Mittwoch, November 01, 2017

Kurzreviews Oktober/II/2017

Hiermit präsentiere ich wiederum die 7 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat Oktober seit der letzten Liste gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 8) (1971) - (6-8)
Spacecenter Babylon 5 - Die Zusammenkunft [Babylon 5: The Gathering] (1993) - (7,5)
The Deuce (Pilot) (2017) - (8,5)

Filme
Star Trek II - Der Zorn des Khan [Star Trek: The Wrath of Khan] (1982)
Director's Cut. Neuer Captain auf dem Regie-Stuhl und Nicholas Meyers legt prompt einen neuen Kurs an: fort vom künstlerisch-entrückten Weltraumexperiment, hin zum klassischen Schiffsgefecht im All. Damit überflügelt er das erste Kinoabenteuer der TOS-Crew in vielerlei Hinsicht: das gesamte Production Design macht mehr her, durch das Kokettieren mit dem Umstand, dass die Stars allmählich in die Jahre kommen, sich dessen bewusst sind und es betont reflektieren, erreicht Meyers einen beträchtlich sympathischeren, menschlicheren Effekt, ergänzend dazu, dass er William Shatners Egoauswüchse und seine Rolle wesentlich besser im Griff hat. Als Coup der Geschichte erweist sich indes Ricardo Montalban als aus der Serie bekannter Gegenspieler Khan, da einerseits bösartiger, gefährlicher Widerpart zu Kirk, andererseits schauspielerisches Pendant zu Shatner. Das Aufeinandertreffen dieser Egos (die sich im Film nie von Angesicht zu Angesicht begegnen, Parallelen zum politischen Tagesgeschehen bieten sich an) setzt Meyers in einem mächtigen Duell um, dass sich praktisch am Rande (ganz 80er) zusätzlich dem Ringen um eine Superwaffe widmet, letztlich in einer der tollsten, spannendsten Raumschiffschlachten gipfelt, die ihrerseits in einem emotionalen Höhepunkt kulminiert, der den berühmt-berüchtigten Opfertod (selbst wenn nicht von Dauer) eines der beliebtesten und ikonischsten Charaktere des gesamten Franchise einfordert. Ganz groß. Seit Kindestagen einer meiner Lieblings-Science-Fiction-Filme. Es spricht der Trekkie in mir: (9,5)

Kull, der Eroberer [Kull the Conqueror] (1997)
Herrlicher Barbaren-Fantasy-Trash nach Robert E. Howard, der gar nicht mal so trashig ausschaut. Macht Spaß. (B-Movie-Skala: 6)

Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock [Star Trek III: The Search for Spock] (1984)
Nein, natürlich konnte die Produktion es bei seinem Tod nicht bewenden lassen, also inszenierte Leonard Nimoy höchstselbst beinahe selbstreflexiv die Suche nach seinem Alter Ego Spock. Bei Weitem nicht so schlecht wie sein Ruf, sind freilich Mängel zu vermerken: Punkt 1: inhaltlich geht nicht schrecklich viel vor sich, die Mission ist knapp gehalten: Spock zurück ins Boot zu holen, darüber hinaus bietet die Geschichte wenig; Punkt 2: Christopher Lloyd agiert herrlich fies, der von ihm verkörperter Klingonenkapitän kann demgegenüber zu keiner Sekunde Kahn das Wasser reichen; Punkt 3: die nachhaltigsten Elemente der Handlung funktionieren eher hinsichtlich der Stellung des Films als Mittelteil einer losen Trilogie. Davon ab liefert Nimoy ein ordentliches Sequel, dessen Höhepunkte zweifelsfrei der Diebstahl sowie der spätere schmerzliche Verlust der Enterprise darstellen. Nicht so spektakulär wie der Vorgänger, ein gelungener Science-Fiction-Film nichtsdestoweniger. (7,5)

Nemesis (1992)
Albert Pyun hat im Laufe seiner Karriere genügend Schrott fabriziert, zurzeit von "Nemesis" befand er sich jedenfalls im Vollbesitz seiner inszenatorischen und finanziellen Kräfte, hat einen feinen Sci-Fi-Actioner fabriziert, der eine gar nicht so üble Geschichte erzählt, die die knalligen Shoot-Outs mehr als bloß zweckdienlich zusammenhält, die Mensch-Maschine-Thematik im Rahmen sehr ordentlich, interessant formuliert. Von den Sequels höre ich hingegen nichts Gutes, darf also gespannt sein. (7)

Zurück in die Gegenwart - Star Trek IV [Star Trek IV: The Voyage Home] (1986)
Der Abschluss des mit "Wrath of Khan" begonnenen Storybogens, der Öko-Star Trek, die Ulknudel. Ganz gleich, dass die ganze Zeitreisethematik ein einziges logisches Paradox ergibt, das Aufeinandertreffen des 23. Jahrhunderts mit "unseren" 80er-Jahren gestaltet sich gehörig unterhaltsam, identifiziert sich durchgehend als augenzwinkernder Schalk ohne in allzu arge Albernheiten auszuufern. Jedes Crewmitglied bekommt seine Szene und Leonard Nimoy inszeniert abermals tadellos. Übrigens: mein erster Star Trek-Kinofilm und ich glaube sogar, meine erste Begegnung mit Star Trek überhaupt - da mag ich mich allerdings auch täuschen. (7,5)

