Dienstag, August 08, 2017

Kurzreviews Juli/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 20 Filme und 2 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Juli gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 3) (1965-1966) - (6-8)
Boardwalk Empire (Season 3) (2012) - (7,5-8,5+)

Filme
Final Destination 5 (2011)
Für mich ein sehr zufriedenstellender Abschluss der Reihe: ausgesprochen kreative, suspensereiche Tötungsszenarien, etwas gehaltvollere Charakteren als in manchen der Vorgänger und ein schöner Bogen zum Erstling. (7)

Brennpunkt L.A. [Lethal Weapon 2] (1989)
Die wutenbrannte Steigerung gegenüber dem Vorgänger, witziger, actionreicher, mehr Macho-Allüren und erhöhter Adrenalin-Pegel, aber eben auch zorniger, einem gewissen Verdruss Luft machend. (8,5)

Ariel (1988)
Spröde dargebrachten Aussteigergeschichte, die, kein Wort zu viel gesprochen und keine Minute zu lang, kurz und knapp das Schicksal seines Protagonisten lakonisch doch sympathisch schildert, mit für Aki Kaurismäki typischen leisen, feinen humorigen Untertönen. (7)

Fudoh: The New Generation [極道戦国志 不動 Gokudô sengokushi: Fudô] (1996)
Das Miike Takashi von Herzen gern Geschmacksgrenzen überschreitet, ist keine Neuigkeit, gerade in den 90er und frühen 2000er-Jahren war er nicht umsonst berüchtigt dafür, dem abgedroschenen Yakuza-Film mit bis zum Erbrechen abstoßenenden Einfällen Würze zu verleihen, das Genre gleichzeitig durch einen nicht zuletzt darin begründet liegenden comichaften, teils surrealen Charakter in gewisser Weise zu parodieren. So geschehen bei der Mangaverfilmung "Fudoh", die einmal mehr von Machtkämpfen und Ränken inner- und unterhalb der Yakuza-Clans erzählt, im Mittelpunkt: der eponymen Fudoh Riki, der sich zwecks Erfüllung seiner Ziele (in erster Linie Rache) einer ungewöhnlichen Gefolgschaft bedient. Im Gegensatz zum handelsüblichen, nicht zu sagen drögen hin und her der Gangster-Streitigkeiten sind es hier diese Bediensteten (kindliche Auftragskiller, ein Titan von einem Schläger, sowie nicht zu vergessen: das Schulmädchen, dass Pfeile zwischen ihren Beinen verschießt (!)), die Farbe in das Yakuza-Einerlei bringen, während der Rest konfus und für meinen Geschmack zäh ausfällt. (4)

Monster Club [The Monster Club] (1980)
Ein Anthologie-Film an der Schwelle der 80er und hier kurzerhand das Problem: Darsteller wie John Carradine oder Vincent Price, die Einzelgeschichten (eine tragische, eine amüsante und eine ausweglose), das putzige bis billige Make-Up, allgemein der Flair machen einen reichlich angestaubten, überholt wirkenden Eindruck, gruseln zudem bis auf die letzte Geschichte kaum. Ganz gleich: der titelgebende "Monster Club" mitsamt seinen irgendwie anachronistischen Musiknummern, possierlichen Masken und selbstredend Carradine und Price IST ein Highlight. Witziges Trivia laut Wikipedia: wahrscheinlich Vincent Price einzige Rolle als Vampir! (5)

Shark Hunter - Die Jagd nach dem Urhai [Shark Hunter] (2001)
Angesichts des ganzen Hai-Horror-Schrotts, der da draußen rumschwimmt (ha ha), muss ich gestehen, positiv überrascht zu sein. Beim Duell zwischen U-Boot und urzeitlichem Monster-Hai kommt genug Spannung auf, die Darsteller machen ihre Sache in Ordnung und die Effekte sind nicht nicht State of the art, aber zweckmäßig. (B-Movie-Skala: 6,5)

Tao Jie - Ein einfaches Leben [桃姐 Tou ze (A Simple Life)] (2011)
aka "Sister Peach". Kitschfrei, ohne übertriebene Melodramatik erzählt Ann Hui aus gebührender Distanz, dennoch notwendiger Nähe vom Älterwerden anhand des Schicksals Ah Taos, genannt Tao Jie, bewunderungswürdig gespielt von Deannie Yip, und ihrer Beziehung zu Roger (nicht minder toll: Andy Lau), für dessen Familie Tao als Amme tätig war. Einfühlsame, zu Herzen gehende, nachdenklich stimmende und, was nicht genug betont werden kann, grandios gespielte Reflexion eines Lebens. Großartig! (9)

Blow (2001)
Hochglanzpoliertes Biopic, das zwar schick aussieht, handwerklich gut gemacht ist, von dem man jedoch nichts mitnimmt. Die Bilder sind zu geleckt, die Geschichte zu episodisch, die Charaktere zu oberflächlich und fern (merke: ein Protagonist wird einem nicht zwingend näher gebracht, bloß, weil man ihm ein Mikrofon in den Kopf pflanzt). Als Charakterstudie zu oberflächlich, als Kritik am Drogenhandel zu konsumierbar. (5)

