, der 6. Roger Moore. Bisweilen etwas zu albern, mit übermäßigen Klischee-Anhäufung und holpriger Geschichte. Vor allem die Kalter-Krieg-Thematik wirkt arg angestaubt. Dagegen bietet der Film mit Indien ein schönes, exotisches Setting, verliert dann in Deutschland natürlich seinen Reiz. Roger Moore macht seine Sache wie immer gut. (6/10)

Scanners - Ihre Gedanken können töten (1981)
Einer der früheren Cronenbergs aus der ich nenne sie mal Pre-Fliege-Remake-Phase. Dabei auch eines der bekanntesten Frühwerke des Kanadiers. Hat einen leichten Trash-Touch in seiner Geschichte um telekinetisch begabte Mutanten. Cronenbergs Inszenierung überzeugt überdies schon hier. (7/10)

Der Hund von Baskerville (1983)
Wurde eine Sherlock Holmes-Geschichte häufiger verfilmt? Diese hier zählt auf jeden fall zu den besten, dank einer sicheren Inszenierung und guter Darsteller. Vor allem Ian Richardson überzeugt optisch als auch darstellerisch vollends. Definitiv einer der formidabelsten Sherlock Holmes, wird dabei selbstredend perfekt ergänzt durch Donald Churchill als Watson. (8/10)

Sniper - Der Scharfschütze (1993)
Scharfschützen-Veteran Tom Berenger und Neuling Billy Zane krabbeln durch den südamerikanischen Dschungel, um zu tun, was Scharfschützen so tun - Leute erschießen. Hat eine gute Dschungelatmosphäre, leidet dazwischen deutlich seinem Actionmangel und versucht seine Stereotypen von Charakteren zu vertiefen (äh...fail?). Dabei geht vor allem Billy Zanes Charakter (nicht der Darsteller!) auf die Nerven. Trotzdem unterhaltsam. (6,5/10)

Judge Dredd (1995)


Mehr brauch man dazu nicht zu sagen. Macht einfach Spaß. (6/10)

Die Mächte des Wahnsinns (1994)
Da liefert der gute John Carpenter doch einfach mal die optimale Lovecraftsche Verfilmung, ohne dafür auf eines seiner Bücher zurückzugreifen. Großartige, dichte Atmosphäre, mesmerisierende Geschichte und vor allem ein großartiger Sam Neill in der Hauptrolle. Der Titel ist Programm. (8/10)

The Unborn (2009)
Erweckt den Eindruck, als wären extra für den Trailer Szenen gedreht worden, dann wurde bemerkt, dass man den Film dazu vergas und hat als Notfallplan aus besagtem Trailer und bekannten Horrorfilm-Versatzstücken (bedient sich fleißig bei anderen Horrorfilmen) einen halbgaren Langweiler zusammengewerkelt.
Ganz übler Schnitt, abgenutzte und altbackene Schockeffekte, die sich 10 Meilen vorher ankündigen und mangelhafte (Odette Yustman) oder unterforderte Schauspieler (Gary Oldman). Dafür sind die Special Effects gut bis ekelig und immerhin bietet die Hauptdarstellerin was fürs Auge. Trotzdem hat David S. Goyer (Drehbücher zu Batman Begins, Dark Knight, Blade 1-3) hierbei deutlich sowohl beim Drehbuch, als auch bei der Regie gründlich versagt. (2,5/10)

Star Trek - Treffen der Generationen (1994)
Was sagte man über die "Ungeraden" der Reihe? Gilt als einer der schlechtesten Star-Trek-Filme. Dabei finde ich den wesentlich besser, als sein ihm anhaftener Ruf, auch wenn die inszenatorischen und narrativen Defizite nicht von der Hand zu weisen sind. Vielleicht mag ich den nur, weil der Trekkie in mir keinen Film schlecht finden kann, in dem Kirk und Picard zusammen auftreten. Solider Kino-Einstand der TNG-Crew. (7/10)

Die Maske des Zorro (1998)
Popcorn-Kino, wie es sein sollte. Treibt nicht zu arges Schindluder mit der Vorlage, modernisiert dankbarweise nur dosiert. Zudem inszeniert Bond-Regisseur Martin Campbell das bunte Treiben mit der richtigen Ausgewogenheit zwischen Ernst und Ironie (manchmal rutscht der Film aber auch ins Alberne). Das Star-Trio Antonio Banderas, Catherine Zeta-Jones und vor allem Anthony Hopkins erweist sich nicht allein als ungemein passned, sonder auch spielfreudig. Sogar die Bösewichte Stuart Wilson und Matt Letscher machen einen ordentlichen Job. Angenehm. (6,5/10)