Star Trek V - Am Rande des Universums [Star Trek V: The Final Frontier] (1989)
William Shatners Regie-Debut hat einen sagenhaft schlechten Ruf, gilt als einer der mangelhaftesten Star Trek-Filme überhaupt und das kommt nicht von ungefähr. Gleichwohl gibt es keinen Grund zur Übertreibung, trotz aller Mängel, die maue Regie, das schwache Drehbuch, sowie Laurence Luckinbill als Opponent, dessen Dalai-Lama-Terrorismus-Attitüde samt Mission, Gott aufzustöbern, einen dermaßen kümmerlichen Eindruck hinterlässt, dass scheinbar die Notwendigkeit bestand, eine halbgare Klingonenbedrohung hinzuzudichten, die als Gefahr indessen so mäßig und unvermögend ausfällt, dass man sie glatt vergisst, ist ein unterhaltsames, wenn auch unspektakuläres Weltraumabenteuer bei rumgekommen, dessen stärkste Momente in der Interaktion zwischen Shatner, Leonard Nimoy und DeForest Kelley zu finden sind. Wie bei der Enterprise A quietscht und knarzt es also an allen Ecken und Kanten, geradeausfliegen tut sie aber noch... so gerade. (6,5)

Halloween 2 - Das Grauen kehrt zurück [Halloween II] (1981)
Das Sequel schließt nahtlos an John Carpenters Original an, reicht im Grunde genommen ein Finale im Krankenhaus nach, dass nicht unbedingt nötig gewesen wäre, dazu noch auf Spielfilmlänge ausgewalzt. Rick Rosenthal müht sich wacker ab, an Carpenters Stil anzuknüpfen, filmt letztendlich dennoch nicht mehr als einen ausgiebig durch Hospitalkorridore schleichenden Michael Meyers, unterbrochen von einfallsreichen Mordszenen und Donald Pleasance, der Meyers hinterher hetzt. Einschläfernd. (5)






























7 - 7,0 (49,0)

Montag, Oktober 16, 2017

Kurzreviews Oktober/I/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 10 Filme und 7 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich bisher im Monat Oktober gesehen habe:


Serien-Staffeln
Doctor Who (Season 6) (1968-1969) - (6-8,5+) 
Doctor Who: The Return of Doctor Mysterio (2016) - (6,5+)
Stranger Things (Season 1) (2016) - (6-7)
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 5) (1991-1992) - (10)
Doctor Who (Series 10) (2017) - (7-8,5+)
Archer: Dreamland (Season 8) (2017) - (7-7,5+)
Doctor Who (Season 7) (1970) - (6,5-7,5+) 

Filme
Tad Stones - Der verlorene Jäger des Schatzes! [Las aventuras de Tadeo Jones (Tad, the Lost Explorer)] (2012)
Sind die Kinder zu jung für "Indiana Jones", bietet "Tadeo Jones" ein nettes Einstiegsprogramm, das alle denkbaren Klischees samt und sonders überraschungsarm durchkaut, sowie einen liebenswürdigen Helden (ein bemerkenswert unbemerkenswerter Everyguy, der sich durch seine Leidenschaft und Abenteuerlust auszeichnet) samt knuffiger Entourage. (6)

Es [It] (2017)
Andy Muschietti ist eine bemerkenswerte Stephen King-Adaption gelungen, zu der freilich die Darsteller einen unschätzbaren Löwenanteil beisteuern, sie regelrecht tragen. Oftmals ist es schlicht ein Genuss, ihnen zuzusehen, den Losers Club in Aktion zu erleben. Fast alle Jungschauspieler machen einen ausgezeichneten Job (einzig Chosen Jacobs konnte mich nicht immer überzeugen), wobei die Krone unweigerlich an Sophia Lillis geht. Überhaupt gefällt die Herangehensweise, sich im ersten Teil zur Gänze auf die Erlebnisse der Protagonisten im Jugendalter zu konzentrieren, was dem Freundeskreis viel nötigen Raum zur Entfaltung gibt, sie nicht zu Nebendarstellern in Rückblenden degradiert, obendrein den Coming of Age-Aspekt willkommen betont (den zu ignorieren bzw. dessen Betonung zu kritisieren höchstens von fundamentalem Missverstehen der Vorlage zeugt). Die Horrormomente fügen sich nicht immer nahtlos in diese Geschichte ein, sind in der Regel allerwenigstens effektiv und dahingehend verständig inszeniert, eine bedrohliche Stimmung zu evozieren, auch dank Bill Skarsgård, der eine vortreffliche Darbietung als Pennywise liefert. Kurzum: eine lobenswerte Neuverfilmung, deren Erfolg Hoffnung macht. (8)
Red State - Fürchte Dich vor Gott! [Red State] (2011)
Oh je, Kevin Smith war kräftig wütend, teilt demgemäß kräftig aus, gibt sich unverhohlen zynisch und verdrossen, hetzt mitleidlos Sektenmitglieder und Polizeikräfte aufeinander und nimmt dabei keine Gefangenen. Das resultiert in einem dermaßen ungezügelten Rundumschlag, dass kein homogenes Ganzes entstehen will, Smith in einer Vielzahl von einzelnen Versatzstücken versinkt, die alles wollen, letztlich wenig erreichen. (5)

Tusk (2014)
Kevin Smith goes "Human Centipede" mit Walrössern. Wie "Red State" in Bausch und Bogen gegen einen allgemein verträglichen Konsens gebürstet, eine groteske Ausgeburt eines Scherzfilms, der sich seines Tons nie sicher sein kann, darüber eine ureigene, absonderliche Wirkung erzielt, die zwischen bizarrem Amusement und blanken Degout schwankt. Da er über kein eigentliches Ziel verfügt, in erster Linie Verwirrung stiftet, ist das Ergebnis ähnlich unentschlossen und verstreut wie "Red State". (5,5)

Der Blade Runner [Blade Runner] (1982)
(Final Cut).