Die Tiefe [The Deep] (1977)
Was von der abenteuerlichen Schatzsuche in erster Linie im Gedächtnis bleibt sind die Riesenmuräne, Jacqueline Bissets T-Shirt und selbstredend die beeindruckenden Tauchszenen (ich persönlich würde noch Louis Gossett Jr. hinzufügen). Ansonsten: ein bisserl lang geraten und nicht immer durchgängig spannend, speziell abseits des Geschehens unter Wasser. (6,5)

Drei Amigos! [¡Three Amigos!] (1986)
John Landis macht von Grund auf sympathische Streifen, dieser miteingeschlossen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er hier mit durchgetretener Spaßbremse inszeniert, richtig Schwung wollte nicht aufkommen, die Amigos waren als Protagonisten weder sonderlich ausgereift, noch übermäßig liebenswert, mehr als Kurzweiligkeit konnte er mir zumindest nicht bieten. (6)

Bill & Ted's verrückte Reise durch die Zeit [Bill & Ted's Excellent Adventure] (1989)
Bill und Ted sind ja sozusagen ein Phänomen für sich: eigentlich die zwei größtmöglichen Dösköppe vor dem Herrn, die, wenn man ehrlich ist, traumtänzerisch in den Tag leben, nichts auf die Reihe kriegen, die Welt simplifizieren und durch ihr Lebensgefühl filtern, wo sie gerade gehen und stehen - trotzdem sind es eben dieser naiv-dusselige Charme und ihre von Grund auf positive, friedliche Weltanschauung, ich mag kaum das Wort Philosophie in den Mund nehmen, die die beiden zu so einnehmenden Charakteren und gewissermaßen zu den Vorzeigedeppen des Typus Jugendlichen, der in den 90ern einen gewissen Vorherrschaftsstatus erlangen sollte, machen. Dass die zwei in ihrem Kinofilm (der das Zeitreisethema eher nachlässig behandelt) zu den Gründungsvätern eines friedlichen Utopias werden (dessen Entstehen allerdings abhängig davon ist, dass sie ihre Geschichtsprüfung bestehen...), passt da ganz hervorragend ins Bild. Ein Lebenslustiges Zeugnis seiner Zeit! (7,5)

Im Dschungel ist der Teufel los (1982)
Noch so eine deutsche Komödie, die sich aus peinlichem Kalauerhumor, plattesten Slapstickeinlagen und einer Prise unangenehm selbstverständlichem Rassismus zusammensetzt. Im Gegensatz zu den besonders schmählichen Ilja Richter-Komödien zwar nicht gar so schrecklich und mit dankbar weniger Schlagernummern, gut kommen hier indes höchstens die Löwen weg. (3)

Barb Wire (1996)
In beschämender Unkenntnis von "Casablanca": die trashige B-Action-Variante, stilecht Korsett gerecht ausstaffiert mit Pamela Anderson Lees Hupen in Lack und Leder. Muss man kein großes Aufsehen drum machen: eine spaßige, nicht ernstzunehmende Angelegenheit. (B-Movie-Skala: 6)

Casablanca (1942)
Diese Lücke konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Folglich: ein überlebensgroßer Klassiker aus dem geheiligten Lande Hollywood, an dessen Ruf, an dessen Schatten man sich bloß die Zähne ausbeißen kann. Ich muss gestehen: es ist ein makelloser Klassiker. Alle Zitate, die wohlbekannt und integraler Bestandteil der Popkultur sind, wirken im Film selbst bereits gewaltig, dargebracht von gigantischen Stars in sensationellen Leistungen. Natürlich ist selbst "Casablanca" nicht perfekt, nichtsdestoweniger so nahe an der Perfektion, wie man es sich denken kann. Das Paradox: vielleicht ist es gerade diese Beinahe-Perfektion, die verhindert, dass er je mein Lieblingsfilm oder nur einer meiner Lieblingsfilme sein wird. Großartig, meisterlich ist er zweifelsohne. (9,5)

Stephen Kings Es [Stephen King's It] (1990)
Die TV-Miniserie nach einem der vermutlich bekanntesten, größten Werke in Stephen Kings Œuvre hat vor allem mit zwei Dingen zu kämpfen: einerseits kann sie keine zeigefreudigen Wagnisse eingehen, weshalb gewalttätig Details, die nicht unwesentlich zur düster-bedrohlichen Stimmung der Geschichte beigetragen hätten, größtenteils unter den Tisch fallen oder unbefriedigendem bis unfreiwillig komischen Ersatz Platz machen müssen; andererseits die Zweiteilung der Erzählung, die sich in der stärkeren Hälfte den Erlebnissen der Protagonisten im Kindesalter, in der anderen dem letzten Gefecht der inzwischen Erwachsenen gegen das Urängste heraufbeschwörende Es widmet, denn diese Zweiteilung leidet unter dem unzureichend austarierten qualitativen Gleichgewicht der aufeinander angewiesenen Abschnitte: der Teil mit den Kindern ist besser geschauspielert, mysteriöser und einfach aufregender, während sich der Teil mit den Erwachsenen größtenteils zieht. Ohne Frage überragen tut das Ganze Tim Curry als Pennywise, der mich geringstenfalls jedoch seit je her eher amüsiert als gegruselt hat, wie ich allgemein wenig furchterregendes an der Verfilmung finden kann. Letztendlich empfinde ich Tommy Lee Wallace Version dennoch als gelungen, sie ist handwerklich überzeugend, alles rund um die Kinder ist wie gesagt spannend und Tim Curry schlicht und ergreifend ein purer Genuss. (6,5)