A Chinese Ghost Story (1987)
Typisch chinesisches Grusel-Märchen, das einen üblichen Genre-Mix aus Fantasy, Grusel, Romanze, Komödie und natürlich Martial-Arts pflegt. Sicherlich braucht man für den Film das nötige Faible für Ost-Asiatisches Kino, aber der damalige Star Leslie Cheung († 2003 suizid) zusammen mit Joey Wong und besonders Wu Ma, kombiniert mit der Inszenierung von Ching Siu-Tung machen den Film so unglaublich charmant, dass man ihm eigentlich gar nicht wiederstehen kann. From China with Tsui Hark. (7,5/10)

Die Reise ins Ich (1987)
Viel "Star Trek" in dieser Liste, diesmal in der Form vom Doktor...
Remake des Sci-Fi-Klassikers "Die Phantastische Reise" (1966). Total an die 80er angepasst (und ich meine wirklich TOTAL) und herrlich amüsant. Gut, man könnte sagen, der Film ist eher kindisch albern und vor allem in der Mitte driftet er von der U-Boot-im-Menschen-Geschichte ab. Jedoch wird man bei diesen gut aufgelegten Darstellern und der locker-flockigen Inszenierung nicht böse sein - ganz im Gegenteil. Vielleicht liegt es aber auch allein an meiner Schwäche für Filme von Joe Dante (Gremlins). (7/10)

Death Machine (1994)
Ungestümes Potpourri aus Science-Fiction- und Horrorfilm-Zitaten, bishin zur Benennung der Rollen nach bekannten Genre-Größen. Blade-Regisseur Stephen Norrington verpackt das Ganze in einem amüsanten B-Film-Gewand und verpasst keine Gelegenheit, sich als Filmfan zu präsentieren. Ein bisschen drollig, nicht gerade überragend gespielt, aber flüssig inszeniert, solide getrickst und mit dickem Brad Dourif-Bonus. Absolut unterhaltsam. (7/10 mit Wohlwollen)

Die Horde (2009)
Wie hätte "Das tödliche Wespennest" wohl "28 Tage später..." ausgesehen?
Man nehme einen Haufen Versatzstücke aus bekannteren Horror-Filmen neueren Datums (inbesondere natürlich aus dem Zombie-Subgenre), packe diese in einen Mixer und - voilà - man hat einen überwiegend langweiligen, des öfter unfreiwilig komischen und manchmal sogar fragwürdigen Film, namens "La Horde". Ist natürlich in der Tradition des modernen französischen Horror-Films ungekürzt auf Deutsch nur über Österreich zu haben und gilt deswegen vermutlich als ganz hart. Dabei ist der Gewaltfaktor zwar blutig, indes eher überschaubar (z.B. "À l'intérieur" war weitaus heftiger) und vielmehr abstoßend durch das rigorose Verhalten der per se unsympathischen und meist dümmlichen Protagonisten.
Nicht der häufig proklamierte beste Zombie-Film neueren Datums, einfach Bekanntes in Französisch. (3/10)

Cypher (2002)
Ich halte "Cube" ja für total überschätzt. Dagegen ist Regisseurs Vincenzo Natalis anderes Werk "Cypher" die reinste Offenbarung: verzwicktes und verschachteltes Verwirrspiel um Industrie-Spionage und Doppel-Agenten, dass geschickt den Zuschauer gleich dem Protagonisten bis zum Finale in die Irre führt und mit der Wahrnehmung des Offensichtlichen spielt. (7/10)

Underworld (2003)
Ach ja, diese "Blade" + Werwolf, meine Lykaner + Romeo und Julia-Geschichte + Gothic...
Der Len Wiseman-Einstand, wofür er direkt im Anschluss "Stirb Langsam" No. 4 inszenieren durfte. Nette Action, cooler Look und natürlich Kate Beckinsale im hautengen Lederdress (*sabber*). Nichts weltbewegendes, dennoch unterhaltsam. (7/10)

Straw Dogs - Wer Gewalt sät... (1971)
Sam Peckinpahs Lieblingsthema, Mechanismen der Gewalt, findet hier eine besonders ausgeweitete Darstellung, die zwar bedingt durch ihren 70er-Jahre-Stil etwas angestaub daherkommt, dennoch nichts von ihrer Intensität verloren hat. (8/10)