Explorers - Ein phantastisches Abenteuer [Explorers] (1985)
Wie "Monster Squad" die fabelhafte Wirklichkeitswerdung eines Jungentraums. Man stelle sich bloß vor: als Science Fiction-Fan eröffnet sich einem die Möglichkeit, ein eigenes Raumschiff zu basteln und damit tatsächlich auf Tuchfühlung mit Außerirdischen zu gehen! Wer wäre da als Heranwachsender nicht begeistert? Zumindest in den 80ern. Und im Gegensatz zur unterwältigenden Serie "Stranger Things" (s.o.) weiß Joe Dante diese Magie, das zauberhaft abenteuerliche, die jugendliche Begeisterung in kindlich sehnende Bilder einzufangen. Wenn auch größtenteils problembefreit: wunderschön zum Wohlfühlen. (7)

Casanova (2005)
Der triggert mich bekannterweise in vielfacher Weise positiv: eine romantische Kostüm-Komödie vor barocker Kulisse plus ein wenig Sturm und Drang, ein aufreizender Bilderbogen, ein frivoles Lust- und Verwirrspiel, köstlich gespielt und hingebungsvoll romantisch. Ein hinreißender Genuss - naja, für mich wenigstens. (7,5)

Vidocq (2001)
Für den habe ich seit jeher eine absonderliche Schwäche. Ich denke, das liegt an der düsteren Atmosphäre, die Pitof heraufbeschwört, eine auf eigentümlich kapriziöse Art und Weise bildgewaltige Darstellung Paris als dreckiger, liederlicher Moloch, wo hinter der Fassade gesellschaftlichen Umbruchs grauenhaftes geschieht, eine zutiefst narzisstische Upperclass unaussprechliches verrichtet, während die Bevölkerung im Chaos versinkt. Den digitalen Look müsste ich eigentlich hassen, in Wahrheit gibt er der Geschichte jedoch eine angemessenen schäbige Erscheinungsform, die der Hässlichkeit des Erzählten Tribut zollt: verzerrte Blickwinkel, groteske Nahaufnahmen, ein nichts beschönigender Voyeurismus machen "Vidocq" zu einem gleichermaßen unangenehmen, wie faszinierenden Fantasykrimi. (6,5)

Die Besucher [Les visiteurs (The Visitors)] (1993)
WTF ist hier bei der Synchronisation bloß schief gelaufen? Selbst Rainer Brandt würde sich bei dieser hanebüchenen Ansammlung idiotischer Albernheiten, die allen Beteiligten in der deutschen Fassung ohne Rücksicht auf Sinn und Verstand oder Sinn für Humor in den Mund gelegt werden (von 10 Gags pro Sekunde zünden vielleicht zwei), ratlos abwenden. Womit ich der an sich bereits albernen Zeitreisekomödie nicht zugestehen möchte, im Original merklich witziger oder intelligenter (wie es der deutsche Wikipedia-Artikel redlich darzustellen sucht) auszufallen, nichtsdestotrotz setzt die aufgekratzte Blödelsynchro dem Unfug die Narrenkappe auf, kann unter keinen Umstände in normalem geistigen Zustand über Spielfilmlänge durchgehalten werden (und ich liebe Rainer Brandt-Synchros), sofern man sie überhaupt 5 Minuten durchzustehen vermag. Ich bin ein wenig rat- und sprachlos, wie ich eine offizielle Kinosynchro zu finden habe, die wie eine lustig gemeinte Fan-Synchro aus dem Internet anmutet. Andererseits ist ein Mindestmaß an Faible für Schnoddersynchros bei mir vorhanden - so oder so bewegen wir uns hiermit ganz scharf an der Grenze des Erträglichen. Nur auf welcher Seite? (3)

Blade Runner 2049 (2017)
In einer Kinolandschaft, wo einfallslose Nachstellungen 80er-Jahre-Klassiker oder müde Neuerzählungen derselben Geschichte dominieren, fällt Denis Villeneuves Sequel merklich aus dem Rahmen, allein deswegen, weil er verbaliter eine Fortsetzung gedreht hat: der Versuch, das Original weiterzuentwickeln, weiterzuerzählen, anstelle einer Zweitausfertigung, deren einziges Anliegen darin liegt, den Vorgänger an Spektakularität zu übertreffen. Villeneuves Erzählmodus ist äußert ruhig, langsam, er schickt seinen Protagonisten in Verkleidung einer Detektivgeschichte auf Identitätssuche, nach der Natur seiner selbst und seiner Artverwandten in einer entfremdenden Welt. Was wenig Raum für herkömmlichen Science Fiction-Pomp oder Action lässt, dafür in wundervollen Bildern eine schmerzhafte Suche nach sich selbst, nach dem Ursprung, nach der Zukunft ausbreitet. Ich weiß noch nicht, wie sich "Blade Runner 2049" bei weiteren Sichtungen entwickelt, der Ersteindruck ist ohne jede Frage zutiefst eindrücklich, überwältigend, berauschend, die Bilder nehmen einen gefangen (obgleich ich Jordan Cronenweth gegenüber Roger Deakins knapp den Vorzug geben würde), die Geschichte wirkt trotz der langen Laufzeit und des Erzähltempos anregend, aber nie ermüdend oder überheblich. Letztlich empfiehlt sich Villeneuve auch mit diesem Film als einer der interessantesten Regisseure, die zurzeit Kino machen. (9)