Beowulf & Grendel (2005)
"Beowulf & Grendel" ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gefällt die merklich differenziertere Herangehensweise an die berühmte Sage, sie ist weniger pompös oder (dem Hollywoodverständnis nach) episch, stattdessen regelrecht persönlich, mitfühlend im Ton. Jan Kiesser liefert zudem schöne Naturaufnahmen und besonders Ingvar Eggert Sigurðsson gefällt in der Rolle des Grendel. Auf der anderen Seite entwickelt sich durch den rauen, ambivalenten Realismus des Geschehens keine tiefgreifende Dramatik, was gleichermaßen willkommen ist, wie es einer mitreißenden Dramaturgie stellenweise im Weg steht, da letztlich Sturla Gunnarsson eine Heldengeschichte ohne "wahren" Helden, Bösewicht oder Heldentaten erzählt. Wie genau man das im Endeffekt beurteilt, liegt daher stark in der eigenen Wahrnehmung dieses speziellen Blickwinkels auf die Geschichte. (6,5)

Critters - Sie sind da! [Critters] (1986)
Der ein klein wenig fiesere "Gremlins"-Epigone, im Geiste sich ähnelnd sind die Critters anders als die liebenswerten Chaoten aus Joe Dantes Klassiker, obgleich in ihrer Wirkung vergleichbar chaosstiftend, ihrem Wesen nach von einer bösartigeren Intelligenz und beschwören durch ihr klar definiertes todbringendes Ziel einen gänzlich anderen Sinn von Bedrohung. Gleichwohl ist "Critters" nicht minder ein Spaßfilm und macht daraus zu keiner Zeit einen Hehl, bewahrt sich einen "Gremlins" nicht unähnlichen Sympathiefaktor, etwa dank der grundsätzlich liebenswürdigen Charaktere. Jedenfalls einer der gelungensten "kleine Monster"-Filme der 80er. (7)

Die Nacht der lebenden Toten [Night of the Living Dead] (1968)
Der König des (gesellschaftskritischen) Zombiefilms ist tot, R.I.P. George A. Romero, keiner sollte je ernsthaft mit ihm gleichziehen. "Die Nacht der lebenden Toten" modernisierte essentiell den Zombie-Mythos, setzte den Grundstein für ein unfassbar erfolgreiches, langlebiges Horrorphänomen, das bis heute seinen festen Platz im Pantheon der Horrorfiktion beibehalten hat. Doch war Romero nicht allein Begründer, er war in der Tat der unangefochtene Meister dieses seines Subgenres, was er bereits mit seinem Erstling, der das Paradigma, das in "Dawn of the Dead" zur Perfektion fand, jedes noch kommenden Zombiefilms konstituierten sollte, zweifelsfrei unter Beweis stellte. Den letzten großes Zombiefilm to end all Zombie movies ist Romero uns dank Hollywoods Ignoranz schuldig geblieben und gäbe es wirklich diesen schwach glimmenden Funken der Gerechtigkeit in unserer Filmlandschaft, würde er als Bub oder Big Daddy wieder auferstehen, um sein Werk zu Ende bringen (und dieselben ignoranten, kunstfeindlichen Produzenten auf Nestroy-Art verspeisen). (8,5)
Dohee - Weglaufen kann jeder [도희야 Dohui-ya (A Girl at My Door)] (2014)
Sensible Schilderung einer vielgliedrigen, weitverzweigten Problematik, die das Thema der Kindesmisshandlung und des Rechts auf Selbstbestimmung vor einer koreanischen Dorf-Kulisse mitsamt aller dahingehenden Implikationen mit Vorsicht angeht, redlich beim Versuch nicht zu polemisch zu sein oder zu sehr die Moralkeule zu schwingen, trotz der unverkennbar eindeutigen Haltung dahinter. Herausragend sind die Darstellerleistungen, insbesondere Kim Sae-ron leistet beachtliches. (7)

Hobgoblins (1988)
Zu dem fehlen mir tatsächlich die Worte. Man könnte ihn eine Trash-Granate nennen, ob des katastrophalen Drehbuchs, der stümperhaften Darsteller, der miserablen Effekte, des lahmen Humors und... so ziemlich alles, was das Machwerk sonst falsch macht (also... ALLES!). Ich würde lügen, würde ich behaupten, nichts Unterhaltsames daran zu finden, aber... ernsthaft, das ist wahrhaftig Bodensatz. (Trash-Skala: 2)














20 - 6,7 (134,5)

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