The Collector (2009)
Die Autoren der Saw-Reihe (der letzten Teile...) und von "Feast" gehen Fremd! Und versuchen sich direkt mal an ihrer eigenen Horrorfigur, die Menschen sammelt und in Häusern (hallo "Saw"!) perfide Fallen aufstellt...
Eine kleine, nichtsdestotrotz positive Überraschung im Bereich des modernen Horrorfilms. Die an sich unkreative Geschichte ist sehr spannend inszeniert und setzt seine Gore-Effekte nicht ganz derart plakativ ein, wie manch anderer Vertreter. Am meisten wiegt jedoch, dass im Gegensatz zu z.B. "Saw", die Opfer einem nicht scheißegal sind. So sollte der Horror-Standardeinheitsbrei aussehen. (7/10)

Con Air (1997)
Ich fass es manchmal einfach nicht, wie unglaublich dumm dieser Film ist. Und trotzdem kriegt er mich immer wieder mit seinen astreinen Action-Szenen und der prominenten Besetzung, bei der natürlich die Knastis den guten die Show stehlen (ja, sogar Nicholas Cages Frisur - dabei ist sie eindeutig hier schon lebendig!). Umso dümmer der Film wird, umso spassiger gestaltet er sich. Bitte nicht mehr davon. (6/10)



Born to Fight (2004)
Als Folge von Tony Jaas Erfolgsvehikel "Ong-Bak" erschein 2004 "Gerd ma lui", der, unter der Regie von Panna Rittikrai ("Ong Bak 2"), neben den üblichen Muay Thai-Spirenzchen auch andere Sportarten, wie z.B. Fußball oder Turnen, mit in die Kampfchoreographien einbezog - und das macht einen Heidenspaß, besonders in den letzten 30 Minuten, wo der Film ein irrsiniges Feuerwerk in ungeahntem Tempo abbrennt. Definitiv eine reine Freude für jeden Action-Geek. (7,5/10)

Lederstrumpf - Der letzte Mohikaner (1965)
Nein, das ist nicht die bekannte Michael Mann-Version von 1992 und misst auch Daniel Day-Lewis. Stattdessen bekommt man eine deutsch-italienisch-spanische Koproduktion (GANZ schlechtes Zeichen), die augenscheinlich auf der "Winnetou"-Welle mitzuschwimmen versucht. Totale Ödnis, null Spannung, kaum ausgearbeitete Charaktere, kein Fokus auf gar nichts - der Film ist eine Katastrophe! Dafür bietet er einen der wohl lustigsten Tode der Filmgeschichte: von hinten, in den Hintern, mit einem Speer... Na dann. (2/10)

Yor, the Hunter from the Future (1983)
Ein ultimatives Trash-Meisterwerk von C-Film-Koryphäe Antonio Margheriti mit C-Film-Action-Star Reb Brown! Den zu beschreiben ist unmöglich, der will selbst erlebt sein. Ich kann nur garantieren, dass der Film einen Heidenspaß aufgrund seines Trash-Charmes macht. Trash-Fans aufgepasst! (9/10 auf einer Trash-Skala)

The President's Man (2000)
Yeah! Chuck Norris! Leider in diesem Falle bloß auf TV-Niveau. Abgesehen von der dürftigen Geschichte mutet der Film grundsätzlich wie der überlange Pilot zu einer nie realisierten Serie in James-Bond-Manier an (inklusive Platzhalter für Werbepausen...) und bietet daneben kaum Action. Chuck Norris bleibt zwar cool, dennoch ist der Film einfach langweilig. (4/10)

The Fall (2006)
Wunderschönes Nischenprodukt von "The Cell"-Regisseur Tarsem Singh. Die berauschenden Bilder, ein wunderbares Spielen mit der Kraft der Imagination und ein entzückendes Hauptdarsteller-Duo (besonders Catinca Untaru) machen den Film zum einmaligen Erlebnis. Fantastisch! (9/10)

Misery (1990)
Gewissermaßen schon ein Klassiker, dabei eher Thriller denn Horror, als der er gern verkauft wird. Wahrscheinlich eine der besseren King-Verfilmung (rein qualitativ, inhaltlich kann ich das nicht beurteilen). Lebt vor allem durch seine beiden Hauptdarsteller, insbesondere natürlich Kathy Bates. Gut. (7/10)

Zimmer 1408 (2007)
Eine One-Cusack-Nummer (Samuel L. Jackson ist mehr Cameo als Protagonist). Nicht wirklich gruselig, dafür überwiegend atmosphärisch. Zu Beginn passiert viel, mit zunehmender Laufzeit verrutscht der Fokus zu sehr auf die psychische Ebene (Todesbewältigung und ansatzweise Gläubigkeit) des immens unsympathischen Hauptcharakters, ohne das eine glaubwürdige Verbindung zwischen Spuk und den Problemen des Protagonisten hergestellt wird. Quasi für John Cusack, was für Christian Bale "Der Maschinist" darstellt. Nicht ganz verschenkt, krankt aber bei Regie und Drehbuch. (6/10)