Star Trek - Der Film [Star Trek: The Motion Picture] (1979)
Als Trekkie fällt eine objektive Bewertung des oft gescholtenen ersten Kinoabenteuers der Enterprisecrew naturgemäß schwer. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich Gefallen an Robert Wise Ansatz einer 2001-esken Odyssee finde, den Zuschauer via Blickwinkel der Kamera eine unvergleichliche Weltraumerfahrung machen zu lassen. Der visuelle Aspekt, das über den fremdartigen Anblick des Inneren der Wolke gleitende Auge sind dementsprechend das stärkste, was der Film zu bieten weiß, erzählerisch steht er dahinter leider zurück. (7)
















10 - 7,5 (74,5)

Montag, Oktober 09, 2017

Montag, Oktober 02, 2017

Kurzreviews September/2017

Hiermit präsentiere ich wiederrum die 15 Filme und 4 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat September gesehen habe:


Serien-Staffeln
X-Men (Season 1) (1992-1993) - (6,5-7)
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer (Season 7) (2016) (7-8,5)
Doctor Who (Season 5) (1967-1968) - (6-8,5)
Tabu [Taboo] (Series 1) (2017) - (7-8,5)

Filme
Samurai Cop (1992)
Amir Shervan, die Ausgeburt an Inkompetenz. Sein "Action-Thriller" "Samurai Cop" ist resultierend Trash, der seinesgleichen sucht, ein hoffnungslos unfähiger Versuch Filme wie "Lethal Weapon" zu kopieren, angereichert um alberne Schussgefechte, lächerliche Martial Arts-Kloppereien und überflüssige Sex-Szenen, hundsmiserable ins Werk gesetzt. Grandios! (Trash-Skala: 8)

Don't Breathe (2016)
Nach seinem "Evil Dead"-Remake präsentiert uns Fede Alvarez einen nervenaufreibenden Home Invasion-Thriller vor der der trostlosen Kulisse Detroits, geschickt gesteigert dadurch, dass Alvarez seine Protagonisten und damit den Zuschauer unaufhörlich in die Enge treibt, dabei ambivalent in der Figurenzeichnung bleibt, da man sich kaum eindeutig auf die eine (Einbrecher und Diebe, obgleich aus nachvollziehbarer Motivation) oder die andere (ein erblindeter, von der Gesellschaft im Stich gelassener Veteran) schlagen möchte. So oder so aufregend bis zuletzt. (7,5)

Die Mumie [The Mummy] (2017)
Von A bis Z völlig verkorkster Einstieg in ein Franchise, das von mir aus schnellstens wieder in der Versenkung verschwinden kann. Wer braucht bitte ein Universal-Monsters-Pendant zum bereits das Kino quälenden MCU? Ich mag Tom Cruise als Darsteller, er ist in der Tat einer der letzten großen Hollywoodstars, in der Regel ein Garant für ordentliche Blogbusterunterhaltung - hier ist er dahingegen ganz und gar fehlbesetzt, lenkt dem Fokus unnötig vom einzig Highlight des Films, Sofia Boutella als eponyme Mumie, ab, seine Versuche Komödie zu machen sind peinlich missglückt, die Chemie zwischen ihm und der langweiligen Annabelle Wallis ist inexistent. Addiert man dazu Russel Crowe und wirft einen Blick auf die Regie (Alex Kurtzman, inklusive Kumpan Robert Orci auf der Liste der Produzenten)... schönen Dank, da gucke ich lieber hundert Mal die beiden Brendan Fraser-Mumien-Filme. Und bitte, bitte, bitte lasst die Finger vom Gilman. Der einzige, dem ich zutraue, jenem eine würdevolle Neuverfilmung zu verpassen, ist Guillermo del Toro - und der hat bereits etwas vergleichbares abgedreht. (3)

Critters 2 - Sie kehren zurück [Critters 2: The Main Course] (1988)
Welcher Dämlack kam auf die filmzerstörerische Idee, den Critters in der deutschen Fassung hö, hö, hö-lustige Kommentare in den Mund zu legen? Und mir egal, ob sich die zahlreichen Synchronisations-Gegner befriedigt und selbstgefällig die Hände reiben: ich gucke viel im Original,  ab und zu dennoch gerne gelungen synchronisierte Filme - dazu gehört dieser nicht. Sowieso ein minder spaßiger Abklatsch des Erstlings, der zwar nahtlos an diesen anschließt, sympathische Charaktere sein Eigen nennt, ein, zwei schräge Ideen parat hält, jedoch nie richtig Tempo aufnehmen will, macht er umso mehr deutlich, dass es sich bei der "Critters"-Reihe höchstens um die B-Version von Gremlins handelt. (B-Movie-Skala: 5)

Fright Night - Die rabenschwarze Nacht [Fright Night] (1985)
80er-Rehash des guten, alten Vampirfilms plus zeitgenössischem Flair, der sich durch Roddy McDowalls abgehalfterten Film-Vampirjäger selbstironischer gibt als er tatsächlich ist. Aber bei allem Unterhaltungsfaktor, den McDowalls Auftritte hergeben, erzählt Tom Holland auch eine Geschichte von Teenagerliebe und sexuellem Erwachen, Themen, die er in einigen Szenen ganz ausgezeichnet evoziert, unterstützt von Chris Sarandons verführerischer Ausstrahlung. "Fright Night", denke ich, hat einen Ruf, den der Film letztlich nicht einhalten kann, doch was er bietet, ist eine gelungene Mischung aus Horror, juveniler Erotik, schicken Effekten und einer Prise Humor. (7)

Mein Nachbar der Vampir [Fright Night Part 2] (1988)
Manche können mit dem Sequel mehr anfangen, ich gehöre nicht dazu. Von den vielen reizvollen Ideen, etwa die Bedrohung nun durch einen weiblichen Vampir, empfand ich keine als hundertprozentig zufriedenstellend umgesetzt, die stärker charakterisierte Entourage der Obervampirin erweckt gar den Eindruck, es hier mit einer verlorengegangen Buffy-Staffel zu tun zu haben. (6)

Ein Brief an Momo [ももへの手紙 Momo e no tegami (A Letter to Momo)] (2011)
Ein thematisch vielen Studio Ghibli-Produktionen nicht unähnlicher Anime, wenn das Übernatürliche in den Alltag der jungen Momo einbricht, ihr dabei hilft, ihre persönlichen Schwierigkeiten zu überwinden und sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. Insofern nichts neues, nichtsdestoweniger äußerst sympathisch, feinfühlig und gleichermaßen unterhaltsam, wie aufrichtig im Ansinnen, zumal wunderschön animiert. (7)

Undisputed IV: Boyka Is Back [Boyka: Undisputed IV] (2016)
Habe ich lange vor mir hergeschoben, unter anderem da, entschuldige Todor Chapkanov, Isaac Florentine nicht mehr den Regie-Posten innehatte. Leider macht sich das bemerkbar, letzten Endes liefert der vierte Teil nicht mehr auf demselben Niveau wie die Vorgänger Florentines, dessen Inszenierung es immerhin einen zu vergessen geschafft hat, einen B-Actionklopper zu sehen. Numero 4 kann das nicht, trotz einer brauchbaren Geschichte und ordentlichen Fights ist das von vorne bis hinten unverkennbar B-Material, die finale, unspektakuläre Schießerei sogar merklich drunter. Wenigstens anguckbar dank der Martial Arts-Stunts und Scott Adkins. (B-Action-Skala: 6,5)

Die Blaue Dahlie [The Blue Dahlia] (1946)
Klassischer Film Noir nach einem Drehbuch von Raymond Chandler, dessen größter Pluspunkt das weitverzweigte Figurengeflecht darstellt, das es zu durchschauen gilt und das bis zur "großen Enthüllung" die Tätersuche willkommen erschwert. Allerdings hinterlassen nicht alle Charaktere einen nachhaltigen Eindruck, Alan Ladd erscheint etwas langweilig als Held der Geschichte und Veronica Lane mag man meinen ist einzig aufgrund der notwendige Präsenz einer Femme fatale im Film. Schwach außerdem die Konfrontation am Ende, die in einer konfusen Whodunit-Konvention mit wenig Wirkung verpufft. (6,5)
The Equalizer (2014)
In Unkenntnis der 80er-Serie. Kurios, in mancherlei Hinsicht ist "The Equalizer" die "Punisher"-Verfilmung, auf die Comicfans gewartet haben. Oder die "Hitman"-Verfilmung, die sich alle erhofft haben. Überhaupt: warum adaptiert Antoine Fuqua nicht "Hitman" mit Denzel Washington als 47 (der ist nicht schwarz? Who the fuck cares, ich könnte mir inzwischen keinen besseren in der Rolle vorstellen). Fuqua ist ein klarer Hit-or-Miss-Kandidat, unter seinen Hits findet sich dafür eine ganze Reihe gelungener Actionthriller, zu denen sich "The Equalizer" dazugesellt. Gerade die Weigerung, ihn zum Action-Overkill verkommen zu lassen, die gute Inszenierung, speziell in den ruhigeren Momenten des ersten Drittels, Washingtons Charisma, Marton Csokas und schlussendlich die Steigerung in den Schlusskampf erheben ihn über das handelübliche Actioneinerlei. (7,5)

John Wick (2014)
Ein Überraschungshit, der Keanu Reeves aus der Versenkung geholt hat. Zugegeben: die Schießereien sind stylish, rasant choreografiert, die Optik kann sich passend dazu sehen lassen. Nur hört es dort bereits auf, über diesen massiven Style over Substance kommen die Stuntleute David Leitch und Chad Stehlski in ihrem Regie-Debut nie hinaus, verlieren sich ferner in ihrem World-Building-Versuch und Coolness-Flair, womit sie einen angemessen grimmigeren Ton verpassen. Sintemal die Rache-Geschichte emotional nach dem Einstieg nicht mehr Schritt hält und Reeves offen und ehrlich die Leindwandpräsenz für diese Rolle vollständig abgeht. (6,5)