Der Mann mit der eisernen Maske (1976)
D'Artagnan ist ein Bond-Bösewicht, Duval wird später ins Auenland verbannt und Louise de la Vallière hatte was mit einem Werwolf...
Fürstlich ausgestattetes Intrigenspiel nach Dumas, das die DiCaprio-Version von 1998 bei weitem überflügelt, trotz einer gewissen Action-Armut (es gibt vielleicht 2 Verfolungsjagden). Dennoch unterhält der Film prächtig, da er zum einen mit 98 Minuten überschaubar bleibt und daneben können die Schaupspieler (vor allem natürlich Richard Chamberlain und Patrick McGoohan), inbesondere aber die Ausstattung überzeugen. Das hat Mike Newell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Harry Potter und der Feuerkelch", "Prince of Persia - Der Sand der Zeit") also füher gemacht. Kurzweilig. (7/10)

Sex and the City 2 (2010)
Oh ja, was für ein Abschluss für den Mai!
Natürlich ein reiner Frauenfilm und, ja, ich wurde in den Film von meiner besseren Hälfte gezwungen (als Revanche für "John Rambo" und "Kampf der Titanen"...). Doch ich habe schon große Teile der Serie und auch den ersten Film ohne allzu arge Bauchschmerzen ertragen, fand sie sogar recht amüsant.
Und auch dieser Film hat mich meistens gut unterhalten - auch wenn meine Finger mich zeitweilig mehr faszinierten und mir die Extravaganz und übertriebenen Modeschrecken sehr sauer aufgestoßen sind. So schien mir der Film auf der eine Seite noch weniger ergiebig beim Inhalt, dafür noch überzogener beim Eyecandy zu sein - und über so manche peinliche Szene hüllen wir lieber ganz schnell den Mantel des Schweigens.
Demungeachtet besitzen gerade Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda (japp, das schreibe ich ohne nachsehen oder nachfragen zu müssen) einen speziellen Charme und Michael Patrick Kings Inszenierung unterscheidet sich dankbarerweise von den meisten überkitschten Frauenfilmen, die ich ganz und gar nicht ausstehen kann. Wenn es schon sein muss, dass mich eine Frau zu etwas derartigem zwingt, dann ist "Sex and the City" immer noch die kurzweiligste und amüsanteste Art. (7/10)


37 - 6,4 (237,5)

Kommentare:

mys hat gesagt…

Das nenn ich mal ne lange Liste!

Der Imperator hat gesagt…

Jetzt weiß ich auch was du in den letzten Monaten gemacht hast. ^^

Jens hat gesagt…

Oha... Was mir so beim Lesen einfällt:

- Die Reise ins Ich - Der war mir irgendwie zu albern. Ich bin allerdings auch nicht so der Fan von Martin Short.

- Con Air - Das erschreckt mich auch immer wieder... Ähnlich wie bei The Rock. So ein Müll! Und trotzdem guckt man es sich immer wieder an. :D

- Die Maske des Zorro - Spaßig und kurzweilig. :)

- Judge Dredd - I am the Law! (xD)

- Yor - He's the mahaaan.

Okami Itto hat gesagt…

@ mys und Imperator:
Ich gucke in der Regel häufig Filme, ist nun mal mein Hobby. ^^
In der Tat hatte ich diesen Monat aber viel Zeit, durch das Wegfallen der Schule. Hier eben das Resultat. ;-)

@ Jens:
Ja, "Die Reise ins Ich" ist sehr albern. Trotzdem ist er auch sehr fantasievoll und die Darsteller machen ihre Sache einfach gut (sogar Meg Ryan, obwohl ich sie nicht sonderlich mag).
Und "Yor" sollte jeder mal gesehen habe! xD

PropheT hat gesagt…

Du solltest sowas verteilter machen.

Okami Itto hat gesagt…

@ PropheT:
Meinst Du quasi Wöchentlich? Scheint vllt. wegen der großen Anzahl an Filmen in diesem Monat ratsamer. Mal gucken, wie umfangreich die Listen in der Zukunft werden, dann kann ich immer noch umstellen.

Darth Puma hat gesagt…

Hehe, einige Filme kenne ich sogar und stimme oft Deiner Bewertung zu. Ich finde eine monatliche Liste gut. So ist es amüsanter zu lesen wegen den unterschiedlichen Filmgenres. :-)