Monster Busters [The Monster Squad] (1987)
Die Goonies auf Monsterjagd und mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen: rundherum eine schäumende Jungensfantasie, wie sie nur aus den 80ern stammen konnte, kompakt, temporeich und unterhaltsam. (6,5)

Die Nacht der Creeps [Night of the Creeps] (1986)
Eine Zitate austeilende, Namedropping betreibende Hommage an geläufige Horror und Sci-Fi-Tropen, beschauliches Späßchen. (6)

Die Rache der Eierköpfe [Revenge of the Nerds] (1984)
Durch und durch 80er-Jahre Blödelkomödie, durch die depperte deutsche Synchro noch verstärkt. Geistesblitze braucht man hier demnach selbst von den Nerds (oder "Scheissern"...) nicht zu erwarten, wie der Film sich sowie so eher in der Bestätigung denn Widerlegung von Nerd- und Jock-Klischees ergeht. Und angesichts der kontemporären Nerdkultur verlieren viele (Un)Taten der Nerds (u.a. das heimliche Filmen nackter Studentinnen der verfeindeten Verbindung, inklusive Verkauf der dadurch erschlichenen Bilder...) deutlich an Charme, von der indiskutablen "Vergewaltigungsszene" ganz zu Schweigen. (6)

Der Bucklige von Soho (1966)
Und es ward Farbe im Edgar Wallace-Kosmos! Nach den ersten Eingewöhnungsschwierigkeiten kann man nicht umhin, Alfred Vorhers Einstieg in die bunte Welt des Wallace-Krimis seiner exploitativen Qualitäten wegen zu schätzen, die der in Krimi-Konventionen festgefahrenen Reihe auch im übertragenen Sinne wieder etwas Farbe verliehen haben. (7)




















15 - 6,4 (96)

Mittwoch, September 20, 2017

Kurzreviews August/2017

Hiermit präsentiere (aufgrund eines Urlaubs, dazugehörigen Urlaubsvorbereitungen und einer Prüfung) ich wiederrum die 18 Filme und 3 Serienstaffeln/-specials (ausgeschlossen Filme, die ich mich nicht im Stande sehe zu bewerten, weil ich sie z.B. nur zum Einschlafen gesehen habe und noch nicht beendete Serienstaffeln), die ich im Monat August (Monat September folgt in seiner Gesamtheit) gesehen habe:


Serien-Staffeln
Chuck Norris: Karate Kommandos (1986) (10.000 auf der "HOLY SHIT, IT'S A CHUCK NORRIS-CARTOON"-Skala)
Doctor Who (Season 4) (1966-1967) - (6-8) 
Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [Star Trek: The Next Generation] (Season 4) (1990-1991) - (10)

Filme
Der Mann mit der Narbe [Hollow Triumph] (1948)
Ein Film Noir unter dem Radar, zumindest scheint es mir so, vermutlich, da Steve Sekelys Krimi-Drama konsequent gegen logische Widerstände gebürstet ist, welche die reizvolle, für einen Noir vorzüglich taugliche Grundidee immer wieder aufkommen lassen. Gleichwohl das sollte einzig Wahrscheinlichkeitskrämer interessieren, schließlich füllt diese Idee die knapp bemessene Laufzeit mit genügend hochspannenden Momenten, den Rest besorgt John Altons überaus chice Kameraarbeit. (7)

Mein Freund Harvey [Harvey] (1950)
Ein Plädoyer gegen die triste Wirklichkeit und das Soll-Diktat des grau-drögen Establishments, beschwingt und herzlich erzählt, vollends belebt durch James Stewarts "Harvey-Schauspiel", bis heute das Vorzeigebeispiel der ungewöhnlichen schauspielerischen Interaktion mit einem unsichtbaren Charakter. (7)

Beowulf (1999)
Graham Baker hat richtig erkannt, dass die Adaption klassischen Materials wie der "Beowulf"-Sage von Zeit zu Zeit (zwecks Zugänglichkeit) einer Frischzellenkur bedarf und, zugegeben: die Idee, die Geschichte in ein postapokalyptisches Setting zu versetzten, allgemein das Production Design, sowie die Re-Interpretation Beowulfs als Gadget-bewehrter Martial-Arts-Halbblut-Dämonenjäger (inklusive der Besetzung Christopher Lamberts mit fescher Gerald-Haarfarbe) funktionieren wider Erwarten ganz gut, sehen sogar ganz brauchbar aus, der Techno-Soundtrack ist bereits Geschmackssache. Ferner steigt der Streifen flott ein, kann über die gesamte Länge die Spannung jedoch nur so gerade aufrecht erhalten, hätte eines versierteren Action-Regisseurs und -Choreografen bedurft, wirkt schlussendlich wie der Pilot zu einer trashigen 90er-Fantasy-Action-Serie. (Trotz Rhona Mitras Ausschnitt: B-Movie-Skala: 5,5)
God is God - Juno Reactor from Juno Reactor on Vimeo.
Inbred (2011)
Ungewohnter Schauplatzwechsel: statt in der amerikanischen Pampa finden unsere Protagonisten die titelgebenden "Inbreds" diesmal in good ol' Britain - was in einem zünftigen, gut getricksten Ekel-Schlachtfest endet, außer zynischem "Humor" trotzdem nichts zu bieten weiß. (3)

Mike Mendez' Killers [Killers] (1996)
Billigst runtergekurbelter Amateur-Trash (Betonung liegt auf Amateur), der neben seiner nicht existenten Story, den endlosen, selbstgefälligen Monologen, der miesen Inszenierung den größten Fehler begeht: er langweilt grässlich, kommt sich dabei doch vor wie eine coole Horror-Taratinoneske mit satirischem Potenzial. Ne, ne, das war nichts. (1)

Shadow - In der Gewalt des Bösen [Shadow] (2009)
Ordentlicher Horror, der immer mal wieder die Richtung wechselt und so zumindest nicht anödend vorhersehbar ausfällt, einen passablen (wenn auch konfusen) Endtwist parat hält, alles zweckdienlich mit einer politischen Haltung nektiert. (6)

Haus der 1000 Leichen [House of 1000 Corpses] (2003)
Hab ich den bei der ersten (weit, weit zurückliegenden) Sichtung gehasst, fand ihn grauenhaft, widerlich... vielleicht lag es an meinem zarten Kindesalter und der damit verbundenen Unwissenheit. Zeit gibt zum Glück bekanntlich Rat, somit half mir die über die Jahre gewonnene Bekannschaft mit dem Horrorfilm den diesem Film angedachten Zugang zu bescheren (was ja bloß beinahe 14 Jahre in Anspruch genommen hat...). Jedenfalls gefiel mir Rob Zombies Hommage an den Terrorfilm der 70er (und darüber hinaus) bedeutend besser, konnte ich die Anspielungen besser verarbeiten und zusammen mit seinem vielgestaltigen, visuell ausreizenden, exaltierten Stil entsprechend würdigen. (7,5)

Hinter dem Horizont - Das Ende ist nur der Anfang [What Dreams May Come] (1998)
Maximal verkitschtes Kitschfest, geradezu unterträglich klebrig-süßlich und religiös verklärt, vergraben unter einem Übelkeit erregenden Berg an Zuckerguss, der jeden Anflug von ernst zu nehmender Auseinandersetzung mit dem Thema unter sich erdrückt, einschließlich der im Grunde fantasievollen und teils atemberaubend getricksten Darstellung des Jenseits. (3)

The Champ [Resurrecting the Champ] (2007)
Daumen hoch für Samuel L. Jackson und Josh Hartnett, jeder der einen heroischen Boxerfilm erwartet hat, wird hingegen enttäuscht sein: Rod Luries Drama nach einer wahren Begebenheit dreht sich in Wahrheit um das Schicksal seiner beiden Figuren, Vaterkomplexe und seichte Kritik am (Sport)Journalismus, bleibt einerseits wohltuend am Boden der Tatsachen, versteigt sich nicht in eine gekünstelt pathetische Darstellung, kratzt andererseits in jedem Bereich höchstens an der Oberfläche. In erster Linie brauchbar wegen den Darstellern. (6)

Man of Steel (2013)
So allmählich werde ich (in Grenzen) zum DCU-Apologeten, insbesondere angesichts jedes weiteren konzerngerechten, kunstfeindlichen Auswurfs des MCU. Die Zweitsichtung von "Man of Steel" etwa sagte mir beachtlich mehr zu, obgleich seine Schwächen weiterhin bestehen bleiben. Trotzdem gefallen mir Zack Snyders und Christopher Nolans Ansätze zu einer modernisierten Version Supermans und ihre Art, diese Geschichte mit den Mitteln ihres Kinos (auf der Suche nach einem alternativen, frischen Erzählmodus und -rythmus) neu zu erzählen von Mal zu Mal besser. Denn während Marvel nichts mehr kann außer Marketingtaugliche Werbespots als Filme unverhältnismäßig erfolgreich zu verkaufen, bleiben die DC-Verfilmungen allerwenigstens diskutierwürdig. Und gibt es noch einen Funken Gerechtigkeit in der Welt, bleibt dieser Ansatz länger in Erinnerung, als das erzählerische Vakuum anderer Superheldenverwurstungen. (7)

Sunshine Reggae auf Ibiza (1983)
Oh weh, oh weh. Eine weitere Ausgabe deutscher Bodensatzkomödie. Womit ich keine Fans vor den Kopf stoßen möchten (ich habe schließlich meine eigenen Blödelkomödien und geliebten Trashfilme), allerdings kann man das jenseits nostalgischer Doofheitsverklärung nicht ernsthaft in irgendeiner Form zufriedenstellend finden. Das Ganze ist nicht bloß peinlich doof und schmerzhaft unlustig, es ist genauso peinlich doof und schmerzhaft unlustig umgesetzt. Wenn das komödiantische Highlight ein sich quer über Ibiza vergewaltigender Karl Dall ist, bleibt einem einzig und allein das mit einem Facepalm zu quittieren und zu flüchten. Tragischerweise hat sich der Mainstreamgeschmack des deutschen Publikums scheinbar bis heute keinen Milimeter weiterentwickelt. (1,5)

Baby Driver (2017)
Gemessen an Edgar Wright bisherigem Schaffen seine im Vergleich ernsteste, erwachsenste Arbeit, wenn auch alles andere als humorbefreit, inszenatorisch beinahe bis zur letzten Konsequenz rythmisch arrangiert um seinen Soundtrack, um das Wechselspiel zwischen Bild und Ton. In den Händen von Wright ein cineastisches Fest, das zudem eine gute, abwechslungsreiche, herrlich gespielte (insbesondere Jon Hamm und Jamie Foxx) Gangsterstory erzählt, die bei zunehmender Laufzeit an Drastik merklich zunimmt. Etwas schade finde ich, dass die Autoverfolgungsjagden einen kleineren Teil einnehmen als erwartet, dafür sind sie wunderbar und ohne CGI-Schnickschnack durchgeführt. Übrigens: an alle, die kritisieren, die Songauswahl würde zu beliebig ausfallen: es ging hier nie um fröhliches Popkulturzitierraten, um diesen oder jenen Song nach bekannten, wiederkehrenden Mustern einzuordnen zu können.Wichtig ist, wie Wright die Lieder mit der Handlung und der Mise-en-scene nektiert, praktisch wie Bild und Ton miteinander tanzen. Und das funktioniert ganz ausgezeichnet. (7,5)

Passagier 57 [Passenger 57] (1992)
Straighter Actionthriller aus der Hochzeit Wesley Snipes, auf das Duell zwischen ihm und Bruce Payne konzentriert, sogar mit etwas Raum für Snipes Martial Arts-Können. (6,5)

Lawrence von Arabien [Lawrence of Arabia] (1962)
Unfassbares Meisterwerk von monumentalem Ausmaß, der Kampf des Menschen gegen die Natur, seine eigene, wie die der natürlichen Umgebung der Wüste, in überwältigenden Bildern festgehalten, grandios geschauspielert und insgesamt zu einem der größten Genüsse, die das epochale Kino je hervorgebracht hat, gereift. Meisterhaft! (10)

Drop Zone (1994)
Wie, Wesley Snipes schon wieder im Flugzeug? Jepp, im Grunde genommen könnte er hier ein und denselben Charakter wie in "Passagier 57" (s.o.) spielen, keiner würde den Unterschied merken. Inhaltlich geht das Geschose in Richtung eines "Gefährliche Brandung"-Epigonen (wenn Gary Busey die Seiten gewechselt hätte), begrenzt aufs Fallschirmspringen. Davon gibt es hier mehr als genug, was dem Actiongehalt der Geschichte nicht immer zu Gute kommt. Insgesamt der so gesehen familienfreundlichere Gegenpart zu "Passagier 57". Ich mag beide. Bonus für Busey. (6,5)

Macho Man (1985)
Und nochmal oh weh. Mag sein, dass das für Nürnberger ein Kultfilm ist und gemessen an den schrottigen deutschen Komödien... ist das immer noch ein lächerlich schlechter Versuch eines deutschen Kamfsportfilms, spannungs-, story- und actionarm, belustigend miserabel geschauspielert (das gesamte Werk musste nachträglich übersynchronisiert werden...) geradezu grotesk unfreiwillig komisch (die Sexszenen mussten laut Wiki aus dem Film entfernt werden... ausgerechnet dafür hat sich René Heller geschämt?), aber... irgendwo unterhaltsam ja. (Trash-Skala: 5)

Der Affe im Menschen [Monkey Shines] (1988)
Die ursprüngliche Idee sollte sein, George A. Romeros Lebenswerk anlässlich seines Todes (R.I.P.) chronologisch zu sichten, bisher bin ich damit nicht weit gekommen (bis auf "Night of the Living Dead"), hänge derzeit an "There's Always Vanilla" fest. Aber, aber, ein niemals realisierter Ausflug nach Gibraltar führte zu der fixen Idee, sich als Ersatz für das versäumte Erlebnis, sich von den dort ansässigen Berberaffen beklauen zu lassen, an "Monkey Shines" zu wagen: ein außerordentlich gelungener Tier-Psychothriller, der sich mehr nach den 70ern als den 80ern anfühlt (daher das Scheitern an der Kinokasse?), schleichend, charakterorientiert im Aufbau, mit beeindruckender Tierdressour, spannend bis zu letzt. Nur muss ich offen gestehen: Team Ella! So oder so empfand ich es als vertane Chance, die aus der Verbindung zwischen Affe und Mensch resultieren Aggression und Wildheit nicht stärker auf die Urinstinkte und angeborene Gewaltbereitschaft des Menschen zurückzuführen - woraus sich ferner bertrachtet zudem ein pfiffiger Schlussgag hätte ergeben können. Nichtsdestoweniger: eindrucksvoll! (7)

The Mismatched Couple [情逢敵手 Ching fung dik sau (Mismatched Couples)] (1985)
Wem es nach einer geballten Ladung 80er-Jahre HK-Klamauks dürstet, ist hier genau an der richtigen Adresse: ein blutjunger Donnie Yen blödelt, kämpft und (ganz besonders und etliche Male) tanzt (!) sich voller Elan durch diese Liebeskomödie, randvoll anregender, zum Himmel schreiend heiterer und spaßhafter Momente. Unbeschreiblich! Sagenhaft! Einfach toll! (8)


























18 - 5,8 (105,